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MotoGP: Stinkefinger-Verbot nach Rossi-Ausraster in Misano
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Publiziert 28/09/2016 um 20:56 GMT+2 Uhr
Valentino Rossi hat mit seiner "Stinkefinger"-Geste beim Großen Preis von San Marino für ein Verbot in der MotoGP gesorgt. Der Italiener hatte in Misano Aleix Espargaró den Mittelfinger gezeigt, um seinem Ärger Luft zu machen. Die MotoGP-Verantwortlichen sahen sich nun zu einer Regeländerung gezwungen: Zeigt ein Fahrer in Zukunft den "Stinkefinger", muss er mit einer heftigen Geldstrafe rechnen.
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Die MotoGP-Szene lebt von packendem Sport, greifbaren Helden und reichlich Emotionen. Diese Zutaten sorgen dafür, dass sich die Szene im Gegensatz zur oft klinisch reinen Formel 1 positiv entwickelt. Umso größer ist die Verwunderung bei dem Kurs, den die Verantwortlichen der Motorrad-WM nun eingeschlagen haben.
Alles nur wegen Rossi
Nach einem Zwischenfall zwischen Valentino Rossi und Aleix Espargaro in Misano formulierten die Macher eine klare Ansage: Keine Mittelfinger mehr, sonst Geldstrafe."Die ganze Sache ist doch nur deswegen so groß geworden, weil es ausgerechnet Valentino war, der ganz öffentlich und mit Nachdruck den Mittelfinger in Richtung Espargaro gehoben hat. Dabei hatte er komplett recht. Espargaro hatte das in dem Moment einfach verdient", sagt LCR-Haudegen Cal Crutchlow.
"Höchstens fünf Prozent der TV-Zuschauer würden sich jemals darüber aufregen. Natürlich ist so etwas nicht schön für Kids zu sehen. Aber schaltet jemand deswegen die MotoGP aus? Nein, niemals. Die Kids lernen das ohnehin irgendwann. So ist eben das Leben", meint der Brite, der selbst diesbezüglich kein Kind von Traurigkeit ist. "Ich habe die E-Mail der Vereinigung gar nicht komplett gelesen", schmunzelt Crutchlow und misst der Ansage somit nur geringen Wert bei.
Sogar im Fußball geht mehr
"Es ist klar ausgedrückt worden, dass man so etwas in unserem Sport nicht sehen möchte. Es wird mit Geldstrafen gedroht. Mir ist klar geworden, dass ich vielleicht Pleite gehe, wenn ich so impulsiv weitermache wie bisher", scherzt der Brünn-Sieger 2016. Aus Sicht von Crutchlow war Misano keinesfalls ein Einzelfall. Der Stinkefinger sei in der MotoGP fast genauso oft in Gebrauch wie der Bremshebel.
"So etwas sieht man doch in jeder Session. Wir werden gut bezahlt - und können es uns leisten, weiterhin ab und zu den Stinkefinger zu zeigen. Das gehört doch dazu", meint er:
"Wenn man sich über jemanden ärgert, dann muss man das auch irgendwie zeigen dürfen", hält Crutchlow unmissverständlich fest und spricht damit zahlreichen Kollegen aus den Seelen. "Schaut euch doch mal Fußball an. Da wird gespuckt, gezerrt, geboxt und gerauft. Manchmal nennt einer den anderen einen Wichser oder so. Die bekommen meistens keine Strafe. Nicht einmal dann, wenn es Millionen Menschen am TV mitbekommen konnten."
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