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Kirsty Coventry zur neuen IOC-Präsidentin gewählt - 41-Jährige aus Simbabwe wird Nachfolgerin von Thomas Bach
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Update 20/03/2025 um 18:01 GMT+1 Uhr
Kirsty Coventry ist zur ersten Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees gewählt worden. Die 41-Jährige aus Simbabwe, zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin, erhielt am Donnerstag bei der 144. IOC-Vollversammlung in Costa Navarino/Griechenland etwas überraschend bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen. Bach scheidet nach zwölf Jahren im Amt aus.
Oficial: Kirsty Coventry, nueva presidenta del COI
Quelle: Eurosport
Thomas Bach verzog keine Miene, als er um 16:25 Uhr den Namen Kirsty Coventry aus dem Umschlag zog - und damit Historisches verkündete: Das Internationale Olympische Komitee wird erstmals in seiner 131-jährigen Geschichte von einer Frau angeführt und zum ersten Mal von einem Menschen, der nicht aus Europa oder den USA stammt.
Für Bach, der Coventry herzlich gratulierte, ist eines aber gewiss noch wichtiger: Das Votum der Mitglieder gleich im ersten Wahlgang für die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin aus Simbabwe unterstreicht, wie groß der Einfluss des 71-Jährigen im elitären Zirkel des IOC ist.
Denn Coventry - 41 Jahre jung, Mutter, Mitglied in Bachs Exekutive - war eindeutig die Favoritin des Deutschen bei der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl.
"Das ist ein außergewöhnlicher Moment. Als neun Jahre altes Mädchen hätte ich nie gedacht, hier zu stehen", sagte Coventry, die zunächst bis 2033 gewählt ist: "Ich hoffe, ich kann Ihnen Zuversicht geben mit dieser Wahl. Danke vom Grund meines Herzens. Vielen Dank für diesen Moment, vielen Dank für diese Ehre."
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Kirsty Coventry jubelt über Gold in Peking 2008
Fotocredit: Getty Images
Mitbewerber Coe und Samaranch geschlagen
Mit dem als Mitfavorit gehandelten Briten Sebastian Coe hatte sich Bach im Lauf der Jahrzehnte entzweit, auch Vizepräsident Juan Antonio Samaranch hatte Pläne mit dem IOC, die von Bachs Kurs deutlich abweichen.
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Der große Moment: Coventry zur IOC-Präsidentin ernannt
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Um Coventry und diese beiden ging es stets im scheinbar kaum vorhersehbaren Dreikampf - der letztlich eine klare Sache war: Coventry holte sich im ersten Wahlgang 49 der 97 Stimmen und damit hauchdünn die absolute Mehrheit, Samaranch folgte mit 28, Coe erhielt nur acht.
Die anderen Bewerber David Lappartient (Frankreich), Prinz Feisal al-Hussein (Jordanien), Johan Eliasch (Großbritannien) und Morinari Watanabe (Japan) waren nie über die Außenseiterrolle hinausgekommen. Keiner von ihnen holte mehr als vier Stimmen.
Bach führt die Geschäfte zwar offiziell noch gut drei Monate weiter, Entscheidungen von Tragweite werden aber an seinem Schreibtisch kaum mehr getroffen.
Am 23. Juni scheidet er nach knapp zwölf Jahren aus dem höchsten Amt im Weltsport aus, er legt auch seine IOC-Mitgliedschaft nieder - Bach ist dann Ehrenpräsident auf Lebenszeit, hierzu wurde er am Mittwoch von den Mitgliedern per Akklamation ernannt und anschließend mit Huldigungen überschüttet.
Coventry und das IOC stehen vor zahlreichen Problemen
Der Fecht-Olympiasieger von 1976, der die Organisation zu einer One-Man-Show machte, hinterlässt nur auf den ersten Blick ein bestelltes Feld. Zwar sind die Spiele bis einschließlich 2034 vergeben, der wichtigste, weil milliardenschwere TV-Vertrag mit dem US-Sender NBA Universal wurde gar erst in der Vorwoche bis 2036 verlängert - doch die Baustellen sind zahlreich.
Welchen Kurs schlägt das IOC mit der Vergabe weiterer Spiele ein? Wie geht Coventry mit dem kaum berechenbaren US-Präsidenten Donald Trump um, der mit Los Angeles Gastgeber der Sommerspiele 2028 ist? Wann und unter welchen Umständen kann Russland nach dem Staatsdopingskandal und angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine in den Weltsport zurückkehren? Wie ist Coventrys Zugang zu den drängenden Themen Transgender und Klimawandel?
Last but not least: Wie kann die Finanzierung sichergestellt werden, nachdem sich zuletzt mehr IOC-Großsponsoren zurückzogen als hinzukamen?
Bach machte sich für Coventry stark
Coventry kann gewiss auf Bachs Rat zurückgreifen, dem von IOC-Vizepräsidentin Nicole Hoevertsz am Mittwoch eine "visionäre Führung" in Zeiten von Krisen und Pandemie attestiert wurde.
Immerhin hatte der gebürtige Würzburger Coventry seit ihrer Aufnahme ins IOC 2013 gefördert und 2021 mit einer individuellen Mitgliedschaft belohnt, die ihr weit über ihre Präsidentschaft hinaus (gemäß IOC-Charta maximal bis 2037) einen Platz im erlesenen Kreis der Mitglieder sichert.
Bach habe auch hinter den Kulissen für Coventry geworben, das erklärten mehrere Mitglieder - natürlich, ohne zitiert werden zu wollen. Coventry dürfte Bachs pragmatischen Kurs fortsetzen, sie muss sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters stellen, denen sich Bach am Ende nicht mehr gewachsen fühlte.
Für ihn ändert sich die Welt nun rasant. "Ich wusste nicht, dass ich schon vor der Wahl zu einer 'lame duck' werde", scherzte Bach am Donnerstagvormittag, als die IOC-Mitglieder bei der 144. Session im griechischen Costa Navarino nach der Kaffeepause nur langsam wieder im Saal Platz nahmen. Wenige Stunden später wurde er tatsächlich zur "lahmen Ente".
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Kirsty Coventry ist neue IOC-Präsidentin
Fotocredit: Getty Images
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Olympia in Deutschland? Bach exklusiv: "Würde mich riesig freuen"
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