Tour de France Femmes - Warnung vor starkem Gewichtsverlust im Frauen-Peloton: "Risiko für schwere Verletzungen"
Update 02/08/2025 um 21:49 GMT+2 Uhr
Bei der Tour de France Femmes sorgt ein Thema im Peloton immer wieder für Aufruhr: Das häufig sehr geringe Gewicht der Fahrerinnen. Cédrine Kerbaol vom Team EF Education-Oatly, Etappensiegerin von 2024, machte mit drastischen Aussagen darauf aufmerksam, warnte vor massiven Gesundheitsrisiken und machte unmissverständlich klar: "Seine Periode nicht zu bekommen, ist nicht normal."
Leistungssport und Menstruation: Auf den Spuren eines Tabuthemas
Quelle: Eurosport
Radsportlerinnen sind für ihr geringes Körpergewicht bekannt. Gerade Bergspezialistinnen wollen jedes Gramm zu viel vermeiden, um so leicht wie möglich über die Anstiege wie den Col de la Madeleine auf der Königsetappe zu kommen.
In diesem Jahr erscheinen einige Fahrerinnen allerdings besorgniserregend dünn. Grund genug für Kerbaol, die im vergangenen Jahr als erste Französin überhaupt einen Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt feierte, sich genau zu diesem Thema zu äußern.
"Keine Periode zu haben, ist nicht normal", sagte die 24-Jährige im Interview mit "France Télévisions". "Abgesehen von der Fruchtbarkeit hat das Auswirkungen auf die Knochengesundheit und birgt ein sehr reales Risiko für schwere Verletzungen. Bevor wir Athletinnen sind, sind wir auch Frauen. Unsere Gesundheit zählt - nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft", führte sie weiter aus.
Kerbaol ist nicht nur Profi-Radsportlerin, sondern auch ausgebildete Diät- und Ernährungsberaterin, was ihren Aussagen noch mehr Gewicht verleiht. Gemeinsam mit Teamkolleginnen und medizinischem Fachpersonal gründete sie zudem eine Instagram-Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, über Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S), gestörtes Essverhalten und die oft unterschätzten Gefahren von Menstruationsstörungen bei Ausdauersportlerinnen aufzuklären.
Kerbaol über Gewichtsverlust: "Zu welchem Preis?"
"Es gibt viele, die große Rennen mit sehr niedrigem Gewicht gewonnen haben", führte Kerbaol zudem in einem Interview mit der französischen Zeitung "L'Humanité" aus. "Und indirekt nehmen junge Frauen, die Leistung bringen wollen, sie als Vorbilder. Wir leben in einer Zeit enormer Sichtbarkeit - jeder will besser werden, schneller sein, mehr Watt treten, weniger wiegen… Aber zu welchem Preis?"
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Cédrine Kerbaol bei der Tour de France Femmes 2025
Fotocredit: Getty Images
Mathieu Muller, Teamarzt des Rennstalls Cofidis, äußerte sich gegenüber "RMC" ebenfalls zu RED-S und wies darauf hin, dass die Betreuung der Sportlerinnen klar geregelt werden müsse. Der Arzt warnte zudem vor den Langzeitfolgen eines zu starken Gewichtsverlusts.
"Mit RED-S wird man anfangs gute Leistungen erbringen, weil man ein interessanteres Verhältnis von Gewicht und Leistung hat", erklärte Muller. "Aber auf lange Sicht geht das auf Kosten der eigenen Gesundheit. Wenn man reguliert, wird man mehr leisten. Aber wenn man zu lange zu dünn bleibt, wird die Leistung weniger werden."
Le Court: "etwas, das wir Frauen aushalten müssen"
Kimberley Le Court hatte auf der fünften Etappe den Tagessieg und das Gelbe Trikot geholt. Nach ihrem Erfolg brach auch sie mit einem Tabu und sprach offen über ihre Menstruationsbeschwerden: "Ich habe mich heute nicht sehr gut gefühlt... Es ist diese Zeit des Monats für mich und mein Körper ist müder als sonst. Das ist etwas, das wir Frauen aushalten müssen."
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Highlighst: Hartes Finale in Guéret - Vos verliert Gelb
Quelle: Eurosport
Während die Tour de France Femmes also ihrem Finale entgegenfährt, deutet sich innerhalb des Fahrerinnenfeldes ein Kulturwandel an. Kerbaol fand dafür eindrückliche Worte:
"Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, gesund genug zu sein, um eine ganze Karriere - und ein ganzes Leben danach - genießen zu können."
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