Erste russische Goldmedaille bei den Paralympischen Winterspielen seit umstrittener Wiederzulassung: Worontschichina holt Sieg im Super-G

Russland gewinnt seine erste Goldmedaille bei den Paralympischen Winterspielen. Das deutsche Team muss eine Enttäuschung verkraften. Als die Hymne ertönte, ließ Warwara Worontschichina ihren Emotionen freien Lauf. Immer wieder wischte sich die Russin bei der Siegerehrung die Tränen aus den Augen, während vor dem traumhaften Bergpanorama von Cortina d'Ampezzo die weiß-rot-blaue Flagge wehte.

Das Feuer brennt: Paralympische Winterspiele sind eröffnet

Quelle: Eurosport

An einem enttäuschenden Tag für das Team D um die ausgeschiedene Anna-Lena Forster feierte die Kriegsnation ihre erste Goldmedaille bei den Paralympischen Winterspielen nach der umstrittenen Wiederzulassung.
"Es ist wirklich etwas Besonderes für mich. Noch verstehe ich nicht, was passiert ist. Es ist unglaublich", sagte die alpine Skirennfahrerin Worontschichina nach dem ersten russischen Triumph unter eigener Flagge seit Sotschi 2014. Sie genieße "großen Rückhalt in meiner Familie, bei meinen Freunden und bei allen Leuten in Russland". Sportminister Michail Degtjarjow gratulierte umgehend via Telegram und war stolz darauf, "dass die russische Hymne wieder gespielt wird".
Die 23 Jahre alte Worontschichina aus dem ostsibirischen Baikalst düpierte im Super-G der stehenden Klasse die Konkurrenz um die schwedische Dominatorin Ebba Arsjö. Bei der kurzen Gold-Zeremonie gab es keine Pfiffe, sondern eher freundlichen Applaus.
Es sei "ein Ergebnis, das wir uns alle so nicht gewünscht haben mit der Situation momentan. Aber man muss aus sportlicher Sicht ganz klar sagen, dass Warwara die beste Fahrt hingelegt hat. Sie hat es sich verdient, es ist halt so", sagte Andrea Rothfuss, die auf einen starken vierten Platz fuhr.

Russland gewinnt vor Frankreich und Schweden

Mit ihrer Zeit von 1:15,60 Minuten lag Worontschichina deutlich vor der Französin Aurelie Richard (+1,96 Sekunden) und Weltmeisterin Arsjö (+2,04), die seit Ende 2022 im Super-G ungeschlagen war. Rothfuss folgte mit 3,35 Sekunden Rückstand.
Abfahrtssiegerin Forster schied in der sitzenden Klasse dagegen unglücklich aus. "Ich war überrascht über den weiten Sprung. Damit habe ich nicht gerechnet. So hatte ich keine Chance mehr, irgendwie das nächste Tor noch zu kriegen", sagte die deutsche Fahnenträgerin. Eine weitere Medaille kam auch für die Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) am Montag nicht dazu: Das Team D steht weiter bei sieben Mal Edelmetall.
Gold holte Forsters Weltcup-Rivalin Audrey Pascual Seco. Die Spanierin siegte in 1:17,82 Minuten vor Peking-Siegerin Momoka Muraoka aus Japan (+6,32 Sekunden) und Liu Sitong aus China (+7,09). In der Abfahrt am ersten Tag der Wettbewerbe hatte Forster Pascual Seco noch um fünf Hundertstel geschlagen.
Am Dienstag hat Forster in der Super-Kombination (ab 9.00 Uhr) bereits die Chance auf Wiedergutmachung. Anschließend folgen noch der Riesenslalom und ihre Lieblingsdisziplin Slalom.

Sechs Wildcards für russische Athletinnen und Athleten

Dann rechnen sich auch die Russen wieder Chancen aus. "Wir haben lange auf diese Medaille gewartet", sagte Pawel Roschkow dem SID: "Wir freuen uns für unser Land." Es sei der Beginn von etwas Großem, fügte der Präsident des Russischen Paralympischen Komitees (RPC) an. Dass "Sportler wegen der Politik bestraft werden, ist falsch".
Schon am Samstag hatten Worontschichina und ihr alpiner Teamkollege Alexej Bugajew jeweils Bronze gewonnen. Es waren die ersten Medaillen für Russland unter eigener Flagge seit den Heimspielen in Sotschi 2014. Seitdem war die russische Fahne wegen des Dopingskandals und des Angriffskrieges in der Ukraine aus dem Sport verbannt gewesen.
Nach der von der Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) beschlossenen Wiederzulassung hatten russische Athletinnen und Athleten insgesamt sechs Wildcards erhalten.
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(SID)
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Erste deutsche Goldmedaille: Forster triumphiert

Quelle: Eurosport


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