Giro d'Italia 2023 - Lennard Kämna als deutscher Hoffnungsträger zur Rundfahrt: "Formkurve passt"

Die deutschen Radprofis erleben bislang eine enttäuschende Saison. Vor dem Giro d'Italia ruhen die Hoffnungen nun vor allem auf Lennard Kämna. "Seine Vorbereitung ist ideal verlaufen", sagte Ralph Denk, Teammanager bei Bora-hansgrohe. Erstmals fährt der 26-Jährige als Kapitän zu einer der drei großen Rundfahrten. 2022 sorgte er am Ätna für ein deutsches Highlight. Folgt nun das nächste?

"Formkurve passt": Deutscher Radsport hofft auf Kämna

Fotocredit: Getty Images

Auf Lennard Kämnas schmalen Schultern ruht in den kommenden Wochen eine ungewohnte Last. Beim Giro d'Italia, der am Samstag in Fossacesia beginnt, geht der wohl talentierteste Radprofi des Landes erstmals mit vorsichtigen Ambitionen in der Gesamtwertung an den Start einer dreiwöchigen Landesrundfahrt. Und der deutsche Radsport lechzt nach prestigeträchtigen Erfolgen.
"Seine Vorbereitung ist ideal verlaufen", sagt Ralph Denk, Teammanager bei Kämnas Bora-hansgrohe-Rennstall, im "kicker" und führt aus: "Die Formkurve passt, wie sein Etappensieg unlängst bei der Tour of the Alps gezeigt hat." Damals, Mitte April, hatte Kämna für einen der wenigen Lichtblicke gesorgt, in einer Saison, die aus deutscher Sicht ansonsten bislang ernüchternd verlaufen ist.
So auch am vergangenen Montag bei Eschborn-Frankfurt, dem wichtigsten Rennen auf deutschem Asphalt, als es zum wiederholten Mal nicht für ganz vorne reichte. Beim Sieg des Dänen Sören Kragh Andersen fuhr Georg Steinhauser als bester Deutscher auf Rang sechs - Lokalmatador John Degenkolb rollte als 18. ins Ziel. "Heute habe ich richtig gelitten. Am Ende war ich komplett tot", sagte Degenkolb im "hr".
An Ostern noch hatte der 34-Jährige bei seinem Lieblingsrennen Paris-Roubaix eine starke Leistung gezeigt, war dann aber im dramatischen Finale gestürzt. Er steht damit symbolisch für die deutsche Profi-Riege im Jahr 2023, für die unter anderem bei den Frühjahrsklassikern nichts zu holen war. In der Nationenwertung der Weltrangliste liegt Deutschland aktuell nur auf dem 14. Rang.

Buchmann fährt der Topform hinterher

Die zahlreichen Erfolge der jüngeren Vergangenheit, sie verblassen mehr und mehr - auch weil ein absoluter Spitzenfahrer derzeit nicht in Sicht ist. Die Weltklassesprinter Andre Greipel und Marcel Kittel, die insgesamt 25 Tour-Etappensiege feierten? Inzwischen Radsport-Rentner. Kletterspezialist und Tour-Vierter von 2019 Emanuel Buchmann? Fährt seiner Topform weit hinterher. Die Klassikerfahrer Nils Politt und Degenkolb? Zuletzt nur noch phasenweise in der Weltspitze konkurrenzfähig.
Somit liegt der Fokus nun verstärkt auf dem 26 Jahre alten Kämna, der 2022 mit seinem Triumph auf dem Ätna für ein Giro-Highlight gesorgt hatte und in diesem Jahr (6. bis 28. Mai live und on-demand bei discovery+) erstmals nicht mehr nur auf Etappenjagd gehen soll. Als Co-Kapitän von Teamkollege Alexander Vlasov kämpft er um eine Topplatzierung in der Gesamtwertung.
"Die Idee dazu lag schon des Längeren auf der Hand", erklärt Denk und gibt sich optimistisch: "Da er als Fahrer mittlerweile gereift ist und die nötige Rennintelligenz besitzt, wüsste ich nicht, was dagegen spricht."
Los geht es am Samstag mit einem von drei Zeitfahren - und somit mit dem ersten Schlagabtausch der beiden großen Favoriten Primoz Roglic aus Slowenien und Weltmeister Remco Evenepoel (Belgien). Die Entscheidung fällt dann in der dritten Woche mit giftigen Bergankünften in den Alpen.
Auf Kämna wartet in der neuen Rolle also ein echter Härtetest. Der Giro wird zeigen, wozu Deutschlands große Zukunftshoffnung schon gegenwärtig in der Lage ist.
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(SID)
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Highlights: Kragh Andersen belohnt sich - Buchmann stürzt

Quelle: Eurosport

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