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Hamburg stimmt erneut gegen Olympia-Bewerbung - Deutschland bewirbt sich mit München, Berlin oder der Rhein-Ruhr-Region
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Update 31/05/2026 um 21:44 GMT+2 Uhr
Wieder "NOlympia" im hohen Norden: Hamburg hat sich erneut aus dem Rennen um eine deutsche Olympia-Bewerbung verabschiedet. Beim Referendum an der Elbe stand schon vor Auszählung aller abgegeben gültigen Stimmen eine Mehrheit von Nein-Stimmen fest. Im Vorfeld war von einem engen Rennen ausgegangen worden. Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden.
Hamburg stimmt erneut gegen eine Olympia-Bewerbung
Fotocredit: Imago
Aus der Traum für Olympia in Hamburg, ein Kandidat weniger für den DOSB: Die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt haben sich in ihrem Referendum in einer unerwartet deutlichen Entscheidung gegen Olympische und Paralympische Spiele vor ihrer Haustür ausgesprochen - und damit auch der geplanten deutschen Bewerbung einen Schlag verpasst.
Beim Referendum an der Elbe stand schon weit vor Auszählung aller abgegebenen gültigen Stimmen eine Mehrheit von Nein-Stimmen fest, letztlich votierten 54,9 Prozent (357.911 Stimmen) dagegen, die Ablehnung fiel damit noch höher aus als 2015 (51,6). Im Vorfeld war von einem engen Rennen ausgegangen worden.
"Das Votum ist für den Senat verbindlich. Ich habe dem Präsidenten des DOSB, Thomas Weikert, sowie dem Vertreter Deutschlands beim IOC, Michael Mronz, soeben mitgeteilt, dass Hamburg seine Olympia-Bewerbung zurückzieht", sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in einer ersten Reaktion. Er "bedauere das Votum sehr", bedankte sich aber "bei allen, die das Ziel, die Spiele nach Hamburg zu holen, unterstützt haben".
Laura Ludwig, Beachvolleyball-Olympiasiegerin von Rio 2026, sagte dem NDR geknickt: "Es verwundert mich. Ich bin extrem positiv hierher gefahren. Aber wie es auch im Sport war: Niederlagen müssen wir akzeptieren."
Bewebung bereits 2015 gescheitert
Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Otto Fricke erklärte im NDR gefasst: "Für uns ist das ein bisschen frustrierend nach 19 positiven Ergebnissen (Referenden in München, NRW und Kiel), dass Hamburg demokratisch gesagt hat: Nein, bei uns in der Stadt wollen wir das nicht. Aber das gehört dazu. Das ist auch Teil unseres transparenten Verfahrens." International sehe er die Chancen ungebrochen als "recht gut an".
Laut Landeswahlleiter Oliver Rudolf waren 652.193 Stimmen abgegeben worden. Die Beteiligung lag bei 49,5 Prozent, 1.315.800 Menschen ab 16 Jahren waren stimmberechtigt.
Tschentscher hatte vor dem Referendum bei den Hamburgern intensiv für ein "Ja" geworben und auf das nachhaltige Konzept mit kurzen Wegen verwiesen, dennoch entschieden sich die Hamburger erneut gegen die Olympia-Pläne ihrer Stadt.
Bereits im November 2015 war eine Bewerbung der Hansestadt am "Nein" im Referendum gescheitert. Damals allerdings hatte sich der Deutsche Olympische Sportbund bereits auf nationaler Ebene für Hamburg entschieden - diesmal sieht die Lage für den Dachverband etwas positiver aus.
Bewerbung mit München, Berlin oder Rhein-Ruhr-Region
Nach dem Aus der Hansestadt wird sich der DOSB nun mit München, Berlin oder der Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben.
München und NRW erhielten in Referenden großen Zuspruch, in Berlin wurde keine Bürgerbefragung durchgeführt. Die Entscheidung fällt am 26. September im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden.
Kurze Wege und viel Nachhaltigkeit, neben vor allem lediglich temporär errichteten Sportstätten sollten bereits bestehende Hallen und Arenen genutzt werden - so wollte Hamburg punkten.
Viele Experten hielten die Pläne im Vergleich mit der deutschen Konkurrenz auch für besonders aussichtsreich. Doch die Hamburger machten den Olympia-Strategen an der Elbe einen Strich durch die Rechnung.
Organisation hätte 4,8 Milliarden Euro gekostet
Womöglich auch, weil die Bürger der Kosten-Planung nicht wirklich vertrauten. Der Hamburger Senat veranschlagte für das sogenannte Durchführungsbudget mit den Ausgaben für die Organisation der Spiele rund 4,8 Milliarden Euro.
Weitere 1,3 Milliarden Euro sollten in "Zukunftsinvestitionen" im Zusammenhang mit den Wettbewerben fließen, etwa für die Modernisierung von Sportstätten oder den Ausbau der Barrierefreiheit in der Stadt. Im Gegenzug hofften die Verantwortlichen auf Einnahmen in Höhe von 4,9 Milliarden Euro. Doch die Hamburger ließen sich nicht überzeugen.
Mit einem Ergebnis wie bei den Bürgerbefragungen in München (66,4 Prozent Zustimmung) oder in NRW (66,0 Prozent) hatten Tschentscher und Co. vermutlich gar nicht gerechnet, das Nein ist dennoch ein Schock. Und der deutsche Sport hat für seinen Olympia-Traum einen aussichtsreichen Kandidaten weniger.
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(SID)
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Quelle: Eurosport
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