Giro d'Italia 2024: Filippo Ganna mit gelungener Revanche beim Zeitfahren am Gardasee - Tadej Pogacar verneigt sich

Filippo Ganna hat das Einzelzeitfahren auf der 14. Etappe des Giro d'Italia am Gardasee gewonnen und sich damit für seine Niederlage vor einer Woche revanchiert. Im ersten Zeitfahren der Italien-Rundfahrt hatte der Italiener zusehen müssen, wie Tadej Pogacar seine Bestzeit als letzter Starter um 17 Sekunden unterbot. Am Samstag wendete Ganna das Blatt und ließ sich den Sieg nicht nehmen.

Pogacar hält nur am Anfang mit: Ganna schnappt sich Tagessieg

Quelle: Eurosport

Eigentlich hätte man meinen können, dass Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) nach insgesamt sechs Tagessiegen beim Giro d'Italia in den Jahren 2020 und 2021 der siebte nicht mehr ganz so nahe gehen würde.
Doch der Italiener, der beim Zeitfahren am Samstag über die 31,2 Kilometer von Castiglione delle Stiviere nach Desenzano del Garda erneut triumphierte, war im Interview nach dem Rennen den Tränen nahe.
Knapp zwei Stunden hatte der 27-Jährige zuvor warten müssen, bis er die Gewissheit hatte, dass seine Bestzeit nicht mehr durch den Giro-Dominator Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) unterboten werden würde.
Die Erleichterung beim italienischen Zeitfahr-Meister war spürbar. "In Italien zu gewinnen, speziell wenn du so lange auf einen Erfolg warten musstest, ist emotional. Zudem ist der Gardasee eine zweite Heimat für mich", erklärte Ganna in Desenzano del Garda seine Gefühle.

Ganna revanchiert sich bei Pogacar

Allerdings dürfte auch der Ausgang der siebten Etappe vor acht Tagen eine Rolle gespielt haben. Das erste Zeitfahren des Giro in diesem Jahr hatte über 40,6 Kilometer von Foligno nach Perugia geführt und anders als am Samstag war es dort Pogacar gewesen, der am Ende gejubelt hatte.
Am Gardasee aber hatte Ganna wieder die Nase vorn. Ein Faktor dürfte dabei die Streckenführung gewesen sein, die dem Italiener besonders in der zweiten Hälfte wie auf den Leib geschneidert war.
Ein Umstand, den auch sein Konkurrent Pogacar nach dem Rennen in den Vordergrund stellte. "Heute hat Ganna der Kurs besser gelegen", konstatierte der Träger des Maglia Rosa im Zielraum.
Trotzdem musste auch der Slowene die Klasse von Ganna neidlos anerkennen. "Ich wusste im Voraus, dass Ganna nach dem zweiten Messpunkt, wo ihm die Strecke am besten lag, beschleunigen würde. Ich wusste, dass es unmöglich war, zu gewinnen, selbst wenn ich am Punkt zwei nah an ihm dran gewesen wäre", lobte der Überfahrer dieser Italien-Rundfahrt seinen Kontrahenten.
picture

"Immer wieder riskant": Sheffield rutscht in Kurve weg

Quelle: Eurosport

Alle Stimmen zur 14. Etappe des Giro d'Italia 2024.
Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) bei Eurosport:
"Heute musste ich sehr leiden. Ich habe vorher mit Jonathan Milan gesprochen und für ihn ist die Anstrengung nur 77 Sekunden im Sprint für einen Sieg und du weißt sofort ob du gewonnen hast. Ich musste zwei Stunden warten. In Italien zu gewinnen, speziell wenn du so lange auf einen Erfolg warten musstest, ist emotional. Zudem ist der Gardasee eine zweite Heimat für mich. Es ist schön, hier zu gewinnen und auch zu sehen, dass Geraint toll abgeschnitten hat und wir im Klassement Sekunden gewinnen konnten. Es wartet ein intensiver Tag auf uns und dann eine letzte Woche, in der wir mit Kopf und Herz kämpfen werden."
Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) bei Eurosport:
“Heute hat Ganna der Kurs besser gelegen, aber ich habe mich auch gut gefühlt. Ich habe es genossen. Vor allem im ersten Teil der Strecke, wo es etwas technischer war und es viele Aufs und Abs gab. Das war gut für mich und ich habe dort gut abgeschnitten. Ich habe nicht viele Updates erhalten, nur an den Messpunkten. Ich wusste im Voraus, dass Ganna nach dem zweiten Messpunkt, wo ihm die Strecke am besten lag, beschleunigen würde. Ich wusste, dass es unmöglich war, zu gewinnen, selbst wenn ich am Punkt zwei nah an ihm dran gewesen wäre. Das ändert aber nichts daran, dass ich mit meinem Zeitfahren zufrieden bin. Ich komme relativ knapp hinter ‘Pippo‘ ins Ziel, man kann also von einem guten Ergebnis sprechen.“
picture

"Mensch, das reicht!" Pogacar scheitert an Gannas Bestzeit

Quelle: Eurosport

Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) bei Eurosport:
"Ich habe noch nichts gesehen, aber es hat sich nach Attacke bei mir angefühlt. Ein paar Kurven bin ich zu optimistisch angefahren, aber das lag wohl am Adrenalin in meinem Körper. In Summe war es gut und ich kann zufrieden damit sein. (Teamkollege Jhonatan) Narvaez hat Pogacar schon geschlagen, nun Ganna – damit sind wir das einzige Team, dem das bislang gelungen ist. Das ist sehr gut, aber es war ein anstrengendes Zeitfahren. In der Mitte habe ich etwas verloren und auch am Ende war es richtig hart, weil du dich fast nirgends erholen konntest. Ich fühle mich sehr gut für die letzte Woche."
Ben O'Connor (AG2R Decathlon) bei Eurosport:
"Es war gut. Ich war das erste Mal, dass ich mit einem 62er-Kranz unterwegs war. Das hat in den Beinen gebrannt, aber es kam heute wirklich nur darauf an, dass du am Maximum deiner Übersetzung trittst. Es fühlte sich nicht gut an, war aber schnell. Das zeigt mir auch, dass die Beine gut sind. Das ganze Jahr über bin ich schon gut, es ist immer schön zu sehen wo du Fortschritte machen kannst auf die anderen, mit Ausnahme der Vingegaards und Pogacars."
Max Walscheid (Jayco-AlUla) zu "RSN":
"Ich habe eben kurz auf meine Durchschnitts-Wattwerte geschaut. Die sind super und das ist mehr, als ich erhofft hatte. Ich bin sehr zufrieden. Es war ein sehr anspruchsvolles Zeitfahren, in dem es sehr schwer war, einen Rhythmus zu finden. Es ging fast den gesamten Kurs nur hoch und runter mit vielen Kurven, die schwer einzuschätzen waren. Wir konnten den Kurs ja nur einmal am Morgen abfahren und da ist es schwer sich das alles einzuprägen. Das war ein Kurs für echte Spezialisten, die gut die Hügel hochkommen. Wenn ich unter den ersten 15 landen würde, wäre ich sehr zufrieden."
picture

"Bombastisch": Ganna pulverisiert die Bestzeit

Quelle: Eurosport

Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe) zu "RSN":
"Ich haben nicht 100 Prozent gegeben, denn es ist ein dreiwöchiges Etappenrennen und ich hoffe, ich habe auf den Straßenetappen dann gute Beine. Wenn Dani morgen eine Chance sieht, wird er angreifen. Das hängt aber davon ab, ob Pogacar Schwächen zeigt. Der Sturz hat mich zurückgeworfen und die vergangene Woche war nicht meine, aber jetzt kommt es langsam wieder."
Georg Steinhauser (EF Education-Easy-Post) zu "RSN":
"Ich bin mit dem Zeitfahren zufrieden. Nach der 8. Etappe bin ich ein bisschen krank geworden und habe am Tag nach dem Ruhetag ziemlich leiden müssen. Ich bin froh, dass ich jetzt wieder gesund bin. Heute bin ich das erste Mal wieder Vollgas gefahren und bin zufrieden.
Jonas Koch (Bora-hansgrohe) zu "RSN":
“Ich habe heute so viel Kraft wie möglich gespart, es kommen ja noch ein paar harte Etappen. Ich habe zwischenzeitlich etwas gekränkelt, aber das habe ich jetzt gut überstanden. Ich fühle mich fit und bin bereit für die letzte Woche. Wir sind jetzt Zweiter der Gesamtwertung und wollen das natürlich verteidigen. Es wird hart, aber wir sind guter Stimmung. Pogacar hat schon so viel Vorsprung, aber wir bleiben am Ball.“
picture

Faktor Lipowitz: Aldag mit "wilder Theorie" zu Schachmann

Quelle: Eurosport

Felix Großschartner (UAE Team Emirates) zu "RSN":
“Wenn man die Chance hat, ruhig zu machen, dann muss man sie auch nutzen. Ich habe das Training heute auch als gutes Training genutzt. Ziel ist Rom und da kann viel passieren. Wir haben mit Tadej den stärksten Man im Rennen und es ist schon Vorsprung da, aber wir müssen jeden Tag konzentriert bleiben. Es wird eine harte Woche, aber wenn man Zeit zur Erholung hat, dann nutze ich die.“
Das könnte Dich auch interessieren: "Ohne Leistungsdruck": Van Aerts Comeback steht bevor
picture

Giro d'Italia 2024 - Stage 15: Check out the route ahead of key day of racing

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung