Damien Touzé überlebte schweren Sturz bei Oman-Rundfahrt nur knapp: "Hatte Gefühl, dass ich im Begriff war zu sterben"
Update 09/04/2026 um 15:35 GMT+2 Uhr
Damien Touzé befindet sich nach seinem schweren Sturz auf der vierten Etappe der Oman-Rundfahrt langsam auf dem Weg der Besserung. Den Crash am 10. Februar überlebte der Cofidis-Fahrer jedoch nur knapp - auch aufgrund der schlechten Bedingungen in den Krankenhäusern vor Ort. Im "L'Équipe"-Interview gestand Touzé, dass er sich schon von seiner Partnerin Sofia am Telefon verabschiedet hatte.
Damien Touzé vor der ersten Etappe der Oman-Rundfahrt wenige Tage vor seinem schweren Sturz
Fotocredit: Getty Images
Der 29-Jährige war auf dem vierten Teilstück der Rundfahrt gestürzt und mit rund 60 km/h gegen eine Begrenzung gekracht. Zunächst habe er nicht geglaubt, er sei schwer verletzt.
"Nach dem Sturz hatte ich überhaupt keine Schmerzen, aber als der Sportdirektor (Gorka Gerrikagoitia, d. Red.) kam, sah ich es an seinem Gesichtsausdruck. Ich wollte nicht allein bleiben. Ich hatte Angst in einem Land, das ich nicht kannte", sagte er.
Die Erstversorgung fand in einer kleinen medizinischen Einrichtung statt. "Die Lage war prekär, es gab kein Röntgengerät. Dort konnten sie nichts tun, außer ein paar Stiche am Oberschenkel zu nähen", so Touzé.
In einem größeren Krankenhaus wurde schließlich ein Milzriss festgestellt. "Nach einer Nacht, als die Ärztin von Cofidis (Annemie Batjoens, d. Red.) wieder zu mir kam, war ich völlig verzweifelt. Mit jeder Stunde wurde es schlimmer", erzählte Touzé. Er habe das "seltsame Gefühl [gehabt], dass ich im Begriff war zu sterben".
Teamärztin erkennt Schwere der Verletzung
Teamärztin Batjoens, die als Erste eine Darmperforation vermutete, machte ihm vor der anstehenden Operation den Ernst der Lage bewusst. "Die Ärztin war ehrlich zu mir, dass ich vielleicht nie wieder aufwachen würde. (...) Ich wollte Sofia nicht anrufen, ich wollte lieber bis zum nächsten Tag warten, aber die Ärztin bestand darauf: 'Vielleicht wirst du nie wieder mit ihr sprechen können.' Ich nahm mein Telefon und verabschiedete mich von ihr."
Seine Partnerin berichtete von dem Anruf: "Als Damien mich anrief, wusste ich noch nicht einmal, dass er gestürzt ist – er weinte. Er sagte zu mir: 'Ich werde sterben. Sage unserem Kind, dass ich es liebe.'" Die Nacht danach sei "die schlimmste ihres ganzen Lebens" gewesen. "Ich begann zu glauben, dass ich mein Kind ganz allein großziehen müsste."
Sofia reiste daraufhin in den Oman und erlebte vor Ort die teils schockierenden Bedingungen, unter anderem wie ein Pfleger den Eiter im Bauch durch einen einfachen Schnitt mit einer Schere abließ.
Touzé in Belgien erneut operiert
Touzé wurde daraufhin nach Europa gebracht und in Belgien erneut operiert. "Dort stellten sie fest, dass die Ärzte im Oman die Bauchdecke nicht richtig geschlossen hatten. Meine Organe lagen direkt auf der Haut auf. Als sie mir also die Schere in den Bauch stachen, berührten sie die Organe, es waren Messerstiche."
Der Franzose, der neben der schweren Darm- und Milzverletzung auch einen Schienbeinbruch sowie mehrere Bänderrisse im Knie erlitt, ist mittlerweile wieder zu Hause. Dafür kann sich Touzé laut Cofidis-Manager Raphaël Jeune vor allem bei der Teamärztin bedanken: "Ohne Annemie wäre Damien nicht mehr hier."
Die Rückkehr des Franzosen wird noch einige Zeit dauern. "Ich möchte wieder aufs Rad steigen und sehen, wie es läuft. Aber machen wir uns nichts vor. Ein Jahr ohne Radfahren – selbst wenn ich meinen Vertrag verlängere, werde ich im nächsten März nicht fahren", gestand sich Touzé ein. "Vielleicht muss ich eine Entscheidung treffen, ohne zu wissen, ob ich wieder Rad fahren kann."
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Quelle: Eurosport
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