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Olympia 2016: Briten beeindrucken auf der Bahn mit Gold-Show
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Publiziert 15/08/2016 um 11:41 GMT+2 Uhr
Detlef Uibel ist normalerweise um keine Antwort verlegen, oft genug findet der Sprint-Bundestrainer auch kritische Töne. Angesprochen auf die erneute Gold-Show der britischen Bahnradfahrer zuckt Uibel aber nur mit den Schultern. "Vielleicht haben sie das bessere System, die besseren Fachleute, ich weiß es nicht", sagt er: "Es ist jedenfalls beeindruckend."
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Die erneute britische Gold-Show im Velodromo da Barra sorgt im deutschen Lager für Verblüffung. Auch, weil der BDR die eigenen hohen Erwartungen bisher nicht erfüllt hat.
Während die erfolgsverwöhnten Asse des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bisher noch hinter den hohen Erwartungen geblieben sind, präsentiert sich Großbritannien auf den Punkt in optimaler Verfassung - wieder einmal. "Es ist nicht nur punktuell", sagt BDR-Sportdirektor Patrick Moster im Gespräch mit dem "SID":
Und "Schuld" daran sind auch ein paar Deutsche: Der Rheinländer Jan van Eijden, früher selbst Top-Sprinter, ist als Coach einer der Architekten des Erfolgs. Er sieht die Gründe in der seit Jahren etablierten Struktur auf der Insel, die spätestens seit Peking 2008 zu einer anhaltenden Dominanz geführt hat. "Das System steht", sagte er dem "SID", und es wirft scheinbar endlos Gold und Weltrekorde ab.
In Peking gab es sieben britische Olympiasieger, beim Heimspiel in London ebenso. In Rio de Janeiro kommen nach sechs Wettbewerben im Velodromo da Barra schon wieder vier Goldmedaillengewinner aus Großbritannien. Auch in den verbleibenden vier Entscheidungen hat das Vereinigte Königreich Favoriten am Start. Vier Weltrekorde in der Mannschaftsverfolgung stehen außerdem zu Buche.
Die Unterschiede in Großbritannien
Und das, obwohl bei der WM im März in London wenig auf eine solche Steigerung hindeutete. "Eine WM-Vorbereitung betreiben wir mit weniger Aufwand, der Fokus in Großbritannien liegt extrem auf Olympia", sagte van Eijden. Das Geheimnis sei der Stützpunkt in Manchester:
Beim BDR staunen sie auch über den Betreuerstab des Team GB und das Material. "Wir wissen nicht genau, wie viel Geld im Spiel ist. Wir würden auch gerne mal in ihre Fahrräder schauen", sagte Moster. Er ist erleichtert, dass die Briten zumindest im Teamsprint der Frauen nicht qualifiziert waren: "Da müssen wir froh sein." Sonst hätten Miriam Welte und Kristina Vogel vielleicht nicht Bronze gewonnen.
In Deutschland ist die Struktur eine andere, mit mehreren Stützpunkten, aber nicht zuletzt auch der technischen Wunderschmiede FES, die seit Jahrzehnten den Bahnradsport mit hoch entwickelten Rennmaschinen versorgt. "Ich sehe nicht, wo der BDR benachteiligt wäre, sie machen sogar mehr Trainingslager als wir. Das Argument Geld kaufe ich nicht", sagte van Eijden, der nicht der einzige Deutsche im Erfolgsgebilde ist.
Der gebürtige Krefelder Philip Hindes war Anfahrer der Teamsprinter, die Gold holten. Den letzten großen Olympia-Auftritt von Sir Bradley Wiggins inszenierte der Thüringer Heiko Salzwedel. Vierer-Bundestrainer Sven Meyer hält den 59-Jährigen für den "wahrscheinlich besten Trainer der Welt", er war selbst bei ihm in der Lehre. Meyer sagte über den britischen Radsport:
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