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Tour de France 2016: Chris Froome läuft nach Crash Mont Ventoux hinauf und behält Gelb

Tour-Drama am Ventoux: Froome bleibt nach Motorrad-Crash in Gelb - de Gendt siegt
Von SID

14/07/2016 um 17:07Aktualisiert 14/07/2016 um 19:04

Christopher Froome bleibt nach dem skandalösen Sturz im Finale der Ventoux-Etappe Träger des Gelben Trikots. "Ich bin sehr erleichtert. Die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France", sagte Froome. Sein Vorsprung in der Gesamtwertung auf Adam Yates (Orica-BikeExchange) beträgt 47 Sekunden. Der Etappensieg ging an Thomas De Gendt (Lotto-Soudal).

In seiner Verzweiflung rannte Froome im Gelben Trikot den legendären Mont Ventoux hinauf - und schließlich fand einer der größten Skandale der Tour-Geschichte doch noch ein Happy End für den britischen Dominator: Trotz eines Crashs mit einem TV-Motorrad hat Froome die Gesamtführung erfolgreich verteidigt und seinen ärgsten Rivalen um Nairo Quintana sogar weitere Zeit abgenommen.

"Ich bin sehr erleichtert. Die Entscheidung der Kommissare ist korrekt. Ich danke der Organisation der Tour de France", sagte Froome, nachdem die Jury um 18:04 Uhr am Donnerstagabend die einzig richtige Entscheidung getroffen und das Etappenergebnis zugunsten des Briten noch einmal gekippt hatte - Sieger blieb allerdings der Belgier Thomas De Gendt, der als Ausreißer nichts mit den Geschehnissen um Froome zu tun gehabt hatte.

Bange 30 Minuten für Froome

Der 31 Jahre alte Sky-Kapitän durfte damit nach bangen 30 Minuten tief durchatmen, ist seinem dritten Tour-Sieg erneut ein Stück näher gekommen. Der Schrecken nach den üblen Szenen am mythischen Gipfel in der Provence war dem erfahrenen Froome aber noch deutlich anzumerken.

Der gebürtige Kenianer hatte auf dem - wegen heftiger Winde verkürzten - Schlussanstieg ins Ziel seine größten Kontrahenten um den Kolumbianer Quintana schon abgehängt. Doch anderthalb Kilometer vor dem Ziel kam unmittelbar vor der kleinen Gruppe um Froome ein Motorrad abrupt zum Stehen, nachdem es förmlich in einer Wand von disziplinlosen Fans stecken geblieben war. Der Australier Richie Porte, der Niederländer Bauke Mollema und schließlich auch Froome rauschten ins Stauende herein - den Briten erwischte es am schlimmsten.

Video - Chaos-Finale: Porte und Froome krachen in Motorrad

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In seinen Radschuhen sprintete Froome bergauf, während seine Rivalen nicht halt machten und vorbeizogen - zumindest ein diskutables Verhalten. Auf ein Ersatzbike wartete der Brite quälend lange. Froome verlor mehr als eine Minute auf Quintana und Co., in der zunächst gültigen Gesamtwertung führte Yates mit neun Sekunden vor Mollema, Quintana (+0:14) war Dritter. Froome (+0:53) lag auf Platz sechs.

"So will ich das Trikot nicht gewinnen. Ich will es mit den Beinen holen", sagte Yates. Nach kurzer Beratung kippte die Jury das Resultat, wertere die Abstände zum Zeitpunkt des Sturzes, als Froome rund 20 Sekunden vor Yates und Quintana lag. Damit liegt der Brite in der Gesamtwertung nun 47 Sekunden vor Yates, Quintana (+1:01) ist Vierter.

Jury-Entscheidung sorgt für gute Stimmung

Nach der Jury-Entscheidung herrschte im Sky-Lager schnell ausgelassene Stimmung, Kapitän Froome durfte sich liebevolle Frotzeleien seiner Teamkollegen anhören - wie von Geraint Thomas, der witzelte:

"Chris ist Kenianer. Da erwartet man, dass er zu Fuß losrennt, wenn er kein Fahrrad hat."

Aus deutscher Sicht war lediglich der Auftritt von Sprint-Ass André Greipel bemerkenswert. Der "Gorilla", der zur teilweise 20 Minuten einteilten Ausreißergruppe zum Chavanel gehört hatte, versuchte sich als "Berg-Gorilla" und attackierte am Fuße des Ventoux. Letztlich war das 34 Jahre alte Kraftpaket aus Rostock aber chancenlos und wurde schnell durchgereicht.

Tony Martin, der 2009 als Zweiter für das beste deutsche Tour-Ergebnis der Geschichte auf dem Ventoux gesorgt hatte, hielt sich zurück. Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister sparte Körner für den großen Kampf gegen die Uhr am Freitag über 37,5 km nach La Caverne du Pont-d'Arc, wo er sich Siegchancen ausrechnet.

Video - Tdf finish stage 12

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