Paris 2024: Geflüchtete Spitzensportler leben ihren Olympia-Traum in Deutschland weiter im "Olympic Refugee Team"

Der Streit über die Unterbringungs-Kosten für Schutzsuchende schwelt, die EU verschärft ihr Asylgesetz - doch neun Athleten, die vor Krieg und Verfolgung geflohen sind, haben trotzdem in Deutschland ihr Glück gefunden. Neun Spitzensportler springen, schwimmen und kämpfen rund ein Jahr vor den Olympischen Spielen mit vollem Einsatz, um als Teil des "Olympic Refugee Teams" in Paris dabei zu sein.

Saeid Fazloula

Fotocredit: Getty Images

Die Schwimmer, Leichtathleten, Kanuten, Judoka, Taekwondo-Kämpfer und Gewichtheber gehören zu den Auserwählten, die vom "Refugee Athletes Programme" des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) mit einem Stipendium in Höhe von jeweils 1500 US-Dollar pro Monat ausgestattet wurden.
Weltweit befinden sich derzeit 53 Sportler in dem Programm - doch in keinem Land trainieren mehr geflüchtete Olympia-Anwärter als in Deutschland.
Jeder der Neun, die allesamt aus Syrien oder dem Iran kommen, hat eine herzzerreißende Geschichte von seinem Weg nach Europa zu erzählen.
Doch neben den dramatischen Umständen der zumeist lebensgefährlichen Flucht und den Schwierigkeiten bei der Integration in der neuen Heimat beinhaltet jede Geschichte zumindest für den Moment ein Happy End: Alle leben ihren Traum von Olympia.

Alsalami: "Will unbedingt in Paris dabei sein"

"Sport ist mein Leben", sagt der mittlerweile für den SCC Berlin startende Weit- und Dreispringer Mohammad Amin Alsalami: "Ich will unbedingt in Paris dabei sein."
Dass Alsalami, Mohammad Akkash, Ahmad Alikaj, Kimi Alizadeh, Saeid Fazloula, Yekta Jamali Galeh, Adnan Khankan, Alaa Maso und Kasra Mehdipournejad auf ihren Start beim größten aller Sportfeste hoffen dürfen, haben sie unter anderem der deutschen Gründlichkeit zu verdanken.
"Wir bekommen wöchentlich Mails von Athleten, Vereinen oder Verbänden, die uns auf einen geflüchteten Sportler mit Potenzial aufmerksam machen", berichtet Katrin Grafarend vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).
Sie hat gemeinsam mit ihrer Kollegin Sandra Logemann in diesen Tagen ein Treffen der Stipendiaten in der DOSB-Zentrale in Frankfurt/Main organisiert: "Dann wenden wir uns für Nachfragen an die Fachverbände und kontaktieren das IOC - von dem das grüne Licht für ein Stipendium kommt."
Einen Startplatz für Paris haben die Stipendiaten allerdings noch nicht sicher. Die IOC-Spitze wird am Ende entscheiden, welche Sportler es zu den Spielen 2024 (26. Juli bis 11. August) schaffen.

Flüchtlings-Team wird immer größer

Dabei wird die sportliche Leistungsfähigkeit zwar die Hauptrolle spielen, beleuchtet wird aber auch die Lebensgeschichte jedes Einzelnen. Zwar hat sich das IOC noch nicht auf eine Anzahl festgelegt, das Flüchtlings-Team wird aber sicher wieder größer werden.
Schon in Tokio 2021 (29) waren fast dreimal so viele Flüchtlinge am Start wie 2016 in Rio (10).
Sollten es die Neun aus Deutschland, die fast alle schon Medaillen bei internationalen Wettkämpfen gewonnen haben, nach Paris schaffen, werden sie bei den Spielen wieder ihre Geschichten erzählen.
Es wird um die Balkanroute gehen, um zurückgebliebene Familienangehörige, um Übernachtungen auf Straßen, um den Hauptbahnhof in Budapest, um Auffanglager, fehlenden Visa für Wettkämpfe und finanziellen Nöte.
Erzählt wird aber sicher auch vom olympischen Traum - der trotz allem wahr wurde.
(SID)
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Tokyo 2020 : Taekwondo women -57kg : JADE JONES BEATEN BY KIMIA ALIZADEH IN LAST-16

Quelle: Eurosport

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