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Johannes Rydzek - Kombinierer vor Weltcup-Start im Eurosport-Interview: "Habe mich ein Stück weit neu erfunden"
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Update 14/11/2024 um 09:23 GMT+1 Uhr
Johannes Rydzek greift nochmal voll an. Nach seiner erfolgreichsten Saison seit fünf Jahren will der Kombinierer auch in diesem Winter glänzen. Immerhin hat er mit der WM in Trondheim ein klares Ziel vor Augen. Im Exklusiv-Interview mit Eurosport.de spricht der Routinier über seine sportliche Entwicklung, den Einfluss von Trainer Eric Frenzel und seine Rolle als Vorbild für die jüngere Generation.
Rydzek voller Vorfreude auf WM: "Wird eine richtig große Party"
Quelle: Eurosport
Fahnenträger, Weltmeister, Olympiasieger - Johannes Rydzek hat in seiner Laufbahn fast alles erreicht.
Doch an ein Karriereende denkt der 32-Jährige noch lange nicht. Stattdessen startet er voller Zuversicht in die neue Weltcup-Saison, gestärkt durch seinen erfolgreichsten Winter seit fünf Jahren.
"Ich habe mich ein Stück weit neu erfunden als Kombinierer", sagt Rydzek gegenüber Eurosport.de.
Im exklusiven Interview verrät der Oberstdorfer, was ihn antreibt, welche Ziele er verfolgt und wie Trainer Eric Frenzel ihn dabei unterstützt.
Herr Rydzek, bis zum Weltcup-Auftakt in Ruka (29. November; Anm. d. Red.) sind es nur noch wenige Wochen hin. Wie läuft die Vorbereitung und wie groß ist die Vorfreude auf die neue Saison?
Johannes Rydzek: Die Vorfreude ist schon sehr groß. Der Sommer war in Sachen Springen richtig gut und auch im Laufen konnte ich mich nochmal weiterentwickeln. Gerade der Sommer-Grand-Prix lief hervorragend. Zwischenzeitlich bin ich für eine Woche flach gelegen - das ist im Herbst nicht optimal, aber auch da habe ich mich schnell auskuriert. Ich musste deshalb aber leider die Deutsche Meisterschaft absagen. Dennoch bin ich im Hinblick auf die neue Saison zuversichtlich.
Sie haben in der vergangenen Saison mit Platz acht im Gesamtweltcup ihre beste Platzierung seit 2018/2019 erreicht. Wie ist es Ihnen gelungen, wieder einen Schritt nach vorne zu machen, an welchen Stellschrauben haben Sie gedreht?
Rydzek: In den vergangenen Jahren hat sich der Sport weiterentwickelt. Gerade im Sprungbereich, der immer wichtiger wurde, sind wir den Weg weitergegangen, den wir zuletzt eingeschlagen haben. Dadurch, dass wir mit Heinz Kuttin einen Trainer aus diesem Fachgebiet hatten, habe ich neue Ansätze gefunden, die sich auszahlen. Ich hoffe, dass ich das auch im Winter zeigen kann, wie ich es bereits im Sommer oft getan habe. Auch wenn Heinz nun zu den Skisprung-Damen gewechselt ist, haben wir trotzdem vieles von seinem Input mitgenommen und dies mit dem neuen Trainerteam weiterentwickelt. Ich konnte außerdem auf meine Laufstärke aufbauen und habe mich ein Stück weit neu erfunden als Kombinierer.
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Johannes Rydzek überzeugte in der vergangenen Weltcup-Saison
Fotocredit: Imago
Welche konkreten sportlichen Ziele haben Sie für die neue Saison?
Rydzek: Bei der Weltmeisterschaft im norwegischen Trondheim, dem Mutterland des Skisports, dabei sein zu dürfen, ist ein ganz großes Ziel. Das wird eine richtig große Party. Ich war im Mixed-Team noch nie bei einer Großveranstaltung dabei, das wäre auf jeden Fall ein Highlight. Das ist allerdings nicht leicht, weil bei diesem Event nur zwei Startplätze bei den Herren zu vergeben sind und unser Team stark aufgestellt ist.
Sie sind mittlerweile der älteste im deutschen Team. Wie helfen Sie den jüngeren Athleten und sehen Sie sich selbst in der Rolle des Leaders?
Rydzek: Ich glaube, die eine Leaderrolle gibt es nicht. Wir sind eine Gruppe mit vielen unterschiedlichen Charakteren, die bereits Erfolge hatten - wie Julian (Schmid; Anm. d. Red.), Vinzenz (Geiger; Anm. d. Red.) oder Manuel (Faißt; Anm. d. Red.). Die brauchen weniger Unterstützung (lacht). Viele Jüngere, zum Beispiel ein Richard Stenzel, der bei uns dabei war, können sich aber das eine oder andere von mir abschauen oder sich Inspiration holen. Wenn das der Fall ist, freut mich das und ich teile meine Erfahrungen.
Eric macht seinen Job wirklich gut, haut sich voll rein und gibt viel von seinen Erfahrungen als Athlet weiter
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Starkes Finale: Rydzek hängt Watabe ab und sichert Podest
Quelle: Eurosport
Mit Fabian Riessle und Eric Frenzel haben zwei ihrer langjährigen Weggefährten bereits ihre Karrieren beendet. Inwiefern reift dieser Gedanke auch schon bei Ihnen?
Rydzek: Ab dem 30. Geburtstag spielt das immer mehr eine Rolle. Dann haben auch noch zwei Weggefährten kurz nacheinander aufgehört, woraufhin man sich denkt: "So viel jünger bin ich jetzt nicht." Irgendwann wird es mich auch treffen, aber mir macht es nach wie vor unglaublich viel Spaß. Ich kann außerdem noch die Leistungen bringen, die nötig sind, um vorne reinzulaufen und sich durchzusetzen. Solange die beiden Dinge gegeben sind und ich gerne wegfahre, genieße ich das Sportlerleben.
Wie ist es, mit Frenzel einen ehemaligen Teamkollegen als Trainer zu haben und welchen Input gibt er?
Rydzek: Es war für uns beide eine Umstellung, weil wir viele Jahre Seite an Seite als Athleten verbringen und gemeinsam viele Erfolge feiern durften. Es ist klar, dass auf Anhieb nicht alles klappt, weil er als Trainer noch nicht die Routine hat, die ihn als Sportler ausgezeichnet hat. Er macht seinen Job aber wirklich gut, haut sich voll rein und gibt viel von seinen Erfahrungen als Athlet weiter. Das ist ganz, ganz wertvoll und vielleicht der größte Unterschied im Vergleich zu davor. Wenn man in Konkurrenz zueinander steht, teilt man vieles, aber natürlich nicht alles. Es ist schön, von seinem Fundus profitieren zu können.
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