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Tour de France: Marcel Kittel bald Teamkollege von Tony Martin?
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Publiziert 11/07/2019 um 15:58 GMT+2 Uhr
Wie geht es weiter mit Marcel Kittel? Der Top-Sprinter ist deutscher Rekord-Etappensieger bei der Tour de France, doch 2019 fehlt er nach seiner Trennung vom Team Katusha-Alpecin in Frankreich. Seine Karriere aber könnte noch lange nicht zu Ende sein, Gerüchte über einen Neustart an der Seite alter Weggefährten halten sich. Die deutschen Profis hoffen auf eine Rückkehr des einstigen Seriensiegers.
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Marcel Kittel unternahm Radtouren durch den Thüringer Wald, hatte viel Zeit für seine schwangere Lebenspartnerin Tess von Piekartz, er genoss den Abstand zum Profiradsport. Am Wochenende aber kehrt der 31-Jährige zwei Jahre nach seinem letzten Etappensieg zu dem Rennen zurück, das ihn zum internationalen Star gemacht hat - und die Branche wartet gespannt, ob er Neuigkeiten im Gepäck hat.
Noch hat Kittel nicht entschieden, wie es für ihn weitergehen wird. Gibt es ein Comeback oder nicht? Im Moment sind beide Varianten möglich. Kittel muss für sich vor allem die Frage nach der Motivation beantworten. Ist der deutsche Top-Sprinter der letzten Jahre noch einmal dazu bereit, alle Entbehrungen auf sich zu nehmen, um wieder Rennen gewinnen zu können?
Fraglos würden es einige Teams als reizvoll empfinden, ihn auf dem Weg zurück zu begleiten. Die niederländische Mannschaft Jumbo-Visma mit Kittels Freund Tony Martin hat diese Absicht offen kundgetan. Und auch wenn sich Kittel dort als Sprinter Nummer zwei hinter dem Niederländer Dylan Groenewegen einreihen müsste, er käme in ein offenkundig sehr stimmiges Gebilde.
Kittel-Comeback auf Top-Niveau möglich
Martin hat die gute Atmosphäre immer wieder hervorgehoben, die Erfolge bei der diesjährigen Tour mit zwei Tagessiegen und dem zwischenzeitlichen Gelben Trikot für Mike Teunissen sprechen zudem für sich. "Es würde mir Spaß machen, wieder mit ihm zu fahren", sagte Martin zuletzt über Kittel. Auch Groenewegen äußerte sich bereits positiv.
Ein entscheidender Faktor könnte Jumbo-Sportdirektor Merijn Zeeman sein. Der Niederländer erkannte einst die außergewöhnliche Sprintbegabung Kittels und förderte sie konsequent. Zeeman traut Kittel die Rückkehr in die Weltklasse zu und sagte bei Cyclingnews.com: "Körperlich schafft er das. Die Frage ist, ob er dasselbe Feuer in sich hat. Nur Marcel selbst kann diese Frage beantworten."
Das Feuer war zuletzt erloschen, die andauernden Querelen und Unstimmigkeiten im Team Katusha-Alpecin hatten Kittel so zugesetzt, dass er im Mai die Reißleine zog und seinen Vertrag auflöste. Er brauchte dringend eine Auszeit. Öffentlich entflammt war der Disput bei der Tour 2018, als Kittel von Katusha-Sportdirektor Dmitri Konyschew heftig kritisiert worden war.
Trotz wiederholter Absichtserklärungen beruhigte sich die Situation nicht mehr, auch die Entscheidungen des Teams, den Belgier Dirk Demol als Sportdirektor an Kittels Seite zu platzieren und Erik Zabel als "Performance Manager" einzustellen, fruchteten nicht. Die Trennung war alternativlos. "Ich würde mich freuen, ihn wieder auf der Rennstrecke zu sehen", sagte Ex-Teamkollege Rick Zabel unlängst.
Katusha-Alpecin steht nun aufgrund der anhaltenden Erfolgslosigkeit und wachsenden Unzufriedenheit bei Sponsoren wie dem Shampoohersteller Alpecin oder Radsponsor Canyon ganz vor dem Aus. Kittel dürfte die bedrohliche Situation seiner früheren Mannschaftsgefährten wie Zabel oder Nils Politt bedauern, aber direkt betrifft sie ihn nicht mehr.
Vielmehr wird er bei seinem Tour-Besuch mit schönen Erinnerungen konfrontiert. Die Stippvisite startet fast auf den Tag genau zwei Jahre nach seinem letzten Tour-Etappensieg. Am 12. Juli 2017 bejubelte Kittel seinen insgesamt 14. Tageserfolg bei der Frankreich-Rundfahrt, es war der fünfte bei der damaligen Großen Schleife. Ob Kittel Momente wie diese noch einmal aufleben lassen will, liegt jetzt in seinen Händen.
(SID)
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