Showdown in den Pyrenäen am Col du Tourmalet: Tour de France Femmes 2023 entscheidet sich in Südfrankreich

Liane Lippert ist der deutsche Star im internationalen Frauen-Radsport. Die Friedrichshafenerin bestreitet ab Sonntag die Tour de France Femmes und gilt für die WM als Mitfavoritin. Vorher geht die Deutsche Meisterin in Frankreich einerseits selbst auf Etappenjagd, andererseits ist sie Edelhelferin für Titelverteidigerin Annemiek van Vleuten. Die 25-Jährige stellt den Tour-Kurs und ihre Ziele vor.

"Es wird noch spannender": Die Tour de France Femmes bei Eurosport

Quelle: Eurosport

Nachdem Liane Lippert im vergangenen Jahr bei der Tour de France Femmes ausgerechnet an dem Tag stürzte, den sie sich im Vorfeld für einen möglichen Etappensieg rot angestrichen hatte, hat sie sich auch diesmal wieder einige Etappenankünfte genauer angesehen.
Im Exklusiv-Interview mit Eurosport verrät sie, welche Teilstücke das sind und stellt den Parcours der 2. Tour de France Femmes mit ihren acht Etappen und dem Höhepunkt, der Bergankunft am berühmten Col du Tourmalet in den Pyrenäen, vor.
Frau Lippert, zum zweiten Mal wird die neue Frankreich-Rundfahrt jetzt ausgetragen – wie wichtig ist sie für das Peloton des Frauen-Radsports?
Liane Lippert: Sie ist auf Anhieb das große Highlight der Saison geworden. Alle möchten dort fahren und topfit sein. Durch die Premiere letztes Jahr ist auch das Niveau im gesamten Peloton nochmals deutlich angestiegen. Alle haben einen weiteren Schritt nach vorne gemacht!
Sie sind im Winter vom Team DSM zur Mannschaft Movistar gewechselt und fahren dort an der Seite von Titelverteidigerin van Vleuten. Mit welchen Zielen?
Lippert: Das größte Ziel ist, mit Annemiek das Gelbe Trikot zu gewinnen. Sie fühlt sich nach ihrem Giro-Sieg gut und ist, glaube ich, auch in besserer Form als zum Beispiel bei der Vuelta. Deswegen können wir zuversichtlich sein, dass sie es mit allen aufnehmen kann. Und ich persönlich kriege sicher die eine oder andere Chance, auf Etappenergebnisse zu fahren – gerade im ersten Teil der Tour.
Wie funktioniert das als Helferin, wenn in der Gesamtwertung noch alles eng beisammen ist?
Lippert: Ich denke, dass auf den ersten Etappen andere Teams das Feld zusammenhalten werden und ich meinen Kopf noch nicht so viel in den Wind halten muss. Deshalb könnte ich frisch in die Etappenfinals kommen – und die liegen mir mit einigen kurzen, steilen Rampen wie zum Beispiel auf der 4. Etappe in Rodez.
Wenn man früh eine Etappe gewinnt, winkt immer auch die Chance, zwischenzeitlich selbst das Gelbe Trikot zu tragen – ein Traum?
Lippert: Soweit will ich gar nicht denken. Klar ist das möglich, aber darüber will ich nicht spekulieren…
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Liane Lippert vom Team Movistar

Fotocredit: Getty Images

Wie gut kennen Sie den Parcours der Rundfahrt?
Lippert: Wir schauen uns die Rennen seit drei oder vier Jahren im Vorfeld immer virtuell mit dem speziellen Programm Veloviewer an – genau wie die Männer. Und zur Tour haben wir die Etappen 1, 3, 4, 7 und 8 auch persönlich vor Ort besichtigt. Ich denke, wir sind sehr gut vorbereitet.
Dann verraten Sie uns bitte: Wie ist der Kurs der Tour de France Femmes 2023?
Lippert: Er baut sich vom Start in Clermont-Ferrand nach hinten auf, wird von Tag zu Tag immer schwerer und die Etappen daher immer wichtiger für die Gesamtwertung – mit der Bergankunft am Col du Tourmalet am vorletzten Tag und danach dem Abschluss-Zeitfahren in Pau. Deshalb denke ich auch, dass es am Anfang noch möglich sein wird, auch als Helferin auf Etappenjagd zu gehen. Denn entscheiden wird sich die Tour eh erst am Schlusswochenende. Auch davor gibt es zwar schwere Etappen, wo einige abgehängt werden, aber die Favoritinnen werden zusammen ankommen.
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Der Col du Tourmalet in den Pyrenäen

Fotocredit: Getty Images

Ein Zeitfahren gab es bei der Premiere des Rennens 2022 noch nicht. Wie wichtig ist der 22,6 Kilometer lange Kampf gegen die Uhr als Neuerung für das Rennen?
Lippert: Das hat natürlich noch gefehlt und macht es noch einmal spannender – gerade nach der Tourmalet-Etappe als großes Finale. Ich persönlich brauche keine Zeitfahren, aber es gehört zur Tour de France einfach dazu.
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Tour de France Femmes 2023: Der gesamte Streckenverlauf

Quelle: Eurosport

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