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Schwanitz: Erst Hochzeit, dann Gold
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Publiziert 13/08/2013 um 10:42 GMT+2 Uhr
Wie es nach dem größten Erfolg ihrer Karriere weitergeht, weiß Christina Schwanitz genau. Der schönste Tag im Leben steht der starken Frau nämlich erst bevor. Am 21. September tritt die Silbermedaillengewinnerin von Moskau vor den Traualter und heiratet ihren Freund Tomas. Im Überschwang der Gefühle nach dem Kugelstoß-Krimi im Luschniki-Stadion blickte Schwanitz jedoch noch weiter voraus.
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Fotocredit: Eurosport
"21 Meter klingen doch auch schön", sagte die sächsische Frohnatur: "Das wäre dann Gold und bis Rio hab ich ja noch drei Jahre Zeit." Wer Schwanitz in dieser Saison und vor allem beim Höhepunkt - der Leichathletik-WM - erlebt hat, zweifelt nicht daran, dass die 27-Jährige vom LV Erzgebirge in "diese andere Welt" vorstoßen kann.
Mit dem letzten Versuch auf 20,41 m katapultierte sich Schwanitz im dritten WM-Finale ihrer Karriere von Platz fünf zu Silber. "Schon bei früheren Wettkämpfen und dem Sieg bei der Hallen-EM habe ich im letzten Versuch nochmal zugelegt. Wenn die Psyche stimmt, kann ich das", sagt Christina Schwanitz. Sie musste sich dabei nur der überragenden Olympiasiegerin Valerie Adams (20,88) geschlagen geben. Die Neuseeländerin sicherte sich als erste Frau der Kugelstoß-Geschichte ihren vierten WM-Titel in Serie und ließ damit Astrid Kumbernuss hinter sich. Die Neubrandenburgerin hatte von 1995 bis 1999 dreimal triumphiert. Bronze ging an die Chinesin Gong Lijiao (19,95).
Bestleistung im sechsten Versuch
Schwanitz steigerte ihre Bestleistung um 21 Zentimeter, überhaupt war es erst ihr dritter Stoß über die magische 20-Meter-Marke. "Nur fürs Protokoll: Bei Olympia in London waren es 1,80 Meter weniger", sagte Schwanitz und wartete nur darauf, die Gründe für den Quantensprung mit der Kugel zu erklären. An erster Stelle nannte sie ihre Psychologin Grit Reimann. "Sie hat mir vor dem Wettkampf gesagt: Reg' dich nicht auf. Es ist doch nur eine WM", erzählte Schwanitz: "Das ist so ein hammergeiles Gefühl, wenn man das abrufen kann, was man wirklich drauf hat."
Der Wechsel zu Trainer Sven Lang ist ein weiterer Baustein in Schwanitz' Erfolgsgeschichte. Mit Lang, der bereits den Chemnitzer David Storl zum Kugelstoß-Weltmeister von Daegu geformt hatte, arbeitete die 1,80 m große und 103 kg schwere Schwanitz an ihrer Technik: "Ich bin schneller geworden, stoße mich im Ring anders ab." Mehr als die mentale oder technische Entwicklung ist allerdings die Gesundheit der Schlüssel zum Erfolg.
Hochzeitsreise nach Mexiko
Sieben Jahre lang hatten Schwanitz Schmerzen in den Füßen geplagt, sie musste sich einer Operation nach der anderen unterziehen. Irgendwann waren es fünf Eingriffe, und selbst barfuß Laufen wurde zur Qual. Aus Angst vor einer weiteren OP schleppte sich Schwanitz voran, bis sie sich im November 2012 ein Herz fasste. "Das ganze Altmetall musste einfach raus", sagte sie: "Ich kam nach Hause und hatte keine Fußschmerzen - das war ein unglaublich befreiendes Gefühl, gigantisch."
In Moskau gipfelte die Befreiung im Silberstoß. "Jetzt habe ich den Kopf für meine Hochzeit im September frei", sagte sie in die ARD-Kamera. Wo die Trauung stattfindet, wollte Schwanitz nicht verraten, dafür wohin die die Hochzeitreise geht. In Mexiko genießt sie das gemeinsame Glück mit ihrem Tomas. Von da aus ist der Weg nicht mehr weit - bis Rio de Janeiro.
Video - Finale der 400 m Frauen
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