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Giro d'Italia 2018: Chris Froome greift das GrandTour-Triple an - der Favoriten-Check
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Publiziert 03/05/2018 um 20:28 GMT+2 Uhr
Zwar stehen beim Giro d'Italia mit Titelverteidiger Tom Dumoulin und Tour-de-France- und Vuelta-Gewinner Chris Froome die beiden GrandTour-Sieger 2017 am Start. Doch einen eindeutigen Favoriten gibt es für die am Freitag in Jerusalem beginnende 101. Austragung der Italien-Rundfahrt nicht. Auch Fabio Aru, Miguel Angel Lopez und Simon Yates rechnen sich gute Chancen aus. Der Favoriten-Check.
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Chris Froome (Sky):
Wenn der Brite eine dreiwöchige Rundfahrt in Angriff nimmt, dann zählt er auch automatisch zu den Favoriten auf den Gesamtsieg. Und nach seinen letztjährigen Siegen bei der Tour und der Vuelta will Froome nun das GrandTour-Triple perfekt machen.
Allerdings lief die Vorbereitung auf den Giro längst nicht so reibungslos wie in den Vorjahren. Der 31-Jährige konnte in den drei Rundfahrten, die er bisher bestritt, keine einzige Podiumsplatzierung erzielen. Immerhin zeigte Froome bei der Tour of the Alps als Vierter ansteigende Form.
Die Strecke mit insgesamt 45 Zeitfahrkilometern und zahlreichen Bergankünften dürfte ganz nach dem Geschmack des Sky-Kapitäns sein, der zudem mit Wout Poels, Carlos De La Cruz, Sergio Henao, Salvatore Puccio und Christian Knees erstklassige Helfer an seiner Seite weiß.
Abzuwarten bleibt, wie frei Froomes Kopf ist. Noch immer gibt es keine Entscheidung in der Frage seines positiven Salbutamol-Tests von der Vuelta 2017.
Tom Dumoulin (Sunweb):
Als Titelverteidiger zählt der Niederländer auch bei der 101. Austragung zum Favoritenkreis. Allerdings konnte der 27-Jährige in dieser Saison - auch aus gesundheitlichen Gründen - ähnlich wie Froome noch nicht so recht in Erscheinung treten. Immerhin: Zuletzt zeigte Dumoulin mit Rang 15 bei Lüttich-Bastogne-Lüttich Aufwärtstrend.
Mit nur zwölf Renntagen geht der Sunweb-Kapitän zudem ausgeruht ins Rennen. Ganz nach Dumoulins Geschmack dürften die insgesamt 45 Kilometer Einzelzeitfahren sein. An den zahlreichen Bergankünften wird der Zeitfahrweltmeister allerdings zu kämpfen haben.
Wie im letzten Jahr hat Dumoulin zudem nicht die stärkste Mannschaft um sich. Aber das hat ihn schon im Vorjahr nicht vom Gesamtsieg abgehalten. Mit Laurens ten Dam und Sam Oomen kann Dumoulin zumindest auf zwei Bergfahrer bauen.
Fabio Aru (UAE Team Emirates):
Nach seinem Vuelta-Sieg 2015 will Aru nun auch in seiner Heimat ganz oben auf dem Treppchen stehen, nachdem er 2014 und 2015 bereits Dritter und Zweiter geworden war. Allerdings wird sich der 27-Jährige noch deutlich steigern müssen. Immerhin zeigte Aru sich zuletzt als Sechster der Tour of the Alps mehr als nur konkurrenzfähig.
Am Berg wird der kleine Sarde wieder zu den Stärksten zählen, allerdings werden ihm die beiden Einzelzeitfahren einiges an Zeit kosten. Von seinem Team wird Aru wohl nur bedingt wirkunsgvolle Unterstützung erwarten können. Von John Darwin Atapuma abgesehen findet man im UAE-Aufgebot keine erstklassigen Helfer für das Hochgebirge .
Miguel Angel Lopez (Astana):
Der Kolumbianer wusste in diesem Frühjahr bei fast jeder Gelegenheit zu glänzen. Lopez gewann Etappen der Oman-Rundfahrt und der Tour of the Alps. Beide Rundfahrten und dazu die Abu Dhabi Tour konnte er auf dem Podium beenden.
Einzig bei Tirreno - Adritatico lief es nicht ganz so rund beim 24-Jährigen. Allerdings hat Lopez bereits 24 Renntage in den Beinen, mehr als jeder andere der Favoriten. Das könnte sich gerade gegen Ende der Rundfahrt negativ auswirken.
In den Zeitfahren wird der Astana-Kapitän sicherlich Zeit liegen lassen, dafür wird Lopez bei den zahlreichen Bergetappen seine Stärken als Kletterer voll ausspielen können. Hinzu kommt, dass Lopez mit Luis Leon Sanchez, Pello Bilbao, Tanel Kangert, Alexey Lutsenko und Jan Hirt eine Helferriege an seiner Seite weiß, die es auch mit Team Sky aufnehmen kann.
Seine erste GrandTour absolvierte der Giro-Debütant bei der Vuelta 2017, die er auf Rang acht abschloss. Zwar reichte es nicht zum Podium, dafür aber zu zwei Etappensiegen.
Thibaut Pinot (Groupama-FDJ):
Spätestens seit sienem Gesamtsieg bei der Tour of the Alps ist der Franzose mehr als nur ein Geheimfavorit auf das Rosa Trikot. Pinot reist ausgesprochen selbstbewusst und mit starken Helfern wie Steve Morabito, Sebastien Reichenbach und Georg Preidler nach Jerusalem zum Giro-Start.
Am Berg kann der 27-Jährige mit den Besten mithalten und auch in den Zeitfahren muss Pinot nur wenige Konkurrenten fürchten. Deshalb ist eine Verbesserung des letztjährigen vierten Gesamtrangs gut möglich.
Simon Yates (Mitchelton-Scott):
Auch wenn der australische Rennstall mit Esteban Chaves und Mikel Nieve noch weitere starke Rundfahrer im Aufgebot hat, so dürfte der Brite die größten Erfolgschancen haben. Yates konnte mit dem zweiten Gesamtrang bei Paris - Nizza und als Vierter der Katalonien-Rundfahrt, wo er jeweils auch eine Etappe gewann, vollauf überzeugen.
Allerdings bestritt der 25-Jährige seit sechs Wochen keine Rennen mehr, so dass hinter seiner Form zumindest ein kleines Fragezeichen steht.
Neben Nieve und Chaves gelten auch noch Jack Haig und Roman Kreuziger als bergfeste Fahrer, auf die Yates bauen kann. Nachdem er in den vergangenen Jahren schon bei der Tour und der Vuelta in die Top Ten fuhr, ist bei seiner Giro-Premiere deutlich mehr möglich.
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