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Nordische Kombination bei Olympia 2018: Deutsches Team holt drittes Gold

Mit Video | Überragendes Triple: Kombinierer holen Gold im Team
Von SID

22/02/2018 um 21:01

Deutschland hat bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang in der Nordischen Kombination auch die dritte und letzte Goldmedaille abgeräumt. Nach den Olympiasiegen von Eric Frenzel und Johannes Rydzek in den Einzelwettbewerben, holte das Duo gemeinsam mit Fabian Rießle und Vinzenz Geiger souverän auch Gold im Team. Silber ging an das Quartett aus Norwegen vor Österreich auf Platz drei.

Auf den letzten Metern eines perfekten Rennens vermasselte Johannes Rydzek ausgerechnet seine Bewerbung als Fahnenträger. Mit der Deutschland-Flagge in der Hand stürmte der Schlussläufer der "Dominierer" dem Ziel und der Goldmedaille im olympischen Staffelrennen entgegen, stolperte kurz über das riesige Tuch - und wäre beinahe noch mit der Nase im Schnee gelandet.

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Video - Unheimlich gut! Deutsche Kombinierer mit Riesenvorsprung zu Gold

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"Das Ding war eben sehr groß und meine Oberarme schon blau. Ich musste mich erstmal sortieren - das mache ich ja nicht jeden Tag", sagte Rydzek lachend. Er hätte beim rauschenden Finale der deutschen Kombinations-Festtage von Pyeongchang aber auch alle Zeit der Welt gehabt.

Mit riesigem Vorsprung triumphierten Rydzek, Eric Frenzel, Fabian Rießle sowie Vinzenz Geiger vor dem Erzrivalen Norwegen und holten das erste olympische Team-Gold seit 30 Jahren. Nach den Olympiasiegen Rydzeks und Frenzels im Einzel ist die Bilanz ein Traum: Drei Rennen, drei Siege - mehr geht nicht! Auf der Bühne des Deutschen Hauses warteten kurz nach Mitternacht die vier Väter der Olympiasieger, um die Sektflaschen für die lange Siegesfeier zu überreichen.

Geschenke für Kinder und Sektdusche

"Das ist ein unfassbarer Tag für uns", sagte Frenzel, der als deutscher Flaggenträger bei der Eröffnungsfeier eine deutliche bessere Figur abgegeben hatte als sein kongenialer Kollege Rydzek - der rein sportlich als Nachfolger Frenzels bei der Schlussfeier in Frage käme. Mit zweimal Gold und einmal Bronze ist der kleine Sachse Frenzel erfolgreichster Kombinierer der Spiele und der 29-Jährige sagte:

"Drei Medaillen, das sind drei Plüschtiger für meine drei Kinder. Auch das ist perfekt."

Zwei Tage nach dem historischen Dreifachsieg von Rydzek, Rießle und Frenzel konnte die Party damit richtig steigen. Frenzel sagte: "Mal schauen, wie nass es bei der Sektdusche diesmal wird. Heute haben wir ja noch eine Flasche mehr." Und nach dem letzten Rennen, der so eindrucksvoll erfüllten olympischen Mission, musste Bundestrainer Hermann Weinbuch auch nicht mehr auf die Bremse treten. Der Meistermacher sagte nach der 49. großen Medaille seiner 22-jährigen Ära:

"Unfassbar, jetzt haben wir wirklich alles gewonnen. Die Jungs waren gigantisch."

Der Team-Olympiasieg hatte seiner riesigen Erfolgssammlung noch gefehlt, ein Jahr vor dem Triumph von Calgary 1988 war Weinbuch als aktiver Sportler zurückgetreten: "Jetzt habe ich mir selber bewiesen, dass ich ziemlich gut bin und Ahnung habe."

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Video - Platz zwei nach dem Springen - Kombinierer greifen nach Gold

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Historischer Vorsprung und Revanche für Sotschi

Und wie verflucht gut: Nach einer beeindruckenden Demonstration seiner Stärke lag der deutsche Vierer 52,7 Sekunden vor Norwegen, Bronze ging an Österreich (+1:07,8). Seit 1994 der aktuelle Teammodus eingeführt wurde, war es der zweitgrößte Vorsprung bei Olympia. Höchst eindrucksvoll gelang damit die Revanche für die Niederlage von Sotschi 2014 gegen die Norweger, die auch die beiden Weltcup-Staffeln des Olympia-Winters gewonnen hatten.

Frenzel, der - ganz untypisch für den zurückhaltenden Überflieger - schon beim letzten Wechsel ausgelassen feierte, als er Rydzek auf die Reise Richtung Happy End schickte, sagte:

"Das hat alles funktioniert, weil jeder genau das getan hat, was er zu tun hatte."

Als haushohe Favoriten waren die deutschen Kombinierer in den Wettkampf gestartet. "Es war nicht einfach, die Mannschaft einzustellen", sagte Weinbuch: "Die Goldmedaille hing doch schon ziemlich groß vor den Augen. Dass man da bei sich bleibt, ist nicht leicht."

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Video - Höhepunkte vom Donnerstag: Goldene Kombinierer, Biathlon-Staffel patzt

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