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"Ich habe bis zum Schluss gekämpft", sagte Schachmann, aber die Belohnung blieb aus: "Bis jetzt hatten wir wirklich kein Glück, aber wir werden weiterkämpfen, bis sich das Momentum in unsere Richtung dreht."

Tour de France
Die Trikots & Wertungen der Tour de France
18/09/2020 AM 22:50

Platz zwei ging an den Franzosen Pierre Rolland, der sich von den Verfolgern noch absetzen konnte. Peter Sagan gewann den Sprint der nächsten, großen Gruppe um die Topfavoriten und holte als 13. der Etappe noch ein paar Punkte im Kampf ums Grüne Trikot.

Das Gelbe Trikot verteidigte Primoz Roglic vor der nächsten Bergankunft auf der 13. Etappe im Zentralmassiv am Freitag.

Hirschi verbesserte sich durch seinen Sieg an der letzten und schwersten Bergwertung des Tages auch im Kampf um das Bergtrikot, dort ist er nun in den Top 3 und hat alle Chancen auf das gepunktete Klettertrikot.

Triumphfahrt für Hirschi: Das Finale der 12. Etappe

12. Etappe: Schachmanns Kampf nicht belohnt

Max Schachmann kämpfte wie ein Löwe und wagte alles, doch auch der große Fighter aus Berlin konnte die Pechsträhne des Bora-hansgrohe-Teams bei der Tour de France nicht beenden. Nach einer leidenschaftlichen Attacke keine vier Wochen nach seinem Schlüsselbeinbruch verpasste Schachmann zwar auf der längsten Etappe der Frankreich-Rundfahrt den ersehnten Tagessieg, setzte mit Platz sechs aber ein dickes Ausrufezeichen.

Den Etappenerfolg in Sarran am Rande des Zentralmassivs sicherte sich in beeindruckender Manier der junge Schweizer Marc Hirschi aus dem Sunweb-Team, das unter deutscher Lizenz unterwegs ist. Im Ziel hatte der 22-Jährige 47 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Pierre Rolland, Schachmann lag weitere fünf Sekunden zurück.

"Solche Beine hatte ich schon lange nicht mehr. Ich habe alles versucht", sagte Schachmann in der ARD: "Marc Hirschi war nicht der perfekte Mann in der Gruppe. Die zehn Kilo Gewichtsunterschied kann ich am Berg dann doch nicht wegschummeln."

Feuchte Augen: Hirschi kann sein Glück kaum fassen

Voigt feiert Hirschi: "Einer wie Hinault!"

Hirschi, der als Zweiter in Nizza und Dritter in Laruns zweimal knapp am Etappensieg vorbeigeschrammt war, hatte sich am letzten Anstieg aus Spitzengruppe um Schachmann gelöst, die kurz zuvor angegriffen hatte. In einer spektakulären Schlussphase des 218 km langen Teilstücks erreichte Hirschi die abschließende Bergwertung am Suc au May mit rund 30 Sekunden Vorsprung auf den leidenschaftlich kämpfenden Schachmann und den Spanier Marc Soler (Movistar), die letzten knapp 30 km ins Ziel flog Hirschi praktisch.

"Wir erleben hier live, wie eine Legende entsteht. Einer wie Bernard Hinault, der über Jahre die Tour prägen kann", sagte der frühere Ausreißerkönig Jens Voigt euphorisiert am Eurosport-Mikrofon. Auch wenn noch nicht seriös absehbar ist, ob Hirschi einmal in die Fußstapfen des Tour-Rekordsiegers Hinault treten kann, gehört der einstige Nachwuchs-Weltmeister doch zu den ganz großen Entdeckungen der Tour de France 2020.

"Schönster Tag meiner Karriere": Voigt über seinen Sieg 2001

Tour: Buchmann rackert als Wasserträger

Emanuel Buchmann setzte weiter sein Erholungsprogramm fort. Der einstige Podest-Kandidat, der nach großem Zeitverlust in den Pyrenäen keine Klassement-Ambitionen mehr verfolgt und sich auf den beiden vorigen Flachetappen jeweils fünf Minuten an weiterem Rückstand erbummelt hatte, rollte mit reichlich Verspätung ins Ziel.

Buchmann hofft auf eine Etappensiegchance in den Alpen. Am Donnerstag leistete er seinen Kollegen um Schachmann, die lange an der Spitze der Hauptfeldes rackerten, Dienste als Wasserträger.

In einer frühen Ausreißergruppe hatten der Kölner Nils Politt und Tour-Debütant Max Walscheid ihr Glück versucht. Das aufmerksame Feld hielt den Rückstand aber bei maximal zwei Minuten, ganz gefährliche Fahrer wie Olympiasieger Greg Van Avermaet oder Publikumsliebling Julian Alaphilippe ließ es gar nicht erst mit flüchten. Das Rennen verlief lange deutlich unspektakulärer als erwartet, die Spitzengruppe hielt sich bis zum vorletzten Anstieg des Tages - dann begann der Schlagabtausch um den Sieg.

Hirschi krönt Sunweb-Offensive, Bora nicht belohnt

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden nimmt der Slowene Primoz Roglic mit 21 Sekunden Vorsprung auf den kolumbianischen Titelverteidiger Egan Bernal in die entscheidende Tourphase. Noch sechs Bergetappen stehen bis zum Finale in Paris am Sonntag kommender Woche an, die erste gleich morgen am Freitag.

(mit SID)

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