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Tour de France 2018: Die deutschen Starter im Kurzporträt
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Publiziert 03/07/2018 um 11:45 GMT+2 Uhr
Elf deutsche Radprofis nehmen die 105. Tour de France in Angriff. Die deutschen Teams Sunweb und Bora-hansgrohe schicken zusammen nur drei deutsche Fahrer ins Rennen, das Team Katusha-Alpecin stellt mit vier Fahrern das größte deutsche Kontingent. Debütanten gibt es nicht. Marcel Kittel und André Greipel haben die größten Chancen auf Etappensiege, aber es sind auch Überraschungen möglich.
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Marcus Burghardt (34/Bora-hansgrohe - Zschopau)
Der Routinier wird als erstklassiger Helfer geschätzt. Vor sieben Jahren unterstützte er Cadel Evans bei dessen Tour-Sieg und wurde vom Australier verbal geadelt. Bei Bora-hansgrohe soll der Klassikerspezialist und deutsche Meister des Vorjahres vor allem Weltmeister Peter Sagan beschützen. Hat 2008 eine Tour-Etappe gewonnen. Eine Wiederholung dieses Erfolges ist unwahrscheinlich.
Marcel Kittel (30/Katusha-Alpecin - Arnstadt)
Der Top-Sprinter ist der erfolgreichste deutsche Tour-Etappenjäger. Schraubte sein Konto im Vorjahr mit fünf (!) Erfolgen auf insgesamt 14 Tagessiege. Sucht seit seinem Wechsel zu Katusha-Alpecin allerdings nach der alten Stärke, zudem läuft der Sprintzug im neuen Team noch nicht wie gewünscht. Kann eine bislang enttäuschende Saison mit einem Sprint ins Gelbe Trikot beim Tour-Auftakt vergessen machen.
Nils Politt (24/Katusha-Alpecin - Köln)
Fuhr ein gutes Frühjahr, beendete die Klassiker Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix jeweils als bester Deutscher. Auf einen Profisieg wartet Politt bislang vergeblich, könnte bei seiner zweiten Tour-de-France-Teilnahme als exzellenter Zeitfahrer den Sprung in eine Fluchtgruppe wagen.
Rick Zabel (24/Katusha-Alpecin - Unna)
Der Sohn der Sprinter-Legende Erik Zabel besitzt großes Potenzial und hat längst sein eigenes Profil geschärft. Fährt zum zweiten Mal bei der Tour und wird vor allem als Anfahrer für Kittel gefordert sein. Die Endschnelligkeit seines Vaters hat er nicht.
Tony Martin (33/Katusha-Alpecin - Cottbus)
Steht vor seiner zehnten Tour de France. Seine Bilanz in Frankreich kann sich sehen lassen. Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister gewann fünf Etappen, 2015 trug er bis zu einem schweren Sturz drei Tage lang das Gelbe Trikot. Hat bei Katusha viele Freiheiten, ist aber auch in Kittels Sprintzug gefordert. Das Profil des einzigen Einzelzeitfahrens auf der vorletzten Etappe kommt ihm nicht entgegen.
Paul Martens (34/LottoNL-Jumbo - Rostock)
Ist ein fähiger Klassikerfahrer, hat vorwiegend Helferaufgaben zu erfüllen. Bei seinem Tour-Debüt in 2015 einmal Etappenfünfter. Auf mittelschwerem Terrain könnte er durchaus den Freiraum für den Sprung in eine Fluchtgruppe erhalten.
André Greipel (35/Lotto-Soudal - Rostock)
Greipel steht vor seiner achten Tour. Der Sprint-Routinier erlebt bislang eine durchwachsene Saison, ein schwerer Sturz im Frühjahr warf ihn zurück. Fährt auch um seine Zukunft. Wird im Verlauf des Rennens 36 Jahre alt, sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Ein Tour-Etappensieg und ein Sprint ins Gelbe Trikot würde seine Verhandlungsposition am Markt stärken.
Marcel Sieberg (36/Lotto-Soudal - Castrop-Rauxel)
Wie immer der wichtigste Helfer Greipels. Der Top-Sprinter vertraut ihm blind. Der baumlange Schlaks besticht durch Rennübersicht und Durchsetzungskraft. Er ist derjenige, der Greipel für den Sprint in Position bringt, und zudem sein Motivator. Das Duo war bislang immer gemeinsam bei der Tour.
Nikias Arndt (26/Sunweb - Buchholz)
Ließ im Vorjahr mit einem zweiten Platz auf der 19. Tour-Etappe aufhorchen. Gehört zu den Sprintern, die sich auch im anspruchsvollen Gelände behaupten können. Sein Fokus in diesem Jahr ist zweigeteilt. Er soll Rundfahr-Spezialist Tom Dumoulin im Flachen eskortieren und in den Sprints für den Australier Michael Matthews arbeiten.
Simon Geschke (32/Sunweb - Berlin)
Der Mann mit dem Vollbart ist eine feste Größe seines Teams. Wird sich in den Dienst Dumoulins stellen, dürfte aber auch eigene Freiheiten erhalten. 2015 nutzte er seine Chance und feierte mit einem Tour-Etappensieg auf dem Alpen-Abschnitt nach Pra Loup seinen bislang größten Erfolg.
John Degenkolb (29/Trek-Segafredo - Gera)
Startete mit zwei Siegen in die Saison, wartet seither aber auf einen weiteren Erfolg. Schaffte es dennoch ins Aufgebot, dafür will sich "Dege" mit dem lang ersehnten ersten Tour-Etappensieg bedanken. Vor allem die neunte Etappe dürfte es dem früheren Roubaix-Sieger angetan haben. Dann geht es in Nordfrankreich erneut über Kopfsteinpflaster. Ansonsten soll sich Degenkolb in den Dienst von Kapitän Bauke Mollema stellen.
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