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Olympia 2016: Doppel-Olympiasieger Sebastian Brendel trägt bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne
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Publiziert 20/08/2016 um 15:20 GMT+2 Uhr
Doppel-Olympiasieger Sebastian Brendel trägt am Sonntag die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier im Maracana-Stadion. Das gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Samstag in Rio de Janeiro bekannt. "Er ist Doppel-Olympiasieger dieser Spiele und ein Vorbild für alles, was den Sport ausmacht", sagte Chef de Mission Michael Vesper über den Kanuten.
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Brendel (28) gewann in Rio Gold im Canadier-Einer und Zweier. Schon in London 2012 war er Olympiasieger im Einer geworden. Brendel wusste gar nicht, wie ihm geschah, als er von der großen Ehre erfuhr:
Die Begründung der Mannschaftsleitung, die die Entscheidung traf, war so simpel wie einleuchtend. "Er ist Doppel-Olympiasieger dieser Spiele und ein Vorbild für alles, was den Sport ausmacht", sagte der deutsche Chef de Mission Michael Vesper am Samstagmorgen im Deutschen Haus.
Wenige Minuten vorher hatte Brendel auf der Lagoa Rodrigo de Freitas mit seinem Potsdamer Klubkollegen Jan Vandrey im Canadier-Zweier seine Gold-Mission von Rio gekrönt. Schon im Einer war er Olympiasieger geworden - wie in London vor vier Jahren.
Klare Ziel: Tokio 2020
Und das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Dass Brendel bald mehr Zeit für seine Romy und die Kinder Hanna und Edwin hat, ist unwahrscheinlich. Von einem Abschied, den er nach seinem ersten Coup in Rio de Janeiro angedeutet hatte, wollte der 28-Jährige schon vor seiner zweiten Gold-Fahrt nichts mehr wissen. Im Gegenteil: Brendel will bis zu den Sommerspielen 2020 in Tokio weitermachen.
"Man muss schauen, was der Körper, die Familie und die Motivation sagen, aber mein Ziel ist es schon, bis Tokio weiterzumachen", sagte Brendel dem SID. Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) wäre glücklich, seinen Vorzeigeathleten noch lange zu behalten. "Er ist der perfekte Sportler und Mensch", sagte Verbandspräsident Thomas Konietzko: "Wir werden versuchen, Sebastian zu überzeugen, noch vier Jahre weiterzumachen." Großer Überredungskunst bedarf es wohl nicht mehr.
Kritik an Strukturen
Bundespolizist Brendel, der in seiner Jugend auch Fußball gespielt und Karate betrieben hat, hat die Sportart in den vergangenen Jahren durch 18 Goldmedaillen bei Großereignissen geprägt. Er ist dabei stets bescheiden geblieben und hatte auch in den Stunden seiner größten Erfolge immer die Zukunft des deutschen Sports im Blick. "Es werden immer weniger Medaillen, weil in vielen Sportarten der Nachwuchs fehlt. Da muss sich der DOSB Gedanken machen, wie man das ändern kann. Es müssen Maßnahmen ergriffen werden", sagte er nach seiner famosen ersten Goldfahrt am Zuckerhut.
Brendel hat immer über den Tellerrand hinausgeblickt und sich dabei kritisch mit den vorhandenen Strukturen auseinander gesetzt. "Wenn es so weitergeht, ist Kanu in acht Jahren nicht mehr olympisch", sagte er kurz vor seinem Start in Rio in einem "FAZ"-Interview. Das mangelnde Interesse der Öffentlichkeit am Kanusport außerhalb von Olympischen Spielen sei in erster Linie den Wettkampfformaten geschuldet.
In den bestehenden Formaten hat sich Brendel trotz einiger Rückschläge durchgesetzt. Bei den Sommerspielen 2008 wurde ihm noch Andreas Dittmer vorgezogen, bei der WM 2011 im ungarischen Szeged brach nach wenigen Schlägen im Vorlauf ein Paddel.
Doch Brendel hat sich nie unterkriegen lassen. Dieser Kampf, "Mann gegen Mann auf 1000 Metern", sagt er, "das ist faszinierend". Brendel hat ihn meist gewonnen. Am Sonntag erhält er im legendären Maracana nicht nur dafür den ganz besonderen Lohn.
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