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Tour de France 2016: Chris Froome stürzt, Romain Bardet siegt bei letzter Bergankunft
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Publiziert 22/07/2016 um 17:29 GMT+2 Uhr
Voller Dramatik steckte die letzte Bergankunft der Tour de France 2016 in den Alpen: Chris Froome stürzte auf der letzten Abfahrt wie etliche weitere Fahrer und verlor im Schlussanstieg etwas Zeit auf seine Rivalen. Der Sky-Kapitän bleibt aber souverän im Gelben Trikot vor der abschließenden Bergetappe. Den Tagessieg holte sich der Franzose Romain Bardet (ag2r), der als Solist triumphierte.
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Auf der Abfahrt hinunter zum Schlussanstieg kam es zu zahllosen Stürzen, von denen einer auch Froome erwischte. Mit dem Rad seines Teamkollegen Geraint Thomas absolvierte er die Schlusskilometer hinauf ins Etappenziel Saint-Gervais/Mont Blanc und konnte bis 1000 Meter vor Schluss das Tempo der Konkurrenz halten - erst dann fiel er etwas zurück und verlor ein wenig an Boden.
Die Abstände blieben aber gering, einziger klarer Verlierer des Tages war Bauke Mollema (Trek): Der bislang Zweite der Gesamtwertung büßte mehrere Minuten ein und dürfte sich aus dem Rennen um die Podiumsplätze verabschiedet haben.
Froome ist jetzt nur noch zwei Renntage und 259,5 Kilometer von der Krönung in Paris entfernt, Bardet mit einem Rückstand von 4:11 Minute sein unmittelbarer Verfolger. Doch wie folgenschwer Froomes Sturz in einer Rechtskurve der Abfahrt an den Fuß des Schlussanstieges war, blieb zunächst ungeklärt.
Erst einmal schien Froome den Zwischenfall einigermaßen gut weggesteckt zu haben und hielt das Hinterrad seines Edelhelfers Wouter Poels. Doch neben der Schulterblessur und den Schürfwunden am Rücken waren das Leiden und die Schmerzen seiner Mimik zu entnehmen. Im Ziel dankte Froome seinem niederländischen Teamkollegen mit einem Klaps auf die Schulter.
Froome: "Nur ein bisschen Haut verloren"
"Es ist alles gut, nicht Ernstes. Ich habe nur ein bisschen Haut verloren", sagte der 31-Jährige. Allerdings war sein Lächeln etwas gequält und sein rechtes Knie bandagiert, als er das Podium betrat und ein weiteres "Maillot jaune" entgegennahm.
Der Sky-Kapitän war bei weitem nicht das einzige Opfer der spiegelglatten Straßen, die einsetzender Regen in der Endphase des Rennens zu einem unkalkulierbaren Risikofaktor machte. Reihenweise gingen die Fahrer zu Boden, wie auch der Niederländer Bauke Mollema oder der Franzose Pierre Rolland. Mollema kassierte letztlich eine richtige Packung und verlor seinen zweiten Gesamtrang.
Zu einem ganz bitteren Tag wurde der schwierigste Alpen-Abschnitt auch für den Niederländer Tom Dumoulin, der am Donnerstag noch Froome im Bergzeitfahren gefordert hatte. Der 25-Jährige aus dem deutschen Team Giant-Alpecin stürzte rund 60 km vor dem Ziel nach einer Berührung mit einem Konkurrenten und verletzte sich am linken Handgelenk, brach sich dieses womöglich sogar. Geregnet hatte es zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Dumoulin, zweifacher Etappensieger der Tour 2016, stieg mit Tränen in den Augen in ein Begleitfahrzeug und - viel schlimmer - muss nun um die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bangen. Nach seinen Tour-Leistungen galt Dumoulin als Gold-Mitfavorit für das olympischen Einzelzeitfahren am 10. August.
Das deutsche Rundfahrt-Talent Emanuel Buchmann hatte seine Ankündigung in die Tat umgesetzt und den Sprung in die Ausreißergruppe des Tages geschafft. Im Bergzeitfahren am Donnerstag hatte der Ravensburger extra ein paar Körner für die Attacke gespart. Unter den zunächst 20 Fahrern an der Spitze waren auch Zeitfahr-Spezialist Tony Martin und Routinier Marcus Burghardt, die aber im Anstieg zum Montee de Bisanne früh zurückfielen.
Und auch Buchmann hielt nicht wesentlich länger stand. Probleme bekam er nach einer Tempoverschärfung von Rafal Majka, dem Träger des Bergtrikots, dem der Sieg in der Sonderwertung nun nicht mehr zu nehmen ist.
Astana macht Druck
Dass die Gruppe keine echte Aussicht auf den Tagessieg haben würde, lag an Astana, die richtig Druck aufbauten, um ihren Kapitän Fabio Aru noch eine Chance auf das Podium zu geben. Doch stärker als Aru war im Finale der wie entfesselt fahrende Bardet. "Es ist unglaublich, ich habe es noch gar nicht realisiert. Auf den letzten Metern habe ich es einfach nur genossen", sagte der Franzose.
Am Samstag werden wohl auch die allerletzten Zweifel an Froomes Gesamtsieg verschwinden, wenn seine Gesundheit es zulässt. Bevor jedoch die Pläne für die Siegesparty in Paris geschmiedet werden können, folgt die abschließenden Alpen-Prüfung. Auf dem 146,5 km langen Teilstück von Megève nach Morzine stehen nochmals vier Bergwertungen auf dem Programm. "Es wird ein ganz harter Tag. Es kann sein, dass ich etwas lädiert bin", sagte Froome.
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