Rad-EM in Frankreich: Tadej Pogacar trifft auf Jonas Vingegaard und Remco Evenepoel zum großen Showdown der Stars

Tadej Pogacar gegen Jonas Vingegaard gegen Remco Evenepoel - bei den Europameisterschaften in den französischen Regionen Drôme und Ardèche treffen die größten Namen der Radsportwelt aufeinander - das passiert sonst höchstens bei der Tour de France, nie aber bei Eintagesrennen. Die sehr hügelige Strecke kommt allen Dreien entgegen - und die Konkurrenz aus der sogenannten "zweiten Reihe" ist groß.

Evenepoel nach Gold-Coup bei EM: "Am Anfang gab es viele Zweifel"

Quelle: Eurosport

Das letzte Mal, dass alle drei beim gleichen Eintagesrennen am Start standen, war der Fléche Walonne 2022. Von einer "Big Three" konnte man damals kaum sprechen - und es zeigte sich auch im Ergebnis. Keiner von ihnen gewann das Rennen, der Preis ging an Dylan Teuns.
Pogacar war zwar zweifacher Tour-Champion, aber es war zumindest keine Sensation, dass er "nur" Zwölfter an der Mauer von Huy wurde. Evenepoel wurde 43., Vingegaard beendete das Rennen nicht.
Die Vorzeichen vor der Europameisterschaft (Sonntag ab 11:35 Uhr auf discovery+) sind natürlich vollkommen andere. Alle drei sind Grand-Tour-Sieger und haben ihren Trophäenschrank ordentlich gefüllt - einen EM-Titel kann aber noch keiner von ihnen vorweisen.
Oft waren die EM-Strecken in den vergangenen Jahren eine Angelegenheit für Sprinter - die 10. Austragung ist "endlich" ein Rennen für die Bergspezialisten. Und die anspruchsvolle Strecke lockt eine eindrucksvolle Startliste an, die weit über die drei größten Namen hinausgeht.
"Die EM ist angesichts des Starterfelds im Grunde die WM hoch drei", sagte Eurosport-Experte Jens Voigt mit Blick auf die Aufgebote. "Vingegaard, Evenepoel und Pogacar - in der Spitze ist die EM tatsächlich besser besetzt als die WM, wenn man noch Fahrer wie Juan Ayuso, Joao Almeida und Mads Pedersen dazurechnet, obwohl die Südamerikaner, US-Amerikaner und Australier natürlich fehlen. Also ein echtes Highlight und ein Schmankerl für die Fans."
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Bei der EM in Frankreich kommt es zum Duell der Superstars Remco Evenepoel, Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard

Fotocredit: Getty Images

Die Strecke: Giftiges Finale und viele Anstiege

Eine "WM hoch drei" ist dieser Kurs in den südfranzösischen Departments Drome und Ardeche nicht - um mit der Strecke in Kigali mitzuhalten, fehlen rund 70 Kilometer und 2000 Höhenmeter. Ein wenig vergleichbar sind die Rennen trotzdem: Der dreimal zu bewältigende Anstieg von Saint-Romain-de-Lerps ist von seinen Zahlen her durchaus mit dem Mount Kigali zu vergleichen.
Insgesamt sechsmal ist die Cote du Val d'Enfer zu bewältigen. Diese ist mit 1,7 Kilometern Länge zwar kurz, aber mit fast zehn Prozent Durchschnittssteigung sehr steil. Dreimal steht sie auf der Schlussrunde auf dem Programm und dürfte über das Rennen entscheiden.
Das Profil der Straßenrad-EM in Frankreich

Das Profil der Straßenrad-EM in Frankreich

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Wenn nicht Pogacar wie bei der WM die Entscheidung schon mehr als 100 Kilometer vor dem Ziel sucht - das ist aber unwahrscheinlich. Mit 202,5 Kilometern ist die Strecke der Kontinental-Meisterschaft deutlich kürzer und weist weniger Höhenmeter auf. Das verspricht einen offeneren Kampf um den Sieg. Zumindest könnte verhindert werden, dass nur 30 Fahrer das Ziel erreichen und zudem fast ausschließlich Einzelkämpfer ins Ziel kommen.

Die Teamstärke: Vorteil Evenepoel?

Darüber werden am Ende die Fahrer selbst entscheiden - und ihre Teamtaktik. Zwischen den Nationalteams der Topfavoriten gibt es einige Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Belgien, Slowenien und Dänemark stellen mit jeweils acht Fahrern das Maximal-Kontingent für die EM. Das gilt ansonsten nur noch für Italien und Frankreich.
Belgien und Slowenien sind wie schon bei der WM komplett auf den jeweiligen Kapitän ausgerichtet. Evenepoel muss zwar nach seinem Sturz in Kigali auf Ilan van Wilder verzichten, hat aber sieben starke Bergfahrer und Klassiker-Spezialisten an seiner Seite. Mit seinem künftigen Red Bull-Bora-hansgrohe-Teamkollegen Maxim van Gils steht auch ein Plan B im Aufgebot, der zudem möglichst lange an der Seite des Doppelolympiasiegers bleiben sollte.
Der Anstieg auf der Schlussrunde von Val d'Enfer

Der Anstieg auf der Schlussrunde von Val d'Enfer

Fotocredit: From Official Website

Das slowenische Aufgebot liest sich hinter Pogacar weniger prominent. Primoz Roglic verzichtet nach der WM auf die Titelkämpfe in Frankreich, einen weiteren Bergspezialisten sucht man im Team eher vergeblich.
Ganz anders sieht es bei den Dänen aus, wo angesichts der durchwachsenen Eintagesrennen-Bilanz von Vingegaard nicht einmal klar ist, ob er der uneingeschränkte Kapitän des Teams ist. An seiner Seite steht Mattias Skjelmose, der zuletzt Vierter in Kigali wurde, der selbst berechtigte Ansprüche auf eine Medaille stellen könnte. Der als "Edelhelfer" eingeplante Mads Pedersen verpasst das Straßenrennen krankheitsbedingt. Das Rennen dürfte für den Top-Allrounder trotzdem ein wenig zu höhenmeterreich sein.
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Highlights: Evenepoel zeigt Ganna und Co. im Zeitfahren die Grenzen auf

Quelle: Eurosport

Die Top-Favoriten: Mehr als die "Big Three"

"Ich träume davon, auch in Eintagesrennen zu performen", sagte Vingegaard vor der EM. "Wenn ich in den vergangenen Jahren da selten angetreten bin, liegt das daran, dass ich noch nicht herausgefunden habe, wie ich da wirklich performen kann."
Unter den 42 Siegen des 28-Jährigen findet sich genau ein einziger bei einem Eintages-Rennen: die Drome Classic 2022. Dieses Rennen findet praktischerweise exakt in der Region statt, in der auch die Europameisterschaften ausgetragen werden. Vielleicht ein gutes Omen für den frischgebackenen Vuelta-Sieger, der auf zahlreiche Konkurrenten dieses Jahres trifft.
"Es ist das größte Ziel meines gesamten Herbstes, noch vor der Weltmeisterschaft", sagte auch Evenepoel, der im Zeitfahren - wie schon bei der WM - eindrucksvoll vorgelegt hat. Der Topfavorit heißt aber trotzdem Tadej Pogacar. Der Vorteil für die Konkurrenz des Dominators könnte sein, dass der späte Saisonhöhepunkt des Slowenen eher bei der WM in Kigali lag. Ein EM-Rennen hat allerdings auch Pogacar noch nicht gewonnen.
Neben den "Big Three" rechnen sich auch Pogacars UAE-Teamkollegen Juan Ayuso und Joao Almeida gute Chancen auf Edelmetall aus, dazu kommen Paul Seixas und Romain Gregoire auf Seiten der Gastgeber. Und die Deutschen? Wie in Ruanda kommt ihnen eher eine Außenseiter-Rolle zu. Lennard Kämna und Georg Zimmermann führen German Cycling in Südfrankreich an.
Auf dem hügeligen Kurs richten sich alle Augen auf das seltene Duell des Tour-Podiums von 2025: Pogacar vs. Vingegaard vs. Evenepoel.
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Highlights: Pogacar nach Mega-Solo erneut Weltmeister

Quelle: Eurosport


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