Tour de France Femmes: Antonia Niedermaier nach Podium beim Giro d'Italia Edelhelferin für Kasia Niewiadoma-Phinney
VonJan Zesewitz
Update 31/07/2026 um 20:54 GMT+2 Uhr
Antonia Niedermaier gelang beim diesjährigen Giro d'Italia Women Historisches: Als erste Deutsche seit Claudia Lichtenberg 2013 landete sie auf dem Podium in der Gesamtwertung. Nur die Dominatorin der ersten Saisonhälfte, Demi Vollering, lag vor ihr. Mit ihrem Team Canyon-Sram greift sie nun nach dem Podium bei der Tour de France Femmes. Dafür ist sie in ihrer Equipe aber nur die zweite Option.
Tour de France Femmes: Mont Ventoux als Höhepunkt
Quelle: Eurosport
Beim Giro 2023 ließ Antonia Niedermaier auf der Königsetappe alle hinter sich, sogar die Gesamtführende und Dominatorin dieser Zeit, Annemiek van Vleuten. Niedermaier feierte ihren ersten Sieg in der Women's WorldTour bei einer der größten Rundfahrten im Kalender - und das gegen hochkarätige Konkurrenz nach einem 25-Kilometer-Solo.
Ab diesem Moment war klar: Die damals 20-jährige ehemalige Skibergsteigerin war auch im Radsport zu Großem berufen.
Mittlerweile ist Niedermaier 23 und steht vor ihrem Debüt bei der Tour. Sie wuchs in eine Rolle als Leaderin bei der deutschen Equipe hinein - und bestätigte dies Saison für Saison. Zum Giro kehrte sie jedes Jahr zurück, nach dem Etappensieg 2023 schied sie am Tag darauf aus, in den folgenden Ausgaben wurde sie Sechste, Fünfte und Zweite im Gesamtklassement.
Auf einer turbulenten Schlussetappe beim Giro 2026 lag sie zwischenzeitlich sogar virtuell in Führung und konnte nur durch einen Kraftakt von Vollering am Rosa Trikot gehindert werden.
"Ich habe nicht zu viel daran gedacht, dass ich zwischenzeitlich virtuell die Gesamtführende war. Ich wollte einfach das Beste versuchen und dann schauen, was dabei rauskommt", sagte sie im Anschluss bei Eurosport.
Niedermaier mit "freier Rolle" beim Tour-Debüt
Mit diesen Vorschusslorbeeren geht die Rosenheimerin in ihr Debüt bei der Tour. Nicht als Kapitänin, sondern als Edelhelferin der Gesamtsiegerin von 2024, Katarzyna Niewiadoma-Phinney. Die stand bisher bei jeder Austragung seit 2022 auf dem Podium.
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Der bislang größte Erfolg von Antonia Niedermaier: Platz zwei beim Giro d'Italia
Fotocredit: Getty Images
Niedermaier sieht aber auch Chancen für sich selbst: "Ich habe eine Art freie Rolle und kann mal in die Tour reinschnuppern", sagte sie im Interview mit radsport-news-com. "Klar bin ich in erster Linie da, um Kasia zu helfen, kann aber auch selbst mal was probieren."
Niewiadoma-Phinney als Kapitänin, aber Niedermaier mehr als eine Helferin - man könnte sich an eine Doppelspitze erinnert fühlen, wie sie Red Bull-Bora-hansgrohe mit Remco Evenepoel und Florian Lipowitz bei der Männer-Tour probierte.
"Ich bin kein Fan von dem Wort Doppelspitze, denn am Ende kann nur eine vorne stehen", sagte Niedermaier.
Zeitfahren und Mont Ventoux als Schlüsseletappen
Was die interne Hackordnung angeht, hat die Deutsche aber einen Vorteil gegenüber ihrer polnischen Teamkollegin: Nach drei anspruchsvollen Tagen in der Schweiz steht in Dijon ein Einzelzeitfahren an. Das liegt Niedermaier als WM-Vierte von 2024 im Zeitfahren besser.
"Wenn ich nach dem Zeitfahren eine Lücke zu ihr haben sollte, gibt das den Vorteil, andere Optionen zu haben. Dann kann man auch mal sagen, man schickt Niewiadoma-Phinney in die Ausreißergruppe und ich bleibe erstmal sitzen", sagte Niedermaier über die Optionen im Canyon-Team.
Die 23-Jährige kündigte an, dass sie nach einem Höhentrainingslager in Livigno in besserer Form am Start der Tour stehen wird, als beim Giro. Wenn das so ist, muss sie sich auch bei der Königsetappe über den Mont Ventoux nicht hinter Vollering, Reusser und Co. verstecken.
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Highlights: Vollering macht Gesamtsieg perfekt
Quelle: Eurosport
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