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Vladyslav Heraskevych denkt an Abkehr vom IOC - Ukrainer fordert in Russland-Debatte mehr als nur einen Boykott
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Publiziert 24/02/2023 um 11:08 GMT+1 Uhr
Für den Fall der Wiederzulassung russischer Athletinnen und Athleten hofft der ukrainische Skeletoni Vladyslav Heraskevych auf eine Abkehr der Sportgemeinschaft vom Internationalen Olympischen Komitee. "Wir würden nicht bloß boykottieren", sagte er dem "SID". "Wir würden alternative Wettkämpfe entwickeln, damit Athleten nicht unter dem Boykott leiden müssen."
Vladyslav Heraskevych
Fotocredit: Getty Images
"Vielleicht wird das ein historischer Moment, in dem das IOC aufhört zu existieren. Die Geschichte wird es zeigen", führte der 24-Jährige weiter aus.
Auch am ersten Jahrestag des Angriffskrieges auf die Ukraine am Freitag hofft Heraskevych aber noch auf ein Umdenken bei der Weltregierung des Sports.
In erster Linie gelte es, "gesunden Menschenverstand in die Entscheidungen des IOC zurückzubringen", sagte Heraskevych.
"Wir wollen keinen Boykott. Aber wir werden dazu gezwungen, wenn russische und belarussische Athleten teilnehmen dürfen." Der ukrainische Sport könne "nicht ignorieren, was in unserer Heimat passiert. Wir können bei Wettkämpfen nicht denen Solidarität und Respekt zeigen, die Teil der russischen Propaganda sind."
IOC-Entscheidung in Russland-Debatte noch nicht gefallen
Heraskevych hatte bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking - kurz vor dem russischen Angriff - mit einem öffentlichen Appell für den Frieden großes Aufsehen erregt. In der Folge setzte er sich für Spendensammlungen und den Transport von Hilfsgütern ein, der weitere Ausschluss von Russen und Russinnen aus dem Weltsport ist Heraskevych ein großes Anliegen.
Das IOC hatte zuletzt erklärt, einen "Weg" zu prüfen, um russischen und belarussischen Athletinnen und Athleten eine Teilnahme unter neutraler Flagge zu ermöglichen.
Eine Entscheidung gebe es noch nicht. Das IOC verweist dabei unter anderem auf eine Bewertung durch den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, zwei Sonderberichterstatterinnen hatten einen Ausschluss als höchst problematisch eingestuft. Es gibt allerdings erheblichen Gegenwind aus der Politik. So hatten die Regierungen von 34 Nationen das IOC zuletzt aufgefordert, in dieser Sache den Begriff der "Neutralität" zu klären.
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(SID)
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