Eurosport
Sprint-Star Alexandra Burghardt verrät, wo ihre Medaillen hängen: "Gewächshaus meine Medaillenvitrine"
Von
Publiziert 21/09/2022 um 21:14 GMT+2 Uhr
Alexandra Burghardt hat ein aufregendes Jahr hinter sich - sowohl sportlich als auch privat. Zuerst die Olympiamedaille in Peking, dann WM-Bronze in Eugene, der Titel bei der Heim-EM in München und zu guter Letzt die Hochzeit mit ihrem Partner. Im Interview mit "web.de" spricht die Deutsche über psychologische Hilfe im Profi-Sport und verrät, welchen besonderen Platz ihre Medaillen haben.
Alexandra Burghardt
Fotocredit: Getty Images
Alexandra Burghardt kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Viele Erinnerungen, die der Sprinterin immer in Erinnerung bleiben werden. "Angefangen mit Braunschweig, Tokio, Peking, München. Da ist viel passiert und dann auch noch das Private, das wunderschön war. Ich kann gar nicht sagen, was am schönsten war. Es war ein krasses Jahr."
Zunächst holte sie bei den olympischen Winterspielen in Peking als Bob-Anschieberin zusammen mit Mariama Jamanka die Silber-Medaille, dann die Bronze-Medaille mit der Sprint-Staffel bei der WM in Eugene - und als krönenden Abschluss den Titel mit der Staffel bei der Heim-EM in München.
Trotz der ganzen Erfolge freut sich die Sprinterin nun auf die Phase nach der Saison. "Ich bin froh, dass es jetzt ein bisschen ruhiger wird und es nur noch ein, zwei Highlights im Jahr gibt. Es waren schon echt viele Emotionen, die ich erlebt habe", sagte Burghardt.
Doch die Erfolge bringen nicht nur positive Aspekte mit sich. Angesprochen, ob sie psychologische Hilfe für die Verarbeitung gebraucht habe, antwortet die 28-Jährige ganz offen: "Ich habe einen Mentalcoach, der mich sehr dabei unterstützt, alles richtig einzuordnen und den Fokus wieder neu zu setzen. Auch in den Gesprächen mit Freunden und Familien ging es in den vergangenen Monaten viel um Sport."
Burghardt hat Verständnis für Sprint-Kollegin
Besonders Olympia und Corona haben der 28-Jährigen zu schaffen gemacht. "Gerade bei den Olympischen Spielen ist man zwei, drei Wochen in einem ganz eigenen Kosmos unterwegs – was durch Corona ja noch verstärkt wurde – und danach kommt man heim und alles ist irgendwie anders und komisch."
Verständnis zeigte sie für ihre Kollegin Rebekka Haase, die nach den olympischen Spielen offen über ihre psychische Probleme gesprochen hatte.
"Dass man da in ein kleines Loch fallen kann, kann ich verstehen. Oder dass es auch ein größeres Loch sein kann wie bei Rebekka, kann ich total nachvollziehen. Ich bin sehr froh, dass sie das überstanden hat und auch, dass sie offen darüber spricht. Ich glaube nämlich, dass es sehr vielen Menschen ähnlich geht – auch in ganz unterschiedlichen Bereichen. Und darüber sollte auf jeden Fall gesprochen werden."
Der im Jahr 2022 gewonnene Medaillensatz hat im Hause Burghardt einen ganz besonderen Platz bekommen. "Das ist tatsächlich witzig. Ich habe ein kleines Gewächshaus und dadurch, dass ich so oft weg bin, sind alle meine Pflanzen darin gestorben und jetzt ist das Gewächshaus eine Medaillenvitrine."
Nächste Medaille in Budapest?
In Zukunft will sich die Sprinterin erst einmal auf die Vorbereitung konzentrieren und dann das nächste Ziel - die WM in Budapest - angreifen.
"Ich freue mich auf einen ruhigen Herbst und Winter und eine ganz langweilige Vorbereitung. Training, Schlafen, Essen – hart arbeiten, aber ohne die ganzen Termine, Wettkämpfe und Reisen drumherum. Nächstes Jahr gibt es in der Halle Europameisterschaften in Istanbul, das wird das nächste internationale Ziel und im Sommer dann Weltmeisterschaften in Budapest", sagte Burghardt abschließend.
Vielleicht springt in der ungarischen Hauptstadt die nächste Medaille für das Gewächshaus heraus.
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Olympiasiegerin Mihambo plant über Paris 2024 hinaus und jagt Rekord
/origin-imgresizer.eurosport.com/2022/08/22/3436920-70123568-2560-1440.jpg)
Perfekter Abschluss! Gold für Frauen-Staffel sichert EM-Trophäe
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung