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Tour de France: Marcel Kittel und André Greipel schieben Frust - Deutsche Sprinter weiter sieglos

Nix zu holen für Kittel und Greipel: Deutsche Sprinter schieben Frust
Von SID

13/07/2018 um 20:27

Marcel Kittel verschwand kommentarlos im Teambus, auch André Greipel wollte nur noch weg: Nach der erneuten Pleite bei der 7. Etappe der 105. Tour de France saß der Frust bei den deutschen Sprint-Assen unverkennbar tief. Auch beim Sieg des Niederländers Dylan Groenewegen bei der vierten Massenankunft hatten die erfolgsverwöhnten Rad-Stars, wie auch in den Sprintankünften zuvor, keine Chance.

Zuletzt waren deutsche Radprofis bei der Tour 2011 auf den ersten sieben Etappen ohne Sieg geblieben. Am letzten klassischen Sprintertag vor den Strapazen der Alpen stehen Kittel und Co. am Samstag gehörig unter Druck.

Video - Schlüsselmomente der 7. Etappe: Deutsche Sprint-Asse gehen wieder leer aus

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Bestes Tour-Resultat für Zabel

"Es ist schade für Marcel. Wir hatten uns auf die erste Woche konzentriert", sagte Kittels Katusha-Teamkollege Rick Zabel. Der 24-Jährige zählte zu den wenigen positiven Erscheinungen eines aus deutscher Sicht weitgehend ernüchternden Tages. Als Elfter sprintete er vor den Augen seines berühmten - und stolzen - Vaters Erik zu seinem bislang besten Tour-Resultat.

Zabel hatte dazu überhaupt nur die Gelegenheit, weil Sprint-Kapitän Kittel nach der letzten scharfen Rechtskurve chancenlos zurücklag und seinem Anfahrer danach über Funk die Erlaubnis erteilte, selbst sein Glück zu versuchen. "Der erste Top-10-Platz für mich wäre natürlich noch schöner gewesen", sagte Zabel:

"Jetzt haben wir morgen erst einmal die letzte Chance mit Marcel."

Video - Sprintsieg! Groenewegen hat die schnellsten Beine

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Im Vorjahr noch fünf Etappensiege für Kittel

Für Kittel setzte sich die bislang enttäuschende Tour fort. Im Vorjahr war er mit fünf Etappensiegen noch der große Sprint-Dominator gewesen, in diesem Jahr sorgen andere für die Jubelbilder. Am Freitag schlug die Stunde von Groenewegen.

"Ich war in einer guten Position. Ich muss mich bei meinem Team bedanken", sagte der Niederländer, der genügend eigenen Anteil am Erfolg hatte. In den Positionskämpfen hatte der LottoNL-Jumbo-Profi das beste Gespür sowie die besten Beine. Der Sprint-Shootingstar, der im Vorjahr den Prestigesieg auf der Champs-Elysees in Paris gefeiert hatte, machte seinen zweiten Tour-Etappensieg der Karriere zu einer deutlichen Angelegenheit.

Groenewegen verwies den zweimaligen Etappensieger Fernando Gaviria (Kolumbien/Quick-Step Floors) und Weltmeister Peter Sagan (Slowakei) vom deutschen Team Bora-hansgrohe auf die Plätze. Routinier Greipel war als Achter ohne echte Siegchance, immerhin aber deutlich besser platziert als Kittel auf dem 118. Rang.

Van Avermaet verteidigt abermal Gelb

Das Gelbe Trikot trägt auch auf der achten Etappe am Samstag Greg Van Avermaet. Der Belgier vom Team BMC Racing hatte das Maillot jaune bereits am vergangenen Montag nach dem Sieg im Mannschaftszeitfahren übernommen. Sagan verteidigte Grün erfolgreich.

Die Etappe am Freitag begann hektisch und mit hohem Tempo. Immer wieder attackierten Fahrer, deren Ausreißversuche aber vom Feld schnell unterbunden wurden. Erst nach 35 km gelang Yoann Offredo als Solist die Flucht. Der Franzose vom Team Wanty-Groupe Gobert fuhr zwischenzeitlich rund neun Minuten Vorsprung heraus, war gegen die Nachführarbeit des Pelotons aber machtlos. Nach etwas mehr als 100 km an der Spitze wurde Offredo eingeholt.

Kurz zuvor hatte eine Windkante das Feld vorübergehend geteilt, unter anderem war Kittel abgehängt worden. Die Lücke wurde jedoch zügig zugefahren. Nach dem Zusammenschluss verlief die Etappe lange Zeit unspektakulär, die Fahrer rollten eher gemächlich dem Ziel entgegen und nutzten die Zeit für einen Plausch. Der Temposchnitt lag am Ende bei für Tour-Verhältnisse gemächlichen 40,33 km/h.

Die 181 km lange achte Etappe nach Amiens dürfte erneut in einem Sprintfinale enden. Zwei Bergwertungen der vierten und kleinsten Kategorie stellen keine Bedrohung für die schnellsten Fahrer im Feld dar. Als tückisch könnte sich allerdings der kurvenreiche Kurs erweisen, 600 Meter vor dem Ziel verlangt ein letzter Kreisverkehr viel Feingefühl und taktisches Gespür. Kittel und Co. müssen es beweisen.

Video - Groenewegen im Sieger-Interview: "Das Timing war perfekt"

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