Wie so oft in der Moto3 ließ sich das Ergebnis kaum vorhersagen. Eine Gruppe von nicht weniger als 22 Fahrern kämpfte das gesamte Rennen über um Ruhm und Ehre. Auf dem Zielstrich waren noch 20 Piloten übrig, die als Paket über den Strich gingen. Di Giannantonio musste alle Register ziehen. "Das war 'Schampus oder Kiesbett' in der letzten Runde", gesteht er. Kornfeil ging als Spitzenreiter in die letzte Runde, der sich mit einem mutigen Manöver in Kurve 1 vorbeischob. "Diggia" musste in den nächsten Kurven immer wieder Kampflinie fahren, letztlich war Canet der einzige nennenswerte Gegner. Dessen Angriff in der letzten S-Kurve konnte er mit einem späten Bremspunkt abwehren.

Kornfeil mit Top-Start in Brünn

Natürlich stand ihm die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, nach der Enttäuschung in Le Mans (dort war ebenfalls Sieger, erhielt aber eine Zeitstrafe) endlich den ersten Sieg errungen zu haben. "Ein unglaubliches Gefühl!", feiert er. "Wir wussten vor dem Rennen schon, dass wir hier sehr stark abschneiden könnten. Im Rennen habe ich über dem Limit gepusht, weil die KTMs so schnell waren. Wahnsinn! Aber das Beste wird erst noch kommen." Er ist in der WM-Wertung bis auf 17 Punkte an die Spitze herangekommen.
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Canet hielt sich lange unauffällig, aber immer in Schlagdistanz in der Spitzengruppe, was auch sein Plan war: "Ich wollte mich immer in den Top 3 aufhalten." Es war sein vierter zweiter Platz in dieser Saison, auf einen Sieg muss er anno 2018 aber weiter warten. "Der zweite Platz ist gut für die Weltmeisterschaft, allerdings bin ich nicht ganz so glücklich, da ich Diggia in der letzten Kurve gerne noch überholt hätte. Aber er hat den Sieg verdient", gratuliert er dem Italiener zum Sieg.

Öttl kann Führungsarbeit nicht in Podium verwandeln

Kornfeil machte den Fans kurzzeitig Hoffnung auf einen Heimsieg und unternahm in den ersten Runden an der Spitze einen Ausreißversuch. Er kam für ein paar Runden um mehrere Zehntelsekunden von den Gegnern weg, wurde aber wieder eingefangen. Doch auch in der Gruppe ging er immer wieder an die Spitze und fuhr sein bestes Saisonrennen. Er ist erst der zweite tschechische Fahrer, der bei seinem Heimrennen auf das Podium fährt. Das war bislang nur Lukas Pesek 2007 gelungen.

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Was ihn um einen möglichen Sieg brachte, waren seine Probleme, das Motorrad in Kurve 10 abzubremsen, wo er in den letzten Runden immer wieder von der Ideallinie abkam. "Leider war ich sehr dehydriert. Auf den Geraden konnte ich mich kaum noch konzentrieren", begründet er dies. "Natürlich bin ich glücklich. Ich wusste, dass ich vielleicht siegen könnte."
Hinter den Piloten auf dem Podium kamen Enea Bastianini (Honda) und Gabriel Rodrigo (KTM) auf die Plätze vier und fünf. Marco Bezzecchi fühlte sich in dem Rennen, das seine große Chance war, wichtige Punkte auf Tabellenführer Martin gutzumachen, nicht wirklich wohl und lag zu Beginn des Rennens sogar außerhalb der Top 10. Doch es gelang ihm, sich Stück für Stück nach vorne zu arbeiten. Somit übernimmt er zwar die WM-Führung, doch Jorge Martin liegt nur drei Punkte zurück.
Philipp Öttl (KTM) fuhr ein starkes Rennen und führte immer wieder das Feld an, fiel aber in den entscheidenden Runden noch auf die achte Position zurück. Dabei musste er sich noch Marcos Ramirez (KTM) geschlagen geben, hielt aber Albert Arenas (KTM) und und Lorenzo Dalla Porta (Honda) hinter sich. In der WM-Wertung verbesserte er sich damit von Position zwölf auf Rang zehn.

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