Daraufhin wurde über die Sicherheit der Auslaufzone gesprochen. Für Marc Márquez war der Abflug in Kurve 7 der erste Sturz seit seinem Comeback. "Uns war klar, dass ich früher oder später wieder stürzen werde. Vermutlich habe ich mir eine der ungünstigsten Stellen der Strecke dafür ausgesucht. Ich rechnete nicht damit. Doch wenn man attackiert, dann denkt man nicht ans Risiko. Man pusht in diesem Moment", so der Spanier.
Márquez ist sich bewusst, dass er Glück im Unglück hatte. "Es war ein heftiger Unfall, vor allem der Einschlag in die Airfences. Ich krachte mit hohem Tempo in die Begrenzung. Dank der Airfences bin ich jetzt hier", dankte Márquez der Technologie und gesteht: "Ich war ein bisschen verängstigt, weil ich mich nicht erinnern konnte, was passiert ist."
Nach dem Sturz wurde Márquez an der Strecke untersucht. Die Ärzte stellten keine ernsten Verletzungen fest. "Ich fühlte mich gut und kehrte zu meinem Motorhome zurück. Als ich dort ankam und mich hinsetzte, wurde mir nach zehn Minuten etwas schwindlig. Ich wusste nicht mehr exakt, wo ich bin", erklärte Márquez.
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MotoGP: Marquez erhält nach schwerem Sturz grünes Licht
01/05/2021 AM 10:37
"Ich setzte mich sofort mit dem Arzt in Verbindung und teilte ihm mit, wie ich mich fühle. Er meinte, dass ich mich im Krankenhaus untersuchen lassen muss. Als wir im Krankenhaus ankamen, fühlte ich mich wieder gut. Sie untersuchten alles", schilderte Márquez und fügte an: "Im Krankenhaus ließ ich den Arm röntgen, um sicher zu sein."
Der lädierte rechte Arm wurde beim Sturz aber nicht beschädigt. Ohnehin ist das Risiko einer Folgeverletzung kein großes Problem. "Ich möchte etwas klarstellen. Ich fahre und attackiere, weil die Ärzte mir mitgeteilt haben, dass die Wahrscheinlichkeit identisch ist, bei einem Einschlag den linken oder rechten Arm zu brechen. Der Knochen ist komplett verheilt", so Márquez.

MotoGP: Márquez im Qualifying weit zurück

Sportlich lief es nach dem Sturz im FT3 nicht mehr nach Plan. Im Qualifying musste Márquez im ersten Durchgang antreten. Doch der Sprung in die Top 2 des Q1 gelang nicht, weil sich Márquez bei der Reifenwahl für den weichen Vorderreifen entschied. Dieser Fehler ärgerte den Spanier im Nachhinein.
"Ich wählte den weichen Vorderreifen auf Grund des Sturzes und nicht weil ich mich damit gut fühlte. Ich wählte ihn, weil ich mich damit in den Linkskurven sicherer fühle. Doch wir machten einen Fehler, weil wir bei der Reifenwahl eher an das Risiko und weniger an die Performance dachten", kommentierte die Startnummer 93.
"Im Qualifying erkannte ich sofort, dass der Vorderreifen uns Grenzen setzt. Uns fehlte die Zeit für einen Wechsel, als ich zum Stopp zurück kam", bedauerte Márquez, der im Q1 einige Rutscher abfangen musste. "Am Nachmittag hatte ich ein paar Schrecksekunden. Diese Schrecksekunden hatte ich, als ich den weichen Vorderreifen verwendete, mit dem ich das Motorrad nicht richtig verzögern konnte. Ich konnte nicht richtig einlenken."
Am Sonntag steht Márquez auf Startplatz 14. Direkt neben der Honda mit der Startnummer 93 steht HRC-Teamkollege Pol Espargaró, der als 13. die fünfte Startreihe anführt. Im Q1 wurden die Honda-Werkspiloten durch lediglich 0,082 Sekunden voneinander getrennt. Für beide Spanier war nach dem Q1 Feierabend.

MotoGP: Auch Espargaró stürzt in Kurve 7

Espargaró stürzte am Samstag ebenfalls in Kurve 7. "Ich fühlte mich zuversichtlich und das Motorrad war gut. Doch ich war übermütig. Deshalb stürzte ich", begründete der Spanier den Sturz im Training: "Zuvor lief alles richtig gut. Durch den Sturz verpasste ich den Sprung ins Q2. Ich meine, nach so einem Sturz den Sprung ins Q2 um 0,050 Sekunden zu verpassen, zeigt, dass es einfach gewesen wäre, es ins Q2 zu schaffen".
Für das vierte Rennen der Saison ist der Honda-Neuzugang dennoch optimistisch."Wir arbeiten immer für das Rennen und konnten für das morgige Rennen eine gute Abstimmung erarbeiten. Ich fühle mich stark für morgen, deutlich stärker als ich am Morgen oder gestern erwartet habe", erklärte Espargaró, der sich keine Sorgen macht, aus der fünften Reihe starten zu müssen.
"Auf diesem Kurs ist das Überholen nicht so schwer. Ich bin zuversichtlich, denn in Portimão gab es nicht viele Stellen, an denen ich stärker war oder an denen ich überholen konnte. Doch hier gibt es viele davon", ist Espargaró überzeugt. "Wenn man mehr riskiert, dann kann man auch überholen."

Marc Marquez in Jerez

Fotocredit: Getty Images

MotoGP: Espargaró will vergrößerte Auslaufzone

Die Sicherheit in Kurve 7 war am Samstagnachmittag ein großes Thema. Espargaró wünschte sich, dass die Auslaufzone vergrößert wird, um zu verhindern, dass Fahrer in den Airfences von ihren Motorrädern erschlagen werden. Denn mit einer Vergrößerung des Kiesbetts wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich Fahrer und Motorrad voneinander trennen und unterschiedliche Flugbahnen nehmen.
"Wenn man so stürzt, wie Marc und ich, also zu dem Zeitpunkt, bevor man verzögert, dann ist die Mauer zu nah. Wir haben die Airfences, doch wenn das Motorrad hinter dem Fahrer in die gleiche Richtung fliegt, dann bringt auch die Airfences nichts", erklärte der ehemalige KTM-Pilot.
"Das Gute einer Auslaufzone ist, dass man vom Motorrad getrennt wird. Doch wenn man einschlägt, wie es bei Marc der Fall war, dann muss sichergestellt werden, dass das Motorrad nicht den Fahrer trifft. Das ist gefährlich", warnte Espargaró.
"Ich war gestern nicht in der Sicherheits-Kommission und kenne die Themen von gestern nicht. Ich hatte viele Aufgaben zu erledigen. Doch bei der nächsten Sicherheits-Kommission werden wir das Thema untersuchen. Jerez ist immer offen, Änderungen vorzunehmen", bemerkt der Honda-Neuzugang. "Ich denke, es gibt verschiedene Optionen."
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