Tour de France 2016: Kolumbianer Pantano gewinnt 15. Etappe, Froome souverän in Gelb

Die 15. Etappe der Tour de France 2016 über den Grand Colombier nach Culoz machten Ausreißer unter sich aus: Jarlinson Pantano aus Kolumbien vom Team IAM siegte vor dem Polen Rafal Majka (Tinkoff). Diesem blieb als Trost die Rückkehr ins Bergtrikot nach der Achterbahnfahrt durch die Anstiege des Jura. Chris Froome verteidigte das Gelbe Trikot souverän durch die starke Arbeit seines Sky-Teams.

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Majka war nach insgesamt sechs Bergwertungen als Solist über den letzten Anstieg gefahren und schien schon auf dem Weg zum sicheren Sieg. Doch ein Fahrfehler in der Abfahrt ließ Verfolger Pantano wieder aufschließen und der Südamerikaner setzte sich im Sprint nach 160 Kilometern souverän durch.
In der Gruppe der Favoriten ließ Froome-Helfer Wout Poels alle Angriffe der Konkurrenz wie Strohfeuer erscheinen: Ob Fabio Aru (Astana), Alejandro Valverde (Movistar) oder Romain Bardet (ag2r) - er holte alle wieder zurück.
"Ich habe mehr Gegenwehr erwartet, ich war überrascht. Aber es war ein derart harter Tag, dass wohl niemand dazu die Beine hatte", sagte Froome: "Ich hatte alles unter Kontrolle und musste nicht an mein Limit gehen."
Video: Das Finale der 15. Etappe
Mit 3:07 Minuten Rückstand kam die Gruppe der Favoriten ins Ziel, 16 Fahrer war sie stark (darunter einige "eingesammelte" Ausreißer). Verlierer war Tejay van Garderen: der US-Profi vom BMC-Team büßte anderthalb Minuten ein und fiel hinter Teamkollege Richie Porte und den angriffslustigen Bardet zurück.
In der Gesamtwertung führt Froome weiter mit 1:47 Minuten vor dem Niederländer Bauke Mollema (Trek-Segafredo) und 2:45 Minuten vor Landsmann Adam Yates (Orica-BikeExchange). Nairo Quintana (Kolumbien/Movistar) liegt auf Rang vier (+2:59).
Emanuel Buchmann, der deutsche Anwärter auf eine starke Platzierung im Gesamtklassement, musste Lehrgeld zahlen und erreichte als bester Deutscher rund zwölf Minuten hinter Froome auf Platz 39 das Ziel und ist 21. im Klassement. Sein Bora-Teamkollege Bartosz Huzarski aus Polen erwischte die Ausreißergruppe des Tages und wurde 12. in Culoz.
Nach einer umkämpften Anfangsphase war es eine große Fluchtgruppe von 30 Fahrern, die sich auf dem schweren Terrain absetzen konnte und letztlich die Etappe bestimmen und den Sieg unter sich ausmachen sollte. Die pausenlosen Anstiege und der schwere Grand Colombier im Finale zerlegten Spitzengruppe wie auch das Feld um das Gelbe Trikot Stück für Stück in ihre Einzelteile.
Während vergeblich auf einen Antritt von Quintana gewartet wurde (der zwei Teamkollegen in der Ausreißergruppe hatte), war es sein kolumbianischer Landsmann Pantano, der zum Mann des Tages avancierte. Er ließ sein Schweizer IAM-Team in der Grenzregion über dessen ersten Tour-Etappensieg jubeln. Er profitierte aber auch von einem Defekt des Franzosen Julien Alaphilippe in der Endphase des Rennens - der sprintschnelle Etix-Profi wurde so nur Tages-Fünfter mit 22 Sekunden Rückstand.
Pantano ist der insgesamt zehnte Tour-Tagessieger aus Kolumbien - und der erste seit Quintana auf der 20. Etappe der Tour de France 2013.
Video: Bengalos am Berg bei Passage der Ausreißer
Am Montag könnte sich auf den 209 km nach Bern in die Heimat von Fabian Cancellara eine Chance für kletterstarke Sprinter wie John Degenkolb oder Peter Sagan bieten, nach dem Ruhetag am Dienstag entscheidet die harte Schlussphase in den Alpen über den Tour-Sieg.
Video: Profil + Karte der 16. Etappe
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