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Kein "Hassverbrechen" im Fall Wallace: FBI erhebt keine Anklage

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Laut Ermittlungen des FBI war Bubba Wallace kein Ziel eines "Hassverbrechens"

Fotocredit: Getty Images

VonMotorsport-Total.com
24/06/2020 Am 16:40 | Update 24/06/2020 Am 16:40

Bei dem Vorfall rund um den schwarzen NASCAR-Fahrer Bubba Wallace handelt es sich laut FBI nicht um ein rassistisches Verbrechen. Wie die US-Ermittler am Dienstag mitteilten, habe sich der gefundene Strick seit Monaten in der Box des 26-Jährigen auf dem Talladega Superspeedway in Lincoln/Alabama befunden. Deswegen werde keine Anklage in diesem Fall erhoben.

Bei der Untersuchung stellte das FBI fest: Der Strick - Fotos zeigen ihn seitlich am Garagentor - war keineswegs spontan in der Box von Wallace angebracht worden, sondern nachweislich bereits 2019 dort vorhanden.

"Unsere Schlussfolgerung ist: Es wurde kein Verbrechen begangen", heißt es im Untersuchungsbericht des FBI, das mit 15 Special Agents vor Ort gewesen war, um in Talladega Gespräche zu führen und Nachforschungen anzustellen.

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"Das FBI hat in Erfahrung gebracht: Box Nummer vier, in der sich der Strick befand, wurde erst letzte Woche Wallace zugeordnet. Die Untersuchung hat jedoch auch Beweise ergeben, unter anderem durch authentisches Videomaterial von NASCAR, wonach der Strick [...] sich schon im Oktober 2019 in dieser Box befunden hat."

Das FBI erklärt weiter: "Niemand konnte wissen, dass Herr Wallace diese Box erhalten würde." Deshalb würden die Ermittlungen eingestellt.

NASCAR zeigt sich erleichtert

NASCAR zeigt sich in einer ersten Stellungnahme erleichtert, weil Wallace "nicht das Ziel einer Hass-motivierten Tat" geworden sei. "Wir begrüßen die rasche und gründliche Untersuchung des FBI und sind dankbar zu erfahren, dass es keine absichtliche rassistische Aktion gegen Bubba war."

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Später äußerte sich NASCAR-Präsident Steve Phelps noch detaillierter: "Für uns bei NASCAR ist es das beste Ergebnis, das wir uns erhoffen konnten. Es war verstörend, dass man gedacht hatte, einer aus unseren Reihen hätte eine solche abscheuliche Tat vollbringen können."

Und Phelps betont: "Diese Untersuchung war wichtig für uns. In unserem Sport ist kein Platz für Rassismus und Hass."

Mitarbeiter erinnert sich an Schlinge

Entscheidend zur Auflösung beigetragen hatte ein Mitarbeiter des Teams Wood Brothers. "Er erinnerte sich daran, im Herbst in dieser Box eine Schlinge an einem Seil gesehen zu haben", so heißt es in einem Statement des Rennstalls. "Wir haben NASCAR sofort davon in Kenntnis gesetzt und die Untersuchung bestmöglich unterstützt."

Deshalb spricht Phelps allen Beteiligten ein großes Lob aus. "Die Gemeinschaft hat uns viel Unterstützung zuteilwerden lassen", meint er. Das unterstreiche besonders der symbolische Akt von allen Fahrern und Teams, Wallace in die Startaufstellung zu begleiten.

"In meinen Augen war das einer der wichtigsten Tage in unserer Geschichte. Er wird bis zum Ende meiner Tage in meinen Gedanken nachhallen", sagt Phelps weiter.

"NASCAR ist eine große Familie, eine große Gemeinschaft. Wir alle dachten, jemand hätte einen aus unseren Reihen attackiert. Es stellte sich heraus: Das war nicht der Fall. Doch als wir den Verdacht hatten, unterstützte jeder Bubba Wallace und die 43. Und das war ein sehr starkes Bild, nicht nur in der Geschichte unseres Sports, sondern für den Sport allgemein."

Große Solidarität mit Bubba Wallace

Im Vorfeld des Rennens war in der Box des einzigen schwarzen Fahrers der Rennserie ein Strick gefunden worden. NASCAR ging zunächst von einer rassistisch motivierten Tat aus. Das komplette Fahrerlager und die Crews hatten sich am Montag vor dem Rennen hinter dem Wallace-Auto aufgestellt, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

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Wallace hatte zuletzt erfolgreich darauf gedrängt, dass die bei NASCAR-Fans beliebte, allerdings als Symbol für Sklaverei und Rassismus geltende Konföderierten-Flagge bei Rennen verboten wird. NASCAR ist vor allem bei der weißen amerikanischen Mittelschicht hochpopulär.

(mit SID)

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