IOC-Präsidentin Kirsty Coventry im Exklusiv-Interview mit Eurosport: "Beides ist gleich cool!"

Als erste Frau führt Kirsty Coventry das IOC als Präsidentin an, Eurosport hat sie nun zum ausführlichen Exklusiv-Interview getroffen. Die Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe spricht darin über ihren historischen Weg an die Spitze, ihre Erinnerungen an den goldenen Moment in Athen 2004, ihre Kindheitsträume und was Schwimm-Exot Eric "the Eel" Moussambani die Welt einst über Mut gelehrt hat.

IOC-Präsidentin Coventry: "Beides ist gleich cool!"

Quelle: Eurosport

"Beides ist gleich cool! "IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat mit ihrer Wahl doppelt Geschichte geschrieben, als erste Frau und als erste Afrikanerin an der Spitze der olympischen Bewegung. Im Exklusiv-Interview, das Eurosport am Samstag, 26. Juli um 22:25 Uhr zeigt, bezeichnet sie beide Meilensteine als gleichwertig: "Ich bin auf beides extrem stolz."
Die 41-Jährige blickt im Gespräch mit Eurosport-Moderator Radzi Chinyanganya über ihren Weg von der jungen Schwimmerin mit großen Träumen bis in ihr neues Amt an der Spitze des IOC. Im März war Coventry als Nachfolgerin von Thomas Bach zur Präsidentin gewählt worden, am 23. Juni übernahm sie die Amtsgeschäfte in Lausanne.
Den ersten Gipfel ihrer sportlichen Laufbahn hatte sie bei Olympia 2004 in Athen erreicht, als sie Gold über 200 Meter Rücken holte - ein Sieg, den sie in Peking 2008 wiederholte. Es waren nicht ihre einzigen Erfolge auf der größten Bühne, sieben der acht Medaillen Simbabwes bei Olympischen Spielen hat sie gewonnen.
"Olympia war immer ein so großer Teil meines Lebens", erinnert sich die zweifache Mutter, "von Barcelona 1992 an, als ich mit neun Jahren am Fernseher saß und meinen Eltern sagte: 'Ich will dort auch hin und für Simbabwe eine Medaille gewinnen' - und sie dachten damals, ich bin ein bisschen verrückt!"
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IOC-Präsidentin Coventry über Eric the Eel, ihren Olympiasieg und Simbabwe

Quelle: Eurosport

Nach ihrer aktiven Karriere bekleidete sie u. a. den Posten als Athletensprecherin im IOC und als Sportministerin in ihrem Heimatland. "Sport ist so viel mehr als nur eine Leidenschaft und etwas, das wir lieben. Ja, mein Leben hat sich verändert - und auch das meiner Familie", blickt sie auf ihre neue Rolle, aber "es hat sich in der besten Art und Weise verändert: Denn jetzt kann ich einer Bewegung dienen und ihr etwas zurückgeben, die mein Leben verändert hat."

Coventrys Olympiasieg brachte Simbabwe auf Landkarte

Für Chinyanganya, dessen Vater aus Simbabwe kommt, hat Coventry das afrikanische Land durch ihren ersten Olympiasieg überhaupt erst auf die Landkarte gebracht. "Das habe ich gespürt, als ich damals gelandet bin", so die damals 21-Jährige, "Social Media und Handys waren 2004 noch nicht so verbreitet und so habe ich erst bei meiner Heimkehr so richtig begriffen, welche gewaltigen Ausmaße das angekommen hatte: Es war Chaos - aber ein unglaubliches, großartiges Chaos."
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Kirsty Coventry wird nach ihrer Rückkehr 2004 in Simbabwe gefeiert

Fotocredit: Getty Images

Mit glänzenden Augen erinnert sich Coventry daran, wie die Fans aufgereiht mit Fahnen an den Straßen zum Flughafen standen und wie das Flugzeug auf der Landebahn früher stoppen musste, weil so viele Menschen auf das Rollfeld strömten.
"Ich weiß noch, wie mich meine Mutter am Telefon vorwarnte - und ich sagte: 'Ich bin eine Schwimmerin, kein Fußballspieler'" - doch ihre Erwartungen wurden weit übertroffen: "Es war so emotional, überall Autos mit der Flagge von Simbabwe und alle waren so stolz!"
Doch auch ihr Olympia-Debüt in Sydney im Jahr 2000 hinterließ besondere Erinnerungen bei der Teenagerin. In Australien war auch Eric Moussambani aus Äquatorialguinea am Start, der als "Eric the Eel" mit seinem Solo im Vorlauf über 100 Meter Freistil als Schwimm-Exot weltweite Aufmerksamkeit erregte.
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OLYMPIC GAMES OG SYDNEY : OnThisDay Moussambani (D+ Bug)

Quelle: Eurosport

"Ich erinnere mich an ihn und dass ich ihn getroffen habe", berichtet Coventry, "beim Einschwimmen waren die ganzen Topnationen mit ihren Massagebänken und Kühlbecken - und daneben wir aus den kleineren Ländern einfach nur mit unseren Rucksäcken."
Der ikonische Auftritt von Moussambani besitzt für Coventry eine symbolische Bedeutung, die weit über jene Spiele hinausging und bis heute ein Beispiel setzte: "Das ist die unglaubliche Stärke der Olympischen Spiele - den Mut zu haben, auf diesen Startblock zu steigen und es zu versuchen: das sendet so viele unglaubliche Botschaften."
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Merci et Adieu, Paris! Das emotionale Ende der Olympischen Spiele

Quelle: Eurosport


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