In der vorletzten Runde schnappte sich noch Maverick Vinales (Yamaha) den dritten Rang von Danilo Petrucci (Pramac-Ducati). Ducati musste sich mit den Verfolgerplätzen zufriedengeben. Petrucci, Alvaro Bautista (Angel-Nieto-Ducati) sowie Jorge Lorenzo und Andrea Dovizioso folgten auf den Plätzen vier bis sieben. Der Deutsche Stefan Bradl kam bei seinem MotoGP-Comeback als 16. ins Ziel und sammelte keine WM-Punkte. Aber er hatte auch im Rennen seinen Marc-VDS-Honda-Teamkollegen Tom Lüthi im Griff. Der Schweizer wurde 17 (zum Rennergebnis).
Beim Start zum Rennen über 30 Runden schnappte sich wie so oft Lorenzo die Führung, während sich im hinteren Teil des Feldes eine entscheidende Szene abspielte. Pol Espargaro (KTM) berührte in Kurve 2 das Hinterrad von Andrea Iannone (Suzuki). Anschließend krachte er mit der zweiten Suzuki von Alex Rins zusammen. Rins und Espargaro stürzten. Iannone und auch Jack Miller (Pramac-Ducati) mussten einen weiten Bogen nehmen und fielen ans Ende des Feldes zurück.

Rossi: "Es war ein fantastisches Rennen"

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Während Lorenzo die ersten Runden anführte, überholte Marquez Petrucci und brachte sich hinter Lorenzo in Stellung. "Es war schwierig", sagt Marquez. "Mein Start war nicht perfekt, ich habe zwei Positionen verloren. Ducati-Fahrer zu überholen, ist sehr schwierig." Auch Rossi fand im ersten Renndrittel einen Weg an Petrucci vorbei. Die Top 3 (Lorenzo/Marquez/Rossi) konnten sich in der Folge etwas absetzen, während Petrucci als Vierter die Verfolgergruppe anführte.

Reifenwahl entscheidet

Entscheidend war die Reifenwahl. Lorenzo hatte sich für den weichen Vorderreifen entschieden, Marquez für den harten und Rossi für den mittleren. Hinten fuhren Rossi und Lorenzo mit Medium, Marquez hatte sich für den weichen Hinterreifen entschieden. Die Entscheidung fiel in der zweiten Rennhälfte. Am Ende der zwölften Runde überholte Marquez Lorenzo in der Zielkurve und übernahm die Führung. Wenig später ging auch Rossi an der Ducati vorbei.

Viñales: "Es ist immer das gleiche Problem"

Rossi versuchte wieder den Anschluss an Marquez herzustellen. "Ich habe Valentino kommen sehen, aber gleichzeitig habe ich die Reifen geschont", sagt der Spanier über die entscheidende Phase etwa zehn Runden vor Rennende. "Als ich 0,6 Sekunden Vorsprung hatte, habe ich angegriffen. Dann bin ich meine schnellste Rennrunde gefahren und konnte eine gute Pace halten." Mit seinem fünften Saisonsieg kann Marquez beruhigt in die Sommerpause starten. Sein WM-Vorsprung auf Rossi beträgt 46 Punkte (zur WM-Gesamtwertung).

Márquez: "Jetzt wird es Zeit, anzugreifen"

Rossi: Folger als Vorbild

"Der Sachsenring", hält Rossi im Parc Ferme fest", ist für die M1 eine schwierige Strecke, aber wir haben es mit beiden Motorrädern auf das Podium geschafft. Das Team hat sehr gut gearbeitet. Ich bin ein fantastisches Rennen gefahren und habe keine Fehler gemacht. Vergangene Woche habe ich mir das Rennen vom Vorjahr angeschaut. Folger war sehr gut, also musste ich das nachmachen! Jetzt habe ich das gleiche Ergebnis geschafft. Darüber freue ich mich sehr und es ist eine schöne Art, den Urlaub zu beginnen."
Vinales zeigte wie so oft in der Schlussphase eine Aufholjagd, während bei anderen Fahrern die Pace nachließ. Vor allem Lorenzo brach komplett ein. In den letzten fünf Runden war sein weicher Vorderreifen am Ende. Der Ducati-Pilot konnte in den Kurven keine Linien halten. Somit war Petrucci wieder kurzfristig Dritter, aber auch er hatte mit stark nachlassenden Reifen zu kämpfen.
In den letzten Runden stürmte Vinales heran und schnappte sich Petrucci im vorletzten Umlauf. "Ich bin nicht zufrieden", ärgert sich Vinales trotz Platz drei. "Wir haben immer die gleichen Probleme mit der Elektronik am Kurvenausgang. Ich konnte nicht gegen Ducati kämpfen. Dabei habe ich sieben oder acht Runden verloren, obwohl ich um eine Sekunde schneller war. Trotzdem haben wir ein exzellentes Chassis und müssen weiterarbeiten."
Lorenzo fiel in den letzten Runden noch hinter Bautista auf den fünften Platz zurück. Somit kam Bautista, der die Ducati aus dem Vorjahr fährt, als Fünfter vor den beiden Werksfahrern ins Ziel. Dani Pedrosa (Honda) spielte keine Rolle im Spitzenfeld und wurde Achter. Johann Zarco (Tech-3-Yamaha) folgte als Neunter und Bradley Smith eroberte sein erstes Top-10-Ergebnis in diesem Jahr. Der nächste Grand Prix findet am 5. August in Brünn (Tschechien) statt.
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