Tour de France - 2. Etappe: André Greipel Sprintsieger gegen Peter Sagen und Fabian Cancellara

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André Greipel hat die 2. Etappe der Tour de France über 166 km von Utrecht auf die Insel Neeltje Jans in der niederländischen Provinz Zeeland für sich entschieden. Der 32-Jährige vom belgischen Team Lotto Soudal setzte sich im Zielsprint vor Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) durch. Fabian Cancellara (Trek Factory Racing) wurde Dritter und übernahm das Gelbe Trikot von Rohan Dennis (BMC Racing Team).

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"Einen großen Dank an meine Mannschaft", sagte André Greipel erschöpft, aber glücklich im Ziel, "Tony Gallopin und Marcel Sieberg haben großartig gearbeitet. Es war schwer mit den Seitenwinden und dem Regen".
50 Kilometer vor dem Ziel habe die entscheidende Phase begonnen, "da haben wir vorne am Horn gezogen, das Feld gesplittet. Am Ende war ich dann in einer guten Position", so Greipel.
Der bisherige Spitzenreiter Rohan Dennis (BMC) wurde abgehängt und kam mit dem Feld in Ziel.
Cancellara führt das Gesamtklassement nun mit drei Sekunden Vorsprung auf Tony Martin (Etixx-Quick-Step) an, dessen Teamkollege Mark Cavendish den Sprint zu früh angezogen hatte und hinter Cancellara nur Vierter wurde.
Nibali und Quintana hadern mit Windkante
Auch unter den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg gab es Abstände. Chris Froome (Sky) kam zeitgleich mit Greipel an, während sich Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) erst auf der Zielgeraden vier Sekunden Rückstand einhandelte.
Titelverteidiger Vincenzo Nibali (Astana) und Nairo Quintana (Movistar) fielen - wie Dennis auch - auf der Windkante zurück und erreichten 1:28 Minuten hinter dem Etappengewinner das Ziel.
Martin ackert weiter für den großen Traum
Tony Martin war erschöpft und enttäuscht, doch auch nach dem zweiten Akt seiner kleinen Tour-Tragödie ließ sich der deutsche Radprofi nicht entmutigen. "Der Kampf um das Gelbe Trikot ist auf eine relativ geringe Anzahl von Fahrern minimiert. Es ist nicht direkt mein Finale, aber ich werde versuchen, meine Chance zu nutzen", sagte Martin mit Blick auf die dritte Etappe am Montag.
Ungebrochen verfolgt Martin seinen großen Traum von der erstmaligen Eroberung des Gelben Trikots, der am Wochenende in zwei dramatischen Entscheidungen geplatzt war. Dem zweiten Platz beim Auftakt-Zeitfahren in Utrecht folgte auf der zweiten Etappe am Sonntag ein unglückliches Finale.
Kein Vorwurf an Cavendish
Wäre Teamkollege Cavendish, immerhin 25-maliger Tour-Etappensieger, zumindest auf den dritten Platz gesprintet, hätte Martin das begehrte "Maillot jaune" überstreifen dürfen. "Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß", sagte Martin, der Cavendish trotz des "tragischen" Abschneidens keine Vorwürfe machte: "Er hat es in den Händen gehabt, aber er ist auf Sieg gefahren. Es hat nur nicht gereicht."
Womöglich reicht es für Martin am Montag, wenn auf der dritten Etappe die Entscheidung an der Mur de Huy fällt. Der nur 1300 m lange, aber bis zu 19 Prozent steile Anstieg ist Martin zwar nicht auf den Leib geschneidert, mit reichlich Wut im Bauch könnte er seine ärgsten Rivalen um Gelb aber auf Abstand halten.
"Das habe ich nicht geschafft, das ist sehr bitter"
Diese sind neben Spitzenreiter Cancellara auch der drittplatzierte Tom Dumoulin (Niederlande/Giant-Alpecin). Der Australier Rohan Dennis, der Martin am Samstag mit einem Tour-Rekord (Schnitt: 55,446 km/h) auf den zweiten Platz verdrängt hatte, zählt indes nicht mehr dazu. Der 25-Jährige vom Team BMC erreichte das Ziel der chaotischen Etappe nach Neeltje Jans auf dem 23. Platz - mit 1:26 Minuten Rückstand.
Mit einem Erfolg in Belgien bliebe ihm eine Situation wie am Samstag erspart, als er in Utrecht seinen "Tag zum Vergessen" erlebte. Sein zweiter Platz im Kampf gegen die Uhr war für Martin ein schwerer Schlag. "Ich bin super enttäuscht, zweite Plätze zählen für mich nicht mehr", hatte Martin, der seine gesamte Saison auf den Showdown in Utrecht ausgerichtet hatte.
Erschöpft von der Gluthitze hatte sich der gebürtige Cottbuser nach dem Rennen auf einen Stuhl im Zelt der Doping-Kontrolle fallen lassen und immer wieder den Kopf geschüttelt: "Ich bin hierhin gekommen, um Gelb zu holen. Das habe ich nicht geschafft, das ist sehr bitter." Sein Ziel hat er noch nicht aus den Augen verloren.
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