Nordische Ski-WM 2025: Umstrittene Jury-Entscheidung um Bronze - Österreich um Johannes Lamparter jubelt spät
Update 28/02/2025 um 19:41 GMT+1 Uhr
Die Nordische Ski-WM 2025 in Trondheim hat ihren ersten großen Aufreger. Im Mixed-Staffel-Wettbewerb der Nordischen Kombination gab es unmittelbar nach dem Rennen lange Diskussionen. Grund war der hart geführte Zielsprint zwischen Johannes Lamparter und Ryota Yamamoto, bei dem der Österreicher dem Japaner in die Quere kam und sich mit 0,2 Sekunden Vorsprung über die Ziellinie rettete.
War das fair? Brenzliger Bronze-Kampf zwischen Österreich und Japan
Quelle: Eurosport
Im Ziel warf Lamparter die Arme jubelnd nach oben, in der scheinbaren Gewissheit, seinem Team Bronze bei der Nordischen Ski-WM abgesichert zu haben.
In der Loipe hatte der 23-Jährige zuvor ein großartiges Rennen abgeliefert und 27 Sekunden Rückstand auf den Japaner aufgeholt.
Auf der Zielgeraden zog der Österreicher dann unvermittelt nach rechts und behinderte Yamamoto, der drauf und dran war, zu überholen.
Der Japaner kam kurz aus dem Rhythmus, blieb aber auf den Skiern und holte gar noch einmal auf. Letztlich musste er sich Lamparter um die Winzigkeit von zwei Zehntelsekunden geschlagen geben.
Jury diskutiert mehr als eine Stunde lang
Während sich die Lamparter und seine Teamkollegen im Ziel über die Bronzemedaille freuten, legte Japan Protest ein. Die folgenden Diskussionen mit der Jury um FIS-Renndirektor Lasse Ottesen dauerten mehr als eine Stunde lang an.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/02/28/4103163-83200913-2560-1440.jpg)
Renndirektor begründet Bronze-Entscheid: "Mussten alle Regeln beachten"
Quelle: Eurosport
Nachdem ÖSV-Coach Christoph Bieler und Sportdirektor Mario Stecher auf die Jury eingeredet hatten und auch die beiden Athleten vorsprechen mussten, gab die FIS bekannt: Österreich darf die Medaille behalten, der Protest wird zurückgewiesen.
Rießle staunt über Jury-Entscheidung
"Das hätte ich jetzt nicht gedacht", befand Eurosport-Experte Fabian Rießle, der 2018 Olympiasieger mit dem Team wurde. "Auf der einen Seite ist die Freude nun natürlich riesig nach dem bangen Warten, auf der anderen Seite tut es einem leid für Japan. Sie haben bis zum Schluss gehofft, aber jetzt müssen sie mit der Blechmedaille leben", führte der einstige Weltklasse-Kombinierer aus.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/03/20/image-221ff8c0-c5b5-442b-a359-cdbb8fa510c0-85-2560-1440.jpeg)
Johannes Lamparter und Ryota Yamamoto im Kampf um die Bronzemedaille
Fotocredit: Getty Images
"Es war eine schwierige Entscheidung, wir sind alle Regeln des Regelwerks durchgegangen. Wir mussten alle Details gegen diesen Einspruch prüfen", erklärte Ottesen im Eurosport-Interview.
Ottesen räumt bei Eurosport ein: "Hat zu lange gedauert"
Man habe "festgestellt, dass Johannes Lamparter sich von links nach rechts bewegt hat - aber nicht genug, um ihn zu behindern. Zudem war Japan selbst beteiligt. Yamamoto kann sehen, dass Lamparter in die innere Spur wechselt", erläuterte der Renndirektor.
- Die Nordische Ski-WM in Trondheim live und auf Abruf auf discovery+
"Japan macht nichts falsch, aber wenn die Szene aus allen möglichen Winkeln betrachtet, kann man sehen, dass zuallererst Lamparter vorne läuft. Der Japaner kann sehen, dass Lamparter nach innen zieht. In diesem Fall hätte Yamamoto ebenfalls früher die Spur wechseln können, um nicht behindert zu werden." Ottesen räumte allerdings ein, dass die Szene "am Limit" gewesen sei das Prozedere danach"zu lange gedauert" habe.
Lamparter keiner Schuld bewusst: "Wie in der Formel 1"
Lamparter selbst war sich indes keiner Schuld bewusst: "Ich würde sagen, es ist wie in der Formel 1. Der, der vorne ist, darf sich die Kurve oder Bahn aussuchen. Ich glaube, das war kein Fehler, den ich gemacht habe - hoffe ich. Es war der richtige Moment, das zu machen", so der 23-Jährige.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/02/28/4103117-83199993-2560-1440.jpg)
Deutschland holt Silber in der Mixed-Staffel - Drama um Bronze
Quelle: Eurosport
Den Mannschaften aus Österreich und Japan blieb derweil nichts anderes übrig, als in den Katakomben des Langlaufstadions in Trondheim zu verharren - bis die Jury nach einer Stunde und vier Minuten endlich die Entscheidung verkündete.
Team Japan trägt Entscheid mit Fassung
Team Austria brach in Jubel aus: Stefan Rettenegger, Claudia Purker, Lisa Hirner und Lamparter fielen sich in die Arme. Die Japaner trugen den durchaus umstrittenen Entscheid mit Fassung.
Gold im Mixed-Wettbewerb ging an das bärenstarke Team aus Norwegen. Deutschland mit Julian Schmid, Jenny Nowak, Nathalie Armbruster und Schlussläufer Vinzenz Geiger freuten sich über die Silbermedaille.
Das könnte Dich auch interessieren: Erste DSV-Medaille perfekt: Silber für Freitag am Freitag
/origin-imgresizer.eurosport.com/2025/02/28/4102989-83197433-2560-1440.jpg)
Armbruster hält Deutschland nach Springen auf Medaillenkurs
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung