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Leichtathletik: Florian Orth wirft Deutschem Leichtahletik-Verband Arroganz vor und fordert Umdenken
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Publiziert 28/02/2017 um 15:05 GMT+1 Uhr
Dicke Luft beim Deutschen Leichtathletik-Verband: Florian Orth sagt seinen EM-Start ab und wirft dem DLV "Arroganz" und eine schlechte Behandlung vor. Auf "Facebook" machte er seinem Ärger Luft und kritisierte den Verband stark.
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Florian Orth hat seinem Ärger über den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) mit einem Rundumschlag Luft verschafft.
"Ich muss ganz ehrlich feststellen, dass ich für einen Verband, der mir als Athlet weder vertraut noch meine Leistung respektiert, und ein Land, das mich nach meinem besten Jahr 2016 dank 'Spitzensportreform' sowohl für Trainingslager, Sporthilfe als auch Verdienstausfall in meiner dualen Karriere nicht mehr für förderungswürdig hält, vorerst nicht mehr an den Start gehen möchte", schrieb der mehrmalige deutsche Meister aus Regensburg in einem offenen Brief bei "Facebook" - und sagte seinen Start bei der am Freitag beginnenden Hallen-EM in Belgrad ab.
Konkreter Anlass: Die für ihn unverständliche Nominierungspraxis. So führte der Olympiateilnehmer aus, dass er seiner Ansicht nach bei der Hallen-DM in Leipzig mehr Starts absolvieren musste als ursprünglich geplant.
Trotz eines zweiten Platzes in internationaler Norm über 3000 m habe er am folgenden Tag noch einen Leistungsnachweis über 1500 m erbringen müssen. Seitdem leide er durch die hohe Belastung unter muskulären Problemen.
"Ich weiß nicht, woher ein Verband hier die Arroganz nimmt, härtere Normen und engere Qualifikationszeiträume zu verlangen, wenn er die betreffenden Athleten kaum noch fördert", sagte der Mittel- und Langstreckler.
"Hier muss endlich ein Umdenken im DLV erfolgen", schrieb Orth und sprach von "verstörenden Signalen". Zudem sei auch weiterhin unklar, wer seinen Verdienstausfall für die Abwesenheit vom Arbeitsplatz übernehme.
DLV-Cheftrainer rechtfertigt Leistungsnachweis
"Wir bedauern die von Florian Orth durch muskuläre Probleme begründete Absage [...] und wünschen ihm baldige Besserung", sagte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska, der auch zu den Vorwürfen am Nominierungsverfahren Stellung nahm. So habe Orth im Gegensatz zu anderen Athleten bei den deutschen Meisterschaften in seinen ersten Saisonwettkampf absolviert.
Da eine Teilnahme an einer internationalen Meisterschaft ohne Wettkampfleistungen der laufenden Hallensaison nicht zu begründen gewesen wäre, sei ein Leistungsnachweis über 1500 Meter alternativ zu einer aktuellen Normleistung über 3000 Meter festgelegt worden.
"Als erfahrener Athlet kennt er die Doppelbelastung über 1500 und 3000 Meter bei der Hallen-DM, die er in den Jahren 2015 und 2016 erfolgreich realisierte und scheinbar gut verkraftet hatte", sagte Gonschinska.
Orth nutzt Lehrgangsoptionen nicht
Zudem habe sich Orth in diesem Jahr für eine andere Vorbereitung entschieden und "Lehrgangsoptionen in Monte Gordo und Dullstroom, die Aufbauwettkämpfe im Vorfeld der Hallen-DM in Leipzig ermöglicht hätten", nicht genutzt.
"Er selbst wählte diese Vorbereitungsvariante und sein Verein stellte im Vorfeld der Titelkämpfe von Leipzig einen Sonderantrag für einen Doppelstart über 1500 und 3000 Meter, der vom DLV genehmigt wurde", sagte Gonschinska: "Nachdem von ihm der Leistungsnachweis über 1500 Meter erfüllt wurde, wurde er für die Hallen-EM nominiert."
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