Tour de France 2018: Alle jagen Chris Froome und das Gelbe Trikot

Christopher Froome hat nach seinem Freispruch in der Asthmamittel-Affäre freie Fahrt. Doch der Weg zum historischen fünften Sieg bei der Tour de France wird hart, die Rivalen sind ebenso schlagkräftig wie zahlreich. Richie Porte, Romain Bardet, Nairo Quintana und Co. brennen darauf, den König zu stürzen. Doch Froome nimmt die schwierige Herausforderung mit dem nötigen Respekt an.

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Der Ruf ist beschädigt, hinter der Form stehen Fragezeichen: Christopher Froome wirkt vor der am Samstag startenden 105. Tour de France angreifbar wie lange nicht mehr.
Der 3351 km lange Weg zum Podium in Paris und seinem historischen fünften Gesamtsieg wird zur größten Prüfung in der Karriere des erfolgsverwöhnten Briten. Die Konkurrenz ist zahlreich, namhaft und bestens vorbereitet - der Sturz des Tour-Königs ist wahrscheinlicher denn je.

Froomes größte Herausforderung

Der Kapitän des umstrittenen Sky-Teams nimmt die schwierige Aufgabe mit dem nötigen Respekt an:
Die Asthmamittel-Affäre nach einer positiven Dopingprobe bei der Vuelta 2017 sorgt vor dem Grand Depart in der Vendee allerdings weiterhin für viel Wirbel. Froomes Freispruch durch Welt-Antidoping-Agentur WADA und Radsport-Weltverband UCI am vergangenen Montag ändert daran wenig.
Der viel gescholtene viermalige Tour-Sieger betonte am Mittwoch bei seinem ersten offiziellen Auftritt nach Bekanntgabe der Entscheidung zwar wiederholt seine Erleichterung. Der mentale Ballast der vergangenen neun Monate dürfte ihn dennoch im Rennen begleiten. Im Peloton herrscht zudem Sorge über Attacken der Fans auf den in Frankreich unbeliebten Froome.

Giro-Tour-Double das Ziel

Dass dieser äußere Einflüsse ausblenden kann, bewies er allerdings eindrucksvoll beim Gewinn des Giro d'Italia im Mai. Der Ausgang der Doping-Affäre war damals ungewiss gewesen, dennoch stürmte Froome nicht zuletzt dank eines beeindruckenden 80-km-Solos zu seinem ersten Gesamtsieg bei der Italien-Rundfahrt.
Womöglich wird ihm dieser jedoch zum Verhängnis. Am Giro-Tour-Double versuchten sich in der Vergangenheit diverse Radprofis vergeblich, gelungen ist das Kunststück zuletzt Marco Pantani 1998. Froome hat das Doppel zuvor nie in Angriff genommen. "Es ist eine komplett neue Situation für mich", sagt er.
Auf mögliche Schwächephasen spekuliert die Konkurrenz. Eine prominente Auswahl an erfahrenen Top-Fahrern will der Dominanz Froomes nach drei Tour-Siegen nacheinander eine Ende bereiten.
Der Franzose Romain Bardet (AG2R La Mondiale), Ex-Tour-Sieger Vincenzo Nibali (Italien/Bahrain-Merida), der Australier Richie Porte (BMC Racing Team), der Vorjahreszweite Rigoberto Uran (EF Education First-Drapac) und dessen kolumbianischer Landsmann Nairo Quintana (Movistar) zählen zu den härtesten Rivalen Froomes.

Frankreichs Hoffnungen liegen auf Bardet

Bardet, der einmal mehr die Hoffnungen der Grande Nation auf den ersten französischen Gesamtsieg seit Bernard Hinault vor 33 Jahren trägt, schob Froome trotz aller Umstände die Favoritenrolle zu. "Er ist immer noch der Hauptrivale. Aber man muss sehen, wie seine Form ist. Ich habe jedenfalls noch nie so ein gutes Team um mich herum gehabt", sagte er am Donnerstag.
Der Kurs ist für alle Sieganwärter gleichermaßen herausfordernd. Das Mannschaftszeitfahren am Montag um Cholet, die Kopfsteinpflasterpassagen auf dem Weg nach Roubaix, der legendäre Anstieg nach L'Alpe d'Huez, der 65 km lange Bergsprint in der Schlusswoche und das bergige Zeitfahren der vorletzten Etappe werden zu Schlüsselstellen im Kampf um den Gesamtsieg.
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