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Ergebnis + Ticker: So lief die erste Pyrenäen-Etappe

Tour de France
Die Sieger der Tour 2020: Ergebnisse und Gesamtwertungen
20/09/2020 AM 17:58

Den Etappensieg im Zielort Loudenvielle holte sich nach drei schweren Gipfeln und 141 Kilometern der Franzose Nans Peters. Als Solist feierte er seinen bislang größten Sieg, er hatte alle Begleiter aus der Ausreißergruppe des Tages abgehängt.

In der Gesamtwertung liegen jetzt nur noch zehn Fahrer innerhalb einer Minute, Buchmann ist nun Elfter (+1:25). "Emu hat am letzten Berg den Kontakt verloren, aber er ist nicht komplett eingebrochen. Wir haben Zeit verloren, aber nicht allzu viel. Es ist nichts verloren", sagte Boras Sportlicher Leiter Enrico Poitschke.

So steht's bei der Tour: Ergebnisse und Gesamtwertungen

"Das ist nicht das, was ich wollte und wie ich gerne fahren möchte, aber es geht wohl noch nicht besser nach dem Sturz", sagte Buchmann,"heute lief es nicht so gut bei mir, als es richtig abging zum Schluss. Ich habe mich nicht gut gefühlt und musste reißen lassen", sagte er: "Ich bin einfach mein Tempo gefahren und habe versucht, so wenig Zeit wie möglich zu verlieren."

So lief das Duell der Favoriten auf der ersten Pyrenäen-Etappe

Bernal mit Mühe - Pinot verliert die Tour

Vorjahressieger Egan Bernal offenbarte am letzten Anstieg immer wieder kleine Schwächen und konnte die Attacken der Konkurrenz nie umgehend parieren. Eine Trotzreaktion nach seinem Zeitverlust gestern zeigte Tadej Pogacar - der Slowene attackierte aus der Gruppe der Favoriten erfolgreich und macht 40 Sekunden seines Rückstandes in der Gesamtwertung wett und ist nun Neunter (+0:48).

Einen erneuten Tiefschlag musste derweil Frankreichs Mitfavorit Thibaut Pinot verkraften. Er verlor schon am vorletzten Berg den Anschluss und kassierte mehrere Minuten Rückstand. Im Vorjahr hatte er das Rennen verletzt aufgeben müssen, diesmal warfen ihn die Folgen eines Sturzes auf der ersten Etappe in Nizza zurück.

Favoriten im Angriff & Solo-Sieger: Viel Action in den Pyrenäen

Buchmann früh ohne Helfer

Buchmann schien zwar zunächst gut erholt von den Strapazen des Vortages, als er mit seinem Bora-Team stundenlang für Sprinter Peter Sagan mächtig Tempo gemacht und das Feld gesprengt hatte. Auch seine wichtigsten Helfer waren zunächst an seiner Seite, verabschiedeten sich am höchsten Berg des Tages, dem Port de Balès, aber nacheinander.

Dass er in der entscheidenden Phase des Rennens wieder ohne Helfer dastand, wollte Buchmann nicht als Grund für den Rückschlag gelten lassen. "Die Jungs haben bis zum vorletzten Berg einen guten Job gemacht. Es hat einfach bei mir gefehlt, da kann man der Mannschaft nicht die Schuld geben", sagte der 27-Jährige, der kurz vor der Tour schwer gestürzt war und mit den Folgen immer noch kämpft: "Es besteht natürlich die Hoffnung, dass es besser wird. Aber heute ging eben nicht mehr."

Den Col de Menté (1. Kategorie) nach rund 60 km hatte zuvor eine 13-köpfige Ausreißergruppe mehr als zwölf Minuten vor dem Feld überquert. Der 1755m hohe Port de Balès (höchste Kategorie), dessen Anstieg rund 50 km vor dem Ziel begann, ließ die Spitzengruppe explodieren.

Fehlfahrt in die Fans: Schrecksekunde für Powless

Dahinter machte Jumbo mittlerweile mächtig Dampf, Wout Van Aert - der unglaublich vielseitige Belgier war am Vortag noch Etappensieger im Sprint - führte seinen Kapitän Roglic mustergültig über die Passhöhe, die Favoritengruppe wurde immer kleiner, Buchmann war aber noch dabei.

Nächste Bergetappe in den Pyrenäen am Sonntag

Die folgende "sehr gefährliche und schnelle Abfahrt" und den direkt folgenden Anstieg zum Peyresourde hatte Poitschke als "Schlüsselstelle" ausgemacht. Und in der Tat wurde der Anstieg Buchmann zum Verhängnis. Während sich auf dem Weg zum Peyresourde, der 1910 als erster Hochgebirgs-Pass bei der Tour befahren wurde, Pogacar, Roglic und Co. einen heißen Kampf lieferten, kämpfte Buchmann um Schadensbegrenzung.

Um die geht es für ihn wohl auch am Sonntag. Der Abschluss der in diesem Jahr kurzen Pyreänen-Tour bietet zwar ebenfalls keine Bergankunft, dafür zwei tückische Anstiege: Den erstmals im Programm stehenden, bis 11,4 Prozent steilen Col de la Hourcère. Und vor allem die gegen Ende bis 13,6 Prozent steile Rampe des Col de Marie Blanque, dessen Passhöhe nur 18km vor dem Ziel liegt.

(mit SID)

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