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Ewan gewinnt Scheldeprijs, heftiger Sturz bei Zielankunft
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Publiziert 14/10/2020 um 18:09 GMT+2 Uhr
Caleb Ewan (Lotto Soudal) hat die 108. Auflage des belgischen Sprinterklassikers Scheldeprijs gewonnen. Der Australier setzte sich nach 173 km rund um Schoten vor Pascal Ackermann (Bora - hansgrohe) durch, der von der Jury wegen eines unkorrekten Sprints strafversetzt wurde. Niccolo Bonifazio (Total Direct Energie) rückte auf Rang zwei, Bryan Coquard (B&B Hotels - Vital Concept) auf Rang drei vor.
Fotocredit: Eurosport
Caleb Ewan sagte nach dem Rennen: "Es ist für die Sprinter ein großes Rennen. Es ist meine erste Teilnahme, ich war sehr motiviert und wir wollten hier in Belgien unbedingt einen Sieg einfahren. Hinter mir gab es einen Sturz, das merkte ich. Es war ein ziemlich verrückter Sprint."
Der Australier ergänzte: "Der Sieg ist wichtig für mich und noch wichtiger für das Team, da wir längere Zeit auf einen Klassikersieg in Belgien gewartet haben."
Pascal Ackermann (Bora – hansgrohe) hatte den Zielstrich zunächst zwar als Zweiter überquert. Allerdings wurde der Südpfälzer von der Jury distanziert, nachdem er auf den letzten 300 Metern offenbar den schweren Sturz des Norwegers August Jensen (Riwal) verursacht hatte. Ackermann war auf der aus Fahrtrichtung gesehen linken Seite gefahren und zog beim Starten seines Sprints in die Straßenmitte, um dort freie Bahn zu haben.
Bei diesem Manöver fuhr er allerdings Jensen ins Rad - mit seinem Hinterrad gegen dessen Vorderrad - so dass der Riwal-Profi stürzte und weitere Fahrer mit sich zog. Glücklicherweise konnte Jensen nach einigen Minuten – zwischenzeitlich hatte er regungslos auf dem Rücken gelegen – aus eigener Kraft über den Zielstrich rollen.
Bei Bora – hansgrohe konnte man die Entscheidung allerdings nicht nachvollziehen. "Das war eine klare Fehlentscheidung der Jury. Pascal hat etwa 150m vor dem Ziel rechts eine Lücke gefunden und ist durchgefahren, ohne einen Fahrer zu berühren. Ein Fahrer hat sich dann an seinem Hinterrad aufgehängt und kam zu Fall. Das ist schade, aber ein Rennunfall", sagte der Sportliche Leiter Steffen Radochla.
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Highlights: So spektakulär ging es beim Scheldeprijs zu
Quelle: Eurosport
Bonifazio trotz Wild-West-Sprint nicht bestraft
Nach der Distanzierung von Ackermann rückte der Italiener Niccolo Bonifazio (Total Direct Energie) auf Rang zwei vor. Der Italiener hatte selbst aber in seinem Sprint mehrere Richtungsänderungen, die die Kontrahenten in Gefahr brachten und auch für einen Zwist zwischen Jasper Philipsen (UAE Team Emirates) und Tim Merlier (Alpecin - Fenix) sorgten - nur dass dabei niemand zu Fall kam.
Allerdings blieb Bonifazio, der erst Sam Bennett (Deceuninck – Quick-Step /8.) ausbremste und dann noch Tim Merlier (Alpecin – Fenix / 4.) und Jasper Philipsen (UAE Team Emirates / 5.) leicht behinderte, in der Wertung. Auch er hätte wohl distanziert werden müssen. Das Podium komplettierte schließlich der Franzose Bryan Coquard (B&B Hotels – Total Direct Energie).
Somit warten die Belgier seit 2006, als Tom Boonen gewann, weiter auf einen Heimsieg. Den hätte sich vor allem Merlier zugetraut. Doch dieser wurde nicht nur von Bonifazio ausgebremst, sondern geriet auch noch mit Landsmann Philipsen aneinander. "Ich bekam einen Stoß und wäre beinahe gestürzt. Ich verlor meine komplette Geschwindigkeit und Ewan flog vorbei wie ein Pfeil. Ich hatte die Beine, um zu gewinnen. Es ist wirklich bitter. Ob das noch ein Sprint war?", zeigte sich Merlier gegenüber Sporza verärgert.
So lief der Scheldeprijs: Cavendish in Ausreißergruppe
Das auf einem 17 Kilometer langen Rundkurs von Schoten absolvierte Eintagesrennen wurde von einer achtköpfigen Spitzengruppe um Mark Cavendish (Bahrain – McLaren) und Michael Schär (CCC) bestimmt. Während die Gruppe ihren Vorsprung auf 90 Sekunden ausbauen konnte, gab es eine Reihe von prominenten Aufgaben zu vermelden. Zunächst stieg Casper Pedersen (Sunweb), zuletzt Sieger bei Paris-Tours nach einem Sturz vorzeitig vom Rad, kurz darauf folgte ihm sein Teamkollege Alberto Dainese. Auch Mads Pedersen (Trek – Segafredo) gab angeschlagen früh auf. Den Vorsprung von 1:30 Minuten konnten Cavendish und Co. bis vier Runden vor Schluss – also knapp 70 Kilometer vor dem Ziel behaupten.
Als es allerdings auf die letzten 50 Kilometer ging, war der Vorsprung vom Feld bereits halbiert worden und als es auf die letzten zwei Runden ging, konnte an der Spitze Cavendish nicht mehr mithalten und fiel zurück. Das von den Sprinterteams angeführte Feld lauerte bereits bei 30 Sekunden Rückstand auf den Zusammenschluss, der schließlich acht Kilometer vor dem Ziel erfolgte. Danach übernahm Deceuninck – Quick-Step für Sam Bennett, Bora – hansgrohe für Ackermann und Alpecin – Fenix für Tim Merlier.
Doch den Sprint eröffnete schließlich Ewan – nach eigener Angabe etwas früher als geplant. Darauf wollte schließlich Ackermann reagieren und sich an das Hinterrad des Australiers heften. Dafür musste er allerdings seine Fahrrichtung deutlich verlassen, um freie Bahn zu bekommen und fuhr so Jensen vors Rad. Während der Norweger zu Boden ging, versuchte sich Ackermann noch an das Hinterrad von Ewan zu saugen, doch der Australier war bereits enteilt und siegte deutlich.
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