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Marcel Kittels perfekter Neustart: "Selbstvertrauen tausend Mal größer"
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Publiziert 07/02/2016 um 16:40 GMT+1 Uhr
So breit war die Brust von Marcel Kittel schon lange nicht mehr. "Mein Selbstvertrauen ist tausend Mal größer als letztes Jahr, ich bin unglaublich stolz", sagte der Thüringer Radprofi nach seinem Gesamtsieg bei der Dubai Tour, der den perfekten Saisoneinstand für sein neues Team Etixx-Quick Step krönte.
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Aus der "Hand Gottes", der des großen Diego Armando Maradona, gab es dafür bei der Siegerehrung Glückwünsche und einen Blumenstrauß. "Vielleicht habe ich ein paar Fußball-Gene abbekommen", scherzte Kittel, für den der Erfolg aber nicht wegen der Umarmung mit der Fußball-Legende so große Bedeutung hatte, sondern deshalb, weil es für ihn eine Art Wiedergeburt war. "2016 ist ein neues Kapitel für mich, und es ist großartig, so zu beginnen", sagte der 27-Jährige, der zuletzt im Mai 2013 eine Mehretappenfahrt gewonnen hatte.
"Nicht der Alte, sondern besser"
Erkrankungen und mannschaftsinterne Probleme bei Giant-Alpecin, gipfelnd in Kittels Ausbootung für die Tour de France, hatten die vergangene Saison durchweg belastet, es war schlicht ein Seuchenjahr für den gebürtigen Arnstädter. Der Neustart ist für Kittel deshalb rundum belebend. "Ich glaube, Marcel ist nicht der Alte, sondern sogar besser", sagte sein Manager Jörg Werner am Sonntag dem "SID", schränkte aber ein: "Im Sport ist alles eine Momentaufnahme, es wird Rückschläge geben in diesem Jahr."
Auch Kittel bemühte sich, den Erfolg bei der sprinterfreundlichen viertägigen Rundfahrt zu relativieren. "Wir sollten die Ruhe bewahren. Es ist erst Anfang Februar, und die Saison dauert bis Oktober. Die echten Herausforderungen kommen noch", sagte er, und verwies damit auf den Giro d'Italia im Mai, die Tour de France im Juli und die WM im Oktober in Katar.
Der Einstand in Dubai, der ihm eigentlich nur dazu diente, Harmonie mit seinen neuen Helfern zu entwickeln, zeigte aber zumindest, dass Kittel mit den hohen Erwartungen an seine Comeback-Saison gut umgehen kann. Die beiden Sprintsiege auf dem ersten und letzten Teilstück waren beeindruckend, zumal er dabei seinen britischen Kontrahenten Mark Cavendish (Dimension Data) souverän beherrschte.
Geradezu verblüffend war zudem die Leistung auf der Etappe zum Hatta Dam, als er am kurzen, aber giftigen Schlussanstieg den Kontakt zur Spitze hielt. "Ich glaube, dass Marcel noch viel mehr kann, als er bisher gezeigt hat. Das war schon eine neue Qualität", sagte Werner, und so könnte für Kittel auch das Klassiker-Terrain in absehbarer Zeit ein Thema werden. In dieser Saison ist ein Start bei Frühjahrsrennen wie Mailand-Sanremo allerdings nicht geplant.
Die bislang schwierigste Phase seiner Karriere ist für Kittel in jedem Fall vergessen. Der achtmalige Tour-Etappensieger sprüht wieder vor Optimismus. "Ich bin sehr, sehr glücklich. Ich habe von diesem Moment geträumt", sagte er. Weitere könnten folgen, als nächstes bei der Algarve-Rundfahrt in Portugal (17. bis 21. Februar).
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