Giro d’Italia: Traumszenario für Mitchelton-Scott am Ätna

Solch ein Traumszenario wünscht sich jedes Team: Mitchelton-Scott holte sich per Doppelschlag auf der 6. Etappe des Giro d’Italia sowohl den Tagessieg als auch das Rosa Trikot. Tagessieger Esteban Chaves konnte es kaum glauben: "Das ist der bestmögliche Start in den Giro. Wir wussten, dass die Etappe hart werden würde und wollten vorne dabei sein."

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Fotocredit: Eurosport

Chaves sicherte sich nach 169 Kilometern von Caltanissetta zur Bergankunft am Ätna die Etappe, Yates fuhr auf den letzten Metern noch an seinen Teamkollegen heran, begnügte sich aber mit Platz zwei und dem Leadertrikot.
Die Favoritengruppe kam, angeführt von Thibaut Pinot (Groupama-FDJ), 26 Sekunden später ins Ziel.

Chaves führt in Bergwertung

"Ich war in der Fluchtgruppe mit Jack Haig und muss mich bei ihm für die Arbeit bedanken. Am Ende gewinne ich und Yates bekommt die Maglia Rosa. Wie unglaublich ist das?", freute sich Chaves im Ziel. Der 28-Jährige übernahm auch gleichzeitig die Führung in der Bergwertung. Für Chaves war es der vierte Tageserfolg bei einer Grand Tour.
Nach umkämpftem Etappenbeginn setzte sich nach rund 50 Kilometern eine starke Spitzengruppe ab. Darunter befand sich auch das Mitchelton-Scott-Duo Chaves und Jack Haig. Insbesondere Haig leistete im Anstieg viel Arbeit und brachte damit die erfolgreiche Teamtaktik der australischen Equipe auf den Weg.
Zehn Kilometer vor dem Ziel zersprengten einige Attacken jedoch das Gruppengefüge. Mehrfach traten dabei Henao und Giulio Ciccone (Bardiani-CSF) in Erscheinung, der entscheidende Vorstoß gelang schließlich aber Chaves fünf Kilometer vor dem Ziel.
Während seine restlichen Begleiter nach und nach zurückfielen, behauptete sich der kleine Südamerikaner bis zum Ziel vorne.

Yates überlässt Chaves den Sieg

Unter den Favoriten kam es hingegen lange Zeit nur zu zaghaften Muskelspielchen. Den besten Antritt legte Domenico Pozzovivo (Bahrain-Merida) drei Kilometer vor dem Ziel hin, mit dem er letztendlich eine Gruppe von neun Fahrer initiierte: mit Tom Dumoulin (Sunweb), George Bennett (LottoNL-Jumbo), Thibaut Pinot (FDJ), Miguel Angel Lopez (Astana), Simon Yates (Mitchelton-Scott), Richard Carapaz (Movistar), Fabio Aru (Team UAE) und Chris Froome (Sky) waren fast alle Favoriten dabei.
Seinen Platz an der Spitze der Gesamtwertung übernahm Yates, der rund 1,5 Kilometer vor dem Ziel den Konkurrten wegsprang. Auf den letzten 500 Metern fuhr der 25-Jährige sogar noch zu seinem Teamkollegen Chaves auf, überließ diesem am Ende jedoch den Etappensieg. Für den Briten gab es als Entschädigung das Maglia Rosa.

"Etappenstart war verrückt"

Auf die Frage, ob der der Rennausgang taktisch geplant war, erwiderte Yates: "Nein, überhaupt nicht. Der Etappenstart war verrückt. Viele Attacken und plötzlich war Esteban vorne dabei. Das erleichterte uns die Arbeit im Feld und wir konnten Energie sparen. Am Ende ging es dann perfekt auf." Zu seiner Attacke kurz vor dem Ziel erklärte er:
Yates ist nach Mark Cavendish, Bradley Wiggins und David Millar der vierte Brite, der die Italien-Rundfahrt anführt.
Morgen geht der Giro mit einer Flachetappe über 159 Kilometern von Pizzo nach Praia a Mare weiter.
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