Jan Ullrich über Rückkehr in Öffentlichkeit nach Doping-Beichte froh: "Habe meine Identität zurück"

Jan Ullrich ist seit einiger Zeit wieder in der Öffentlichkeit - auch als Eurosport-Experte bei der Tour de France im vergangenen Jahr. In einem Interview mit der "Bild" spricht er über den Weg zurück, seine Freundschaft mit Lance Armstrong und das von ihm organisierte "Jan Ullrich Cycling Festival" in seiner Wahlheimat Bad Dürrheim. Auch seine beiden Söhne schnuppern schon in den Radsport.

Ullrich blickt nach vorn: "Stachel ist gezogen, Wunde ist verheilt"

Quelle: Eurosport

Ullrich ist wieder da: Als Experte, als Medienpersönlichkeit und als Radfest-Organisator. Und das nach massiven psychsichen und gesundheitlichen Problemen in der Vergangenheit. "Ich habe eigentlich mit gar nichts gerechnet", sagte er über sein "Comeback". "Die Hoffnung war natürlich groß, dass die Leute mich verstehen. Und Hand aufs Herz: Ich kann mich an kein negatives Feedback erinnern. Dass es so gekommen ist, dass ich noch eine Chance bekommen habe – das ist wunderschön. Vor allem, dass ich meine Identität zurück habe. Die hatte ich viele, viele Jahre verloren. Jetzt bin ich wieder da unterwegs, wo ich mich wohlfühle – im Radsport."
Eine wichtige Figur auf seinem Weg zurück war der ehemalige Rivale Lance Armstrong. "Ich bin viele Jahre im Selbstmitleid hängen geblieben. Er ist ein ganz anderer Typ", sagte Ullrich im Interview über die besondere Freundschaft zum US-Amerikaner. "Lance prescht nach vorn, er ist sehr diszipliniert in seinem Leben, hat eine Struktur. Das Wichtigste ist aber eigentlich, dass ich das Gefühl habe: Da ist jemand, der mag dich wirklich als Freund. Der zu mir sagt: Ich bin gerne mit dir zusammen, ich helfe dir, wenn du etwas brauchst. Das ist ein Geschenk."
Gut möglich, dass der Name Ullrich in Zukunft auch wieder in Profirennen auf der Straße zu hören sein wird. Der 51-Jährige kündigte über seine Söhne Benno und Toni mit einem Augenzwinkern an, dass die 14- beziehungsweise 12-Jährigen bald das Peloton aufmischen könnten. Der Vater unterstützt die sportlichen Ambitionen.
"Natürlich haben sie einen großen Namen, das kann Vor- und Nachteile haben", sagte er über die "Hypothek" des Nachnamens Ullrich. "Doch sie müssen und wollen ihren Weg selbst finden. Und dabei sollten wir als Eltern sie unterstützen – und nicht etwas anderes pushen. Ich persönlich finde eine Sportler-Karriere natürlich gut. Im Moment haben sie jedenfalls wahnsinnig Spaß am Radfahren, aber auch am Fußball und am Skifahren. Ich werde mich als Papa da zurückhalten."
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Quelle: Eurosport


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