Tour de France - Unbekannte streuen Reißzwecken auf die Straße - Skandal auf 2. Etappe

Der Sensations-Sieg von Victor Lafay überstrahlte in San Sebastian natürlich alles. Doch nach der 2. Etappe der Tour de France machte schnell auch ein anderes Thema die Runde: Unbekannte hatten offenbar knapp 40 Kilometer vor dem Ziel eine große Ladung an Reißzwecken auf der Straße verteilt. Zahlreiche Fahrer mussten mit Reifenschäden stoppen, darunter Titelverteidiger Jonas Vingegaard.

Reißzwecke im Reifen von Lilian Calmejane.

Fotocredit: Eurosport

Vingegaards Sportdirektor Grischa Niermann bestätigte "radsport-news.com" und "Eurosport.de" am frühen Abend, dass der Defekt des Dänen auf dem Weg in Richtung Jaizkibel durch Reißzwecken hervorgerufen worden war.
Und auch Simon Geschke (Cofidis) erklärte: "Unsere Mechaniker haben Reißzwecken aus den Reifen geholt. Wir hatten fast alle Platten."
Betroffen waren auch Georg Zimmermann und Lilian Calmejane von Intermarché – Circus – Wanty. Während der Deutsche im Ziel nur vermuten konnte, dass "da irgendetwas auf der Straße" gewesen sein musste, zeigte Calmejane am Abend auf Twitter ein Video von seinem Reifen, in dem gleich fünf Reißzwecke steckten.
"Vielen Dank für diesen Blödsinn", schrieb Calmejane dazu. "Deswegen kann man stürzen und sich ernsthaft verletzen."
Später meldeten sich immer mehr Fahrer und Team-Verantwortliche zu der Sache zu Wort. "Ich hatte einen schleichenden Plattfuß und konnte das in der Abfahrt vom Jaizkibel spüren. Ich konnte mein Rad in den Kurven etwas rutschen spüren", erklärte beispielsweise Tom Pidcock (Ineos Grenadiers) gegenüber cyclingnews.com.
Matt White, Sportdirektor bei Jayco - AlUla, schilderte: "Jemand hat Reißzwecken auf der Straße in einer Stadt verteilt, es gab zwischen 15 oder 20 Platten. Einige stoppten sofort, andere hatten einen schleichenden Plattfuß und mussten damit durchfahren. Es ist eine Schande"; sagte er. "Wir hatten Glück, dass Simon Yates nicht betroffen war, aber viele Jungs hatten Platten zu einem wichtigen Zeitpunkt im Rennen."
Durch die Aktion wurden Erinnerungen an die Tour 2012 wach, als an der Mur de Péguère in den Pyrenäen ebenfalls Reißzwecken ausgestreut worden waren. Damals kam es in der Abfahrt anschließend auch zu einem schweren Sturz: Robert Kiserlovski brach sich das Schlüsselbein und musste die Tour aufgeben.
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Quelle: Eurosport

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