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Deutscher Bundestag verabschiedet Sportfördergesetz - Deutschland will bei internationalen Wettkämpfen mehr Medaillen
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Update 10/07/2026 um 18:18 GMT+2 Uhr
Der Deutsche Bundestag hat am Freitag das Sportfördergesetz verabschiedet. Damit wird Förderung des Spitzensports erstmalig auf eine gesetzliche Grundlage gestellt, sie soll "effizienter, effektiver und weniger bürokratisch ausgestaltet werden" - nicht zuletzt, um bei internationalen Wettkämpfen wie Olympischen Spielen wieder mehr Medaillen zu gewinnen. Doch einige Fragen sind noch zu klären.
Deutschland hofft auf mehr Medaillen nach Verabschiedung des Sportförderungsgesetz
Fotocredit: Getty Images
Mehr Medaillen per Gesetz - und die am liebsten bei Olympischen Spielen vor der eigenen Haustür. Der Deutsche Bundestag hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause das langerwartete Sportfördergesetz beschlossen. Vorausgegangen war dem Vorhaben der schwarz-roten Koalition eine Dekade an Reformbemühungen rund um den organisierten Sport begleitet von stetigen Enttäuschungen und anhaltendem Abwärtstrend bei internationalen Großereignissen.
Von dem Beschluss, der offiziell den Titel "Gesetz zur Regelung der Förderung des Spitzensports und weiterer Maßnahmen gesamtstaatlicher Bedeutung im Sport sowie zur Errichtung der Spitzensport-Agentur" trägt, erwartet die Regierung nicht weniger als einen "echten Paradigmenwechsel".
Immerhin träumt die Politik gemeinsam mit dem DOSB von Sommerspielen 2036, 2040 oder 2044 in Deutschland - und dafür müssen heute die Weichen gestellt werden.
"Ich bin überzeugt: Dieses neue Kapitel wird ein Erfolgskapitel für den deutschen Spitzensport", sagte Christiane Schenderlein (CDU), Staatsministerin für Sport und Ehrenamt: "Wir stärken die Unabhängigkeit sportfachlicher Entscheidungen, rücken den Leistungsgedanken wieder konsequent in den Mittelpunkt und geben unseren Athletinnen und Athleten eine starke Stimme. Gleichzeitig verankern wir Good Governance und den Schutz vor interpersonaler Gewalt als wesentliche Grundlagen der Spitzensportförderung."
362 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2027
Im Kern wird die Reform getragen von der Gründung einer Spitzensport-Agentur, die möglichst unabhängig über die Verteilung der Mittel - im Bundeshaushalt 2027 sind 362 Millionen Euro angesetzt - entscheiden soll.
Über diese öffentlich-rechtliche Stiftung gab es im Gesetzgebungsverfahren den meisten Streit. Vor allem die Vorstellungen von Politik und vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der an Einfluss verliert, lagen lange auseinander.
DOSB bekommt vier der zehn Sitze
Doch auf der Zielgeraden verfing der Lobbyismus, der DOSB bekam vier der zehn Sitze im mächtigen Stiftungsrat der Agentur. Der Bund hält fünf und den Vorsitz durch das Kanzleramt, die Länder stellen ein Mitglied.
Die Mitsprache des Sports bleibt somit groß, er könnte ein Veto bei den wichtigsten Personalien einlegen: Die beiden Vorstände, die in der Agentur das Sagen haben werden, müssen mit einer Zweidrittelmehrheit bestellt werden.
DOSB nicht komplett zufrieden
Dennoch ist der DOSB nicht vollauf zufrieden mit der Ausgestaltung des Gesetzes. "Mehr Planungssicherheit durch ein klares Finanzierungsbekenntnis des Bundes, mehr Unabhängigkeit der Agentur und mehr Mut beim Bürokratieabbau" wären möglich gewesen, heißt es aus der Verbandszentrale in Frankfurt. Mehr Grund zum Klagen hat allerdings der Verein Athleten Deutschland, der trotz anerkannt seriöser Sportpolitik zuschauen muss.
Ein Sitz im Stiftungsrat ist für die Athletenvertretung des DOSB vorgesehen und nicht für den unabhängigen Verein.
"Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit hinter einer solchen Aufgabe steckt", schreiben die Athleten: "Dafür braucht es hauptamtliche Strukturen." Über die verfügt - auch dank Bundesförderung - die Interessensvertretung, die in ihrer kurzen Geschichte so manchen Impuls im organisierten Sport gesetzt hat.
Verpasste Chance beim Schutz der Athleten?
Das Zentrum für Safe Sport, das von Bund und Ländern am Donnerstag gegründet wurde, geht auf eine Initiative der Athleten zurück. Es soll außerhalb der Strukturen Fälle interpersonaler Gewalt untersuchen und sanktionieren.
Als Fördervoraussetzung für Verbände ist es im Sportfördergesetz, das im Oktober noch durch den Bundesrat muss, nicht verankert. Für einige Beobachter eine verpasste Chance, einen wirksamen Schutz für Athleten zu installieren.
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(SID)
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