Tour-Geschichte(n): Tony Martin im Gelb-Glück, Chris Froome schlägt Salto bei Sturz, Marcel Kittel in Fotofinish vorn

Die Geschichte der Tour de France steckt voller Highlights, Dramen, Tiefpunkte: Wir blicken in unserer täglichen Serie zurück auf besondere Momente, die sich am 7. Juli jähren und deren Bilder uns noch vor Augen sind - und auf spezielle Tour-Höhepunkte aus deutscher Sicht. Heute u.a. mit Tony Martin im Gelben Trikot, Erik Zabel, Mario Cipollini, Stephen Roche, Kurt Stöpel und Marcel Kittel.

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Fotocredit: Eurosport

Der 7. Juli - kein Tour-Tag wie jeder andere:
Ein doppeltes Highlight bringt dieses Datum bei der Tour de France 2015: Tony Martin gelingt es auf der Etappe über die Kopfsteinpflasterabschnitte Nordfrankreichs, nicht nur den Tagessieg, sondern auch das Gelbe Trikot zu erkämpfen.
Minimal war Martins Rückstand auf das "maillot jaune" in den ersten Tour-Tagen gewesen, doch er schien wie vom Pech verfolgt. Mit der Brechstange gelang ihm dann der Coup - eine Attacke auf den letzten Kilometern konnte das Feld nicht mehr kontern, als Solist kam Martin ins Ziel, holte sich noch die Zeitgutschrift und Gelb.
Das alles auf dem Rad seines Teamkollegen Matteo Trentin, der ihm bei einem Defekt in der heißen Schlussphase die Rennmaschine überlassen hatte. Tief enttäuscht war hingegen John Degenkolb, der Paris-Roubiax-Sieger 2015 gewann den Sprint - aber eben nur um den zweiten Platz.
Einen "königlichen" Erfolg feierte Marcel Kittel am 7.7. 2014 in London: Auf der royalen Prachtstraße "The Mall" ist er auf der 3. Etappe vor dem Buckingham Palace nicht zu schlagen.
Nachdem er zwei Tage zuvor bei seinem Auftaktsieg in Harrogate von Prinz William und Kate bei der Siegerehrung beklatscht worden war, machte Kittel nun also indirekt Königin Elisabeth seine Aufwartung ...
Den knappsten seiner vielen Tour-Etappensiege holte Marcel Kittel dann am 7. Juli 2017. Im Städtchen Nuits-Saint-Georges wurde es im Duell mit dem Norweger Edvald Boasson Hagen eine Zitterpartie, auf der Ziellinie sind die beiden mit dem Auge nicht zu unterscheiden. Nach Minuten des Wartens dann die erlösende Botschaft:
Sein dritter Tagessieg bei jener Tour ist perfekt.
Für über ein Jahrzehnt war der 7.7. bei der Tour de France immer der "Erik-Zabel-Tag": Schließlich hatte der Telekom-Sprinter da Geburtstag und war so stets eine Meldung wert.
Doch 1995 ist die 6. Etappe doppelt erfreulich für den Berliner: Nach 202 Kilometern feierte er im belgischen Charleroi seinen ersten Tour-Erfolg überhaupt, souverän vor Laurent Jalabert.
Mit Mario Cipollini ist der 7. Juli 1999 verbunden, denn er gewann damals die schnellste Tour-Etappe aller Zeiten.
Es ging an jenem Tag von Laval nach Blois über 194,5km - und nach nicht einmal vier Stunden war das Feld schon im Ziel. Auf dieser 4. Etappe stand der Wind so günstig, dass der Schnitt von 50,356km/h noch immer Rekord ist.
Für "Cipo" war es der erste Sieg bei jener Tour, er holte sich dann aber gleich die nächsten drei Etappen auch.
Aber den 7. Juli aus deutscher Sicht nur mit Zabel zu verbinden, wäre ein grober Fehler. Denn ein anderer großer Tour-Moment jährt sich am selben Tag. Bei der 26. Auflage des Rennens übernahm 1932 erstmals ein Deutscher das Gelbe Trikot.
Kurt Stöpel gewann damals die 2. Etappe über 300 Kilometer von Caen nach Nantes und setzte sich an die Spitze des Klassements. Von dort wurde er aber schon einen Tag später wieder verdrängt - es sollten der einzige Tagessieg und das einzige Gelbe Trikot für ihn bleiben. In Paris belegte er 1932 einen exzellenten zweiten Platz, ein Ergebnis, das erst Jan Ullrich übertreffen sollte.
In der Kategorie "Dumm gelaufen" nimmt der 7. Juli auch eine besondere Stellung ein, heute mit Stephen Roche: 1991 verpasste der Tour-Sieger von 1987 am zweiten Tag der Rundfahrt den Start zum nachmittäglichen Mannschaftszeitfahren. Ohne ihn ging sein Rennstall auf die Strecke, während der Ire Minuten später zu einer Solo-Verfolgungsjagd ansetzte.
Doch es blieb hoffnungslos, mit fast einer Viertelstunde Rückstand auf die Siegerzeit kam er nach den 36,5 km an - und schied aus. Sein Bruder Lawrence hielt die Familienehre hoch und kämpft sich nach Paris durch. Und, nicht zu vergessen: Jenes Mannschaftszeitfahren 1991 gewann das Team Ariostea - mit dem Deutschen Rolf Gölz.

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