Aldag: Lipowitz in Jokerrolle zur Tour de France für Red Bull-Bora-hansgrohe - "wird sich von selbst ergeben"

Rolf Aldag hat dem deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz für die Tour de France eigene Freiheiten in Aussicht gestellt. "Die Rolle von Florian Lipowitz wird sich bei der Tour von selbst ergeben", sagte der Sportdirektor des deutschen Teams Red Bull-Bora-hansgrohe dem SID: "Ich würde ihn weder in die Kategorie Edelhelfer, noch Co-Leader, noch sonst irgendwas packen."

Florian Lipowitz (Red Bull-Bora-hansgrohe) will bei der Tour de France 2025 für Furore sorgen

Fotocredit: Getty Images

Die Form? Bärenstark. Die Vorfreude? Maximal. Die Hoffnungen in der Heimat? Riesig. Wenn Florian Lipowitz ab Samstag in Lille bei seiner ersten Tour de France angreift, fiebert die ganze Radsport-Nation mit. Weil endlich wieder ein deutscher Fahrer mit Potenzial für eine Top-Platzierung an den Start rollt - und dabei wohl auch seine eigenen Ziele verfolgen darf.
"Die Rolle von Florian Lipowitz", sagte Rolf Aldag, sportlicher Leiter beim Team Red Bull-Bora-hansgrohe am Rande der deutschen Meisterschaften in Linden dem SID, "wird sich bei der Tour von selbst ergeben." Ein "Edelhelfer" für den prominenten Kapitän Primoz Roglic jedenfalls sei der 24-Jährige nicht - vielmehr soll Lipowitz "an der Seite" des Slowenen agieren.
Eine Art Freifahrtschein, so darf man Aldags Aussagen interpretieren - eine Rolle, die Lipowitz alle Optionen offen lässt. Es ist der Lohn für überragende Leistungen in der bisherigen Saison.
Beim beinharten Critérium du Dauphiné Mitte Juni, der "Mini-Tour" in Vorbereitung auf die große Schleife, hatte er sich in die Weltspitze katapultiert. Geschlagen wurde der Ulmer als Gesamtdritter dort nur von den Größten des Radsports, Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard - Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel ließ er sogar hinter sich.

Tour de France: Lipowitz misst sich mit den ganz Großen

Und mit genau diesen Männern will sich Lipowitz in den kommenden Wochen auch auf der größten aller Radsport-Bühnen messen - auf über 3320 Kilometern mit 51.550 Höhenmetern in der Hochsommer-Hitze Frankreichs. Weshalb er den Fokus zuletzt voll auf die Tour gelegt hat. Die Deutschen Meisterschaften, bei denen sich Georg Zimmermann zum neuen Titelträger krönte, ließ Lipowitz vorsorglich aus.
Ob der Tank aber wirklich schon für drei Wochen auf absolutem Topniveau reicht? Für sechs schwere Bergetappen, zwei Zeitfahren und viele weitere knifflige Tagesabschnitte? Fraglich. Beim Red-Bull-Team zumindest stapelt man vorsorglich tief, um den Druck vom Youngster zu nehmen.
"Er wird viel lernen, er muss viel lernen", sagte Aldag über den früheren Biathleten, der erst 2020 zum Radsport wechselte und insbesondere auf der taktischen Ebene noch großes Entwicklungspotenzial aufweist.

Kann Lipowitz aufs Podest fahren?

Und auch der umtriebige Teammanager Ralph Denk will sein "Herzensprojekt" behutsam angehen - und Lipowitz, dessen offizielle Zielvorgabe lautet, das Ziel in Paris zu erreichen, erst "mittel- und langfristig" zum Spitzenfahrer aufbauen.
Träumen ist dennoch schon 2025 erlaubt. Der kleine Hype in Deutschland, dem Land, in dem die Tour spätestens seit Jan Ullrichs Triumph im Jahr 1997 alles überstrahlt, ist ohnehin nicht mehr einzufangen. Kein Wunder, denn läuft alles perfekt, dann kann Lipowitz in Frankreich vielleicht sogar einen Podestplatz angreifen. Er wäre der erste Deutsche in diesen Gefilden seit Emanuel Buchmann, dem Gesamtvierten von 2019.
Buchmann selbst traut Lipowitz eine Menge zu. "Er ist natürlich super stark", sagte der Ravensburger dem SID: "Er hat echt große Chancen, da ganz vorne mitzufahren."
(SID)
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Quelle: Eurosport


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