Tour de France: Jury in Zugzwang wegen Fahrweise von Mathieu van der Poel und Jasper Philipsen
VonFelix Mattis
Publiziert 08/07/2023 um 14:38 GMT+2 Uhr
Kein Sprint ohne Kontroverse über das so dominante Team Alpecin - Deceuninck bei der diesjährigen Tour de France. Auch das Finale der 7. Etappe in Bordeaux sorgte für Diskussionen und auch einen Protest der Konkurrenz gegen die Wertung des Sieges von Jasper Philipsen. Die Jury wies den Einspruch ab, doch die Diskussionen hielten auch am nächsten Vormittag noch an. Muss die Jury strenger werden?
Highlights: Philipsen setzt unheimliche Serie fort
Quelle: Eurosport
"Die Jury muss ein Zeichen setzen und mit Philipsen sowie seinem Team sprechen, um zu signalisieren: Bis hier hin und nicht weiter", meinte Eurosport-Experte Jens Voigt in der Live-Übertragung zur 8. Etappe von Libourne nach Limoges.
Im Sprint von Bordeaux war Philipsen von der linken zur rechten Straßenseite gewechselt und hatte dort dem Eritreer Biniam Girmay (Intermarché - Circus - Wanty) kaum noch Platz an der Bande gelassen.
Girmay musste deshalb bremsen und hatte keine Chance mehr, so dass Philipsen zum dritten Sieg durchzog.
"Jasper gewinnt jetzt zum dritten Mal, aber macht auch zum dritten Mal einen Fehler", kommentierte Girmays Sportdirektor Aike Visbeek die Situation um Philipsen und Alexander Vinokourov, Team-Manager bei Mark Cavendishs Rennstall Astana Qazaqstan warf die Frage auf: "Muss jemand erst stürzen, bevor es eine Relegierung gibt?"
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Sprint-Analyse von Bordeaux: "Cavendish dachte, er hat es schon"
Quelle: Eurosport
Philipsen hatte schon auf der 3. Etappe in Bayonne gegen Wout van Aert (Jumbo - Visma) ein ähnliches Manöver gefahren. Wie Girmay in Bordeaux zog auch van Aert in Bayonne zurück. Die Jury prüfte die Szenen, erklärte Philipsen dann aber zum Sieger. In Bordeaux blieb der Belgier von vorne herein durch die Jury unangetastet und auch den Einspruch der Teams von Girmay und Cavendish wies man ab.
Auch auf der 4. Etappe bei seinem Sieg in Nogaro war Philipsen am Sturzchaos nicht unbeteiligt. Denn wie Bora-hansgrohe-Anfahrer Danny van Poppel schilderte, der direkt dahinter fuhr, war es Philipsens Rempler, der für den schweren Sturz von Fabio Jakobsen (Soudal - Quick-Step) gesorgt hatte.
Auch Philipsens Sprintzug um van der Poel in der Kritik
Neben dem nun dreifachen Etappensieger ist außerdem auch sein Sprintzug um Superstar Mathieu van der Poel in der Kritik. Denn sowohl in Bayonne als auch in Bordeaux hatten van der Poel das Feld erst von der einen zur anderen Straßenseite geführt, bevor dann Philipsen mit seinem Sprint wieder in die andere Richtung wechselte.
Die Fahrweise des Sprintzugs ist per Reglement nicht verboten. Fahrlinienwechsel sind erst nach dem Start des Sprints an sich ausdrücklich verboten. Die feine englische Art ist es aber trotzdem nicht und Jakobsen bezeichnete das schon dort als "dumm" und "gefährlich".
Alpecin-Sportdirektor Christoph Roodhooft sagte am Eurosport-Mikrofon vor der 8. Etappe nun, er verstehe die Aufregung nicht. In seinen Augen sei der Sprint von Bordeaux "quite okay" gewesen - "recht in Ordnung".
Damit konnte er sich auf die Entscheidungen der Jury stützen, die offensichtlich auch einverstanden war mit Philipsens Sprints. Dabei war es sehr wohl gegen das Reglement, dass Philipsen in Bordeaux erst von ganz links nach ganz rechts sprintete und dann nochmal in die Straßenmitte zog - ein klares Abweichen von der eigenen Fahrlinie im Sprint.
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Quelle: Eurosport
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