Tour de France 2024: Nach seinem Sturz auf der 16. Etappe gibt Biniam GIrmay Entwarnung - Duell um das Grüne Trikot

86 Punkte betrug der Vorsprung von Biniam Girmay auf Jasper Philipsen vor der letzten Flachetappe der 111. Tour de France in der Punktewertung. Das Trikot schien entschieden und würde in die Geschichtsbücher eingehen: Als erster Afrikaner sollte der Eritreer diese Wertung gewinnen. Durch seinen Sturz 1,5 Kilometer vor dem Ziel wird der Kampf um Grün vielleicht doch wieder zu einem Duell.

Girmay-Sturz: "Der Fokus muss auf das Wesentliche"

Quelle: Eurosport

Jasper Philipsen gewann die Etappe nach Nimes und rückte damit auf 32 Punkte an Girmay heran. Der überquerte die Ziellinie gestützt von seinen Teamkollegen und schien vom Hochgeschwindigkeitscrash gezeichnet zu sein.
Von seinem Team kam inzwischen Entwarnung: "Die Untersuchungen zeigen Prellungen an der rechten Schulter, am Ellenbogen und am Knie, aber keine Brüche", wird der Teamarzt von Intermarché-Wanty, Simon Claeys, zitiert. "Trotz dieses Rückschlags zeigt Bini Kampfgeist und wird bereit sein für morgen."
Schon auf der Siegerehrung nach der Etappe zeigte sich Girmay wieder lächelnd - wenn auch mit Pflastern und Verbänden versehen. Er wird also bereit sein, auch während der verbleibenden fünf Etappen um das Grüne Trikot zu kämpfen.
Sein Konkurrent Jasper Philipsen wollte dieses Duell nach seinem dritten Etappensieg bei dieser Tour mit Blick auf die schweren folgenden Etappen nicht allzu forsch eröffnen: "Es ist immer alles möglich, aber Biniam klettert auch sehr gut, daher wird es schwierig"; sagte der Belgier im Sieger-Interview. "Ich hoffe, dass es ihm gut geht, denn er hätte es nicht verdient, auf diese Weise zu verlieren."

Philipsen sieht die Chancen bei 5 Prozent

Die Chance, Girmay noch abzufangen, sieht Philipsen bei "ungefähr fünf Prozent". "Man sagt, dass ich jetzt näher am Trikot dran bin, aber die Sprints sind vorbei. Der abstand ist nicht so groß, aber ohne Sprintankünfte ist es fast unmöglich", sagte der Belgier bei der Pressekonferenz im Ziel.
"Aber es ist gut, noch ein kleines Ziel für die letzten Tage zu haben. So kann ich schauen, ob ich nicht irgendwo noch ein paar Punkte holen kann, anstatt nur ums Ankommen in Nizza zu kämpfen"
Der sportliche Leiter des Alpecin-Deceuninck-Teams, Philip Roodthooft, äußerte sich deutlich offensiver: "Der Kampf ums Grüne Trikot ist jetzt offener, als wir zu hoffen gewagt haben. Wir werden die nächsten Tage alles dafür tun, das Trikot in Nizza zu bekommen."
Was müsste passieren, damit Philipsen dem Eritreer das Trikot noch abjagen kann? 220 Punkte sind noch maximal zu holen. Die 20 Punkte im Einzelzeitfahren und bei den Bergankünften in den Alpen darf man abziehen - keiner der beiden wird dort vorne dabei sein.

Viele Höhenmeter - Vorteil für Girmay

Auch die Ankunft der 17. Etappe in Superdévouly ist für beide wohl zu bergig, auch das 18. Teilstück nach Barcelonnette weist mehr als 3000 Höhenmeter auf. Bleiben nur noch die vier Zwischensprints und somit 80 Punkte, die ein Sprinter noch gewinnen könnte.
"Der Zwischensprint der 17. Etappe kommt nach 114 Kilometern", sagte Eurosport-Experte Bernhard Eisel im "Vélo Club". "Biniam muss vorne dabei sein, muss in die Gruppe. Philipsen wird Manndeckung machen und auch dabei sein." Da sie im Sprint wahrscheinlich Erster und Zweiter werden, holt der Belgier drei, maximal fünf Punkte auf. Es wird also sehr schwierig, aber entscheidend ist die Frage, wie es Girmay morgen geht."
Der Eritreer ist der "bergfestere" der beiden Sprinter. Ihm sollte es eher zuzutrauen sein, in einer Spitzengruppe zu sein und bei den kommenden Wertungen punkten zu können. Auch wenn beide sprinten, ist das für Girmay eine gute Nachricht.
Philipsen hat dann eine realistische Chance, wenn er seinen Konkurrenten komplett von den Punkten an den Zwischensprints fernhalten kann - und selbst gewinnt. Dafür braucht er eine klare Schwächephase des Eritreers.
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Girmay-Sturz: Kostet das Zimmermann mögliche Ausreißer-Chancen?

Quelle: Eurosport


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