Eric Frenzel - Kombinierer-Legende exklusiv im Interview über neue Trainer-Rolle: "Ich kann noch sehr viel lernen"

Eric Frenzel ist seit dem Frühjahr leitender Disziplintrainer der Nordischen Kombinierer. Der 18-malige WM-Medaillengewinner rückt nach dem Abtritt des legendären Hermann Weinbuch in das DSV-Trainerteam. Im exklusiven Eurosport-Interview spricht Frenzel über den Rollenwechsel, die Herausforderungen als Verantwortlicher und worauf die deutschen Kombinierer diesen Sommer besonders Wert gelegt haben.

Frenzel über Trainer-Rolle: "Bis jetzt kann ich nur Gutes sagen"

Quelle: Eurosport

Die Vorfreude auf den Weltcupstart im finnischen Ruka ist Eric Frenzel deutlich anzusehen.
Es ist der erste Winter, in dem der 34-Jährige nicht mehr als Athlet am Start stehen wird.
Seit April betreut Frenzel zusammen mit Kai Bracht und Heinz Kuttin das Herrenteam der nordischen Kombinierer um Olympiasieger Vinzenz Geiger und Julian Schmid.
Eine Verschnaufpause gab es für den Sachsen allerdings nicht. "Mir war bewusst, dass diese Situation, wie wir sie jetzt haben, nicht so schnell wieder kommen wird", erzählt Frenzel im exklusiven Eurosport-Interview im Rahmen der DSV-Einkleidung.
Es ist Ihre erste Saison als leitender Disziplintrainer der Nordischen Kombinierer. Wie fühlt sich der Rollenwechsel bisher an?
Eric Frenzel: Bis jetzt kann ich wirklich nur Gutes sagen. Ich bin gut in meine neue Position reingerutscht. Gerade die Jungs machen es mir leicht und ziehen sehr gut mit. Das ist natürlich angenehm. So wie es momentan leistungstechnisch vorangeht, bin ich auch zufrieden. Von dem her warte ich ab, was der Winter bringt. Die ersten Wettkämpfe werden noch mal etwas anderes als das Sommertraining. Aber dennoch bin ich erst mal sehr zufrieden.
Sie haben letzten Winter ihre Karriere beendet. Es war das Ende einer langen Ära. Hätten Sie sich dennoch eine kleine Verschnaufpause gewünscht, um Ihre Karriere noch einmal ausgiebig zu reflektieren?
Frenzel: Das ist natürlich oft dieser Wunschgedanke zu sagen, 'okay, man hat noch ein Jahr, um alles ein bisschen Revue passieren zu lassen.' Ich war mir aber auch dessen bewusst, dass diese Situation, wie wir sie jetzt haben, nicht so schnell wieder kommen wird. Daher bin ich nicht böse, dass ich das nicht hatte. Ich fühle mich sehr wohl und gut angekommen und deswegen passt das schon.
In den vergangenen Jahren wurde viel Fokus auf das Springen gelegt. Wie hat sich dieser Weg über den Sommer fortgeführt?
Frenzel: Das ist natürlich weiterhin die Thematik, die vorne dran steht. Ich glaube, wir sind auf technischem Niveau sehr gut vorangekommen, waren auch schon nah dran. Wir haben dieses Jahr versucht, im Materialbereich dementsprechend die Feinjustierungen eher zu treffen, hier besser voranzukommen. Ich glaube, wir haben gute Mittel und Wege gefunden, jeden in seiner Situation voranzubringen. Wir merken, dass dahingehend eine Konstanz in den Sprüngen ist, was für die Jahreszeit eigentlich oft immer noch ein bisschen fehlt. Da haben die Jungs wirklich gut gearbeitet. Von dem her bin ich, was die Vorbereitung angeht, sehr zufrieden.
Sie kennen die nordische Kombination wie kein anderer, aber Trainer sein ist noch mal etwas ganz anderes. Was haben Sie in den letzten Monaten lernen können? Wie hat sich Ihr Blickwinkel verändert?
Frenzel: Lernen kann ich noch sehr viel. Da bin ich sicherlich noch nicht am Ende, aber der Blickwinkel ist etwas komplett anderes. Das kann man sich als Athlet gar nicht so direkt vorstellen. Es ist sehr viel ringsherum zu tun, gut vorzubereiten, gut zu planen, viel zu kommunizieren. So, dass jeder dementsprechend vorbereitet ist, dass er auch auf dem Trainingslehrgang seine nächsten Schritte gehen kann. Da machen wir uns viele Gedanken: Wie schauen die Lehrgänge aus? Wo lassen wir sie stattfinden? Dementsprechend gibt es viel Für und Wider, viel Diskussion, aber mit meinen beiden Kollegen bin ich in guter Gesellschaft und die machen mir das Ganze recht angenehm.
Julian Schmid hat in den vergangen drei Rennen beim Sommer Grand Prix und bei der Deutschen Meisterschaft sehr gute Leistungen gezeigt. Er hat alle drei Rennen gewinnen können. Man hat das Gefühl, er hat diesen Sommer noch mal einen größeren Schritt gemacht. Wie würden Sie das einschätzen?
Frenzel: Ich kann auf jeden Fall sagen, dass er den Sommer über leistungstechnisch auf einem sehr hohen Niveau unterwegs war, sowohl auf der Schanze wie auch auf der Loipe. Was das im Winter genau wert sein wird, werden wir erst sehen. Da kann ich noch nicht auf so viele Erfahrungen zurückgreifen. Was mir mein Auge zeigt, glaube ich schon, dass es dazu beitragen wird, dass er gute Ergebnisse liefern kann. Wie es jetzt schlussendlich aussieht, das werden wir dann sehen, das lasse ich auch auf mich zukommen. Da kann ich genauso wie er wenig Einfluss nehmen. Jetzt heißt es erst mal gesund durchkommen bis in die ersten Wettkämpfe und dann werden wir recht schnell sehen, wo das hinführen kann.
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Der große Abschied: Die letzten Meter von Frenzel im Weltcup

Quelle: Eurosport

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