Leichtathletik-WM: Kapitän Christopher Linke verteidigt die Leistung des DLV-Teams - "Sind nicht zu schlecht"

Kapitän Christopher Linke hat nach seinem erneuten fünften Platz bei der WM zu einer Verteidigungsrede für das DLV-Team angesetzt. "Ich würde nicht sagen, dass wir aktuell zu schlecht sind. Vielleicht ist die internationale Konkurrenz einfach zu stark", sagte Linke angesichts der bislang ausbleibenden Medaillen in Budapest. Der simple Blick auf Gold, Silber und Bronze ist ihm zu billig.

Deutscher Rekord! Linke überzeugt über 35 Kilometer Gehen

Quelle: Eurosport

Christopher Linke huschte im Ziel nach quälend langen 35 km ein Lächeln über das Gesicht. Zwar konnte auch der Geher das Warten auf eine deutsche WM-Medaille in Budapest nicht beenden - doch mit seinem nächsten fünften Platz und dem erneuten deutschen Rekord durfte der Vize-Europameister sehr zufrieden sein.
"Ich habe alles gegeben und kann mir nichts vorwerfen", sagte Linke nach seinen 2:25,35 Stunden in der Hitze am Heldenplatz mitten in der Metropole. Es sei eine für ihn persönlich "erfolgreiche WM" gewesen, schließlich hatte er schon über die 20 km am vergangenen Samstag Rang fünf belegt. Ebenfalls in deutscher Rekordzeit.
Keine Frage: Linke liefert ab. Auch andere deutsche Athletinnen und Athleten kommen in Ungarns Hauptstadt nah an ihre oder gar über ihre Bestleistungen hinaus. Zu einem Sprung auf das Podest reichte das bislang aber nicht. Die verbleibenden Hoffnungen ruhen im WM-Endspurt nun auf den Zehnkämpfern Leo Neugebauer und Niklas Kaul (Freitag und Samstag) sowie Speerwurf-Europameister Julian Weber (Sonntag).
"Wir können noch eine Trendumkehr hinbekommen, ich bin optimistisch. Wir haben noch ein paar Chancen und werden sie hoffentlich nutzen", sagte Jörg Bügner, Sportdirektor beim Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV), im "ZDF".
Geht es nach Linke, der zusammen mit Europameisterin Gina Lückenkemper deutscher Teamkapitän in Budapest ist, ist die öffentliche Sicht auf die Leistungen in Ungarn allerdings zu negativ. Der 34-Jährige setzte nach seinem Auftritt am Donnerstagmorgen zu einer Verteidigungsrede für seine Teamkollegen an.

Linke: "Haben teilweise sehr gute Nachwuchsathleten"

"Ich würde nicht sagen, dass wir aktuell zu schlecht sind. Vielleicht ist die internationale Konkurrenz einfach zu stark", sagte Linke. Schließlich hätten Athleten wie Hochspringer Tobias Potye (5.) oder die Diskuswerferinnen um Kristin Pudenz (6.) in Budapest durchaus "Topleistungen gebracht".
Man könne "nicht nur darauf gucken, ob wir eine Medaille gewinnen", sondern müsse auch beachten: "Wie hat sich die Welt im Vergleich zu Deutschland entwickelt? Und da haben wir irgendwas verpasst." Was genau verpasst wurde, konnte auch Linke nicht beantworten: "Ich bin kein Trainingswissenschaftler."
Der Sportsoldat ist überzeugt, dass sich die deutsche Leichtathletik in einem Umbruch befindet. "So krass würde ich es nicht sagen, dass die neue Generation es nicht bringt", bekräftigte Linke: "Wir haben teilweise sehr, sehr, sehr gute Nachwuchsathleten, die kommen, die brauchen Zeit."
Allerdings glaubt Linke auch, dass in anderen Nationen bessere Trainingsbedingungen herrschen. "Ich arbeite teilweise mit amateurhaften Mitteln", sagte der Olympia-Fünfte und verwies auf sein Hitzetraining: "In Italien, in China, in Japan gibt es Hitzekammern. Ich habe mein Hitzetraining vor einer offenen Saunatür absolviert."
Seine fünften Plätze seien daher "sehr hoch" zu bewerten. Gleichwohl gab auch Linke zu: "Insgeheim habe ich auf eine Medaille gehofft." Doch so geht das Warten weiter.
(SID)
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Quelle: Eurosport

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