Rad-DM: André Greipel schlägt Marcel Kittel und holt dritten Meistertitel

André Greipel hat bei der Straßenrad-DM in Erfurt das Sprintduell gegen Marcel Kittel gewonnen. Der Rostocker fährt damit im deutschen Meistertrikot zur 103. Tour de France, die am kommenden Samstag in der Normandie beginnt. Greipel setzte sich auf dem sprinterfreundlichen Kurs nach 215,8 Kilometern gegen seinen Rivalen durch und feierte seinen insgesamt dritten DM-Titel im Straßenrennen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Der Thüringer Kittel (28) musste sich bei der Meisterschaft vor seiner Haustür sogar mit Rang drei zufrieden geben und kassierte knapp eine Woche vor dem Beginn der 103. Frankreich-Rundfahrt eine unerwartete Niederlage. Platz zwei ging an den 23-jährigen Max Walscheid vom Team Giant-Alpecin.
Kittel (Etixx-Quick Step) hatte den Sprint im Finale zu früh eröffnet und musste den cleveren Greipel noch vorbei lassen. Geschlagen ließ der achtmalige Tour-Etappensieger die Beine hängen und wurde auch von Walscheid noch passiert.
Zuvor hatte Kittels Etixx-Teamkollege Tony Martin viel investiert, um das Tempo im Peloton hochzuhalten und entscheidende Attacken zu verhindern.

Greipel: "Werde ohne Gelb nicht sterben"

Für Kittel und Greipel wird es am kommenden Samstag zum Tour-Auftakt ernst. Die erste Etappe vom Mont-Saint-Michel zum Utah Beach in der Normandie ist flach und liegt den deutschen Top-Fahrern. Dort kämpfen Kittel und Greipel auch um das erste Gelbe Trikot der 103. Großen Schleife.
Der wiedererstarkte Kittel könnte dort zum dritten Mal nach 2013 und 2014, der seit Jahren konstante Greipel zum ersten Mal das begehrte "Maillot jaune" überstreifen. "Es ist ein Ziel, das ich gerne erreichen möchte", sagte der zehnmalige Tour-Etappensieger dem SID, schränkte aber ein: "Wenn ich es nicht erreiche, werde ich nicht sterben." Genügend Selbstvertrauen dürfte Greipel nun haben.

"Mir sind die Tränen gekommen"

Kittel schiebt die Favoritenrolle ohnehin ein wenig von sich. "Ich möchte den Druck ein bisschen weghalten und kein überzogenes Ziel ausgeben", sagte er am Rande der DM. Für den gebürtigen Arnstädter war eigentlich alles angerichtet, zumal auch der Kurs auf ihn zugeschnitten war.
Doch Kittel hatte schon vor einem Selbstläufer gewarnt. "Das wäre ein richtig toller Erfolg, aber das Rennen wird unheimlich schwer zu kontrollieren sein. Wir können unsere Energie auch nicht in den Attacken verballern und immer mitgehen", sagte er.
Deswegen pokerte der 28-Jährige bis in die Schlussphase, während sein Hauptkonkurrent Greipel, der in Marcel Sieberg ebenfalls nur einen Lotto-Begleiter dabei hatte, zwischenzeitlich in einer Spitzengruppe vertreten war. "Mir sind gleich die Tränen gekommen, so ein Meistertitel ist immer etwas Besonderes", sagte Sieberg nach dem Triumph seines Kapitäns.

Bora am Ende nicht belohnt

Einen klassischen Massensprint verhindern wollte eigentlich auch John Degenkolb, der sich mit seinen Alpecin-Kollegen "für jedes Szenario" gewappnet sah, letztlich im Sprint aber dem jungen Walscheid den Vortritt ließ.
Walscheid war mit Degenkolb in den furchtbaren Trainingsunfall im Januar verwickelt gewesen und hatte dabei einen Schienbeinbruch erlitten.
Für Bewegung im Rennen gesorgt hatte immer wieder die auch zahlenmäßig starke Bora-Mannschaft um Titelverteidiger und Klettertalent Emanuel Buchmann, dem die Strecke nicht lag und der auch nichts ausrichten konnte. Der Jubel in Erfurt gehörte Greipel.
Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung